AMD Carrizo: Athlon X4 845 mit Excavator-Kernen im Desktop-Bereich

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Temperaturverhalten



Wir nehmen an dieser Stelle bei Intel die maximalen Werte aller vier Prozessorkerne auf, teilen diese dann durch vier und geben ein gerundetes Durchschnittsergebnis aus. Bei AMD gestaltet sich das teils deutlich schwieriger. Hatten wir kürzlich zur Vorstellung des Wraith-Coolers in Verbindung mit einem FX-8320 recht plausible Werte über AMDs aktuelle Herangehensweise mit der thermischen Restreserve erblicken können, trifft dies nicht auf alle APUs oder CPUs von AMD zu. Man muss schlicht die Stirn runzeln, dass AMD an diesem Punkt auch in der jüngsten CPU-Generation noch immer keine Abhilfe geschaffen hat. Sprich: Auch Carrizo ist von fehlerhaften Dioden betroffen. AMD spricht zwar selbst davon, dass die Werte unter hohen Lasten realistischer werden, aber das können wir so schlicht nicht nachvollziehen oder gar bestätigen.

Bild: AMD Carrizo: Athlon X4 845 mit Excavator-Kernen im Desktop-Bereich
Im Falle des Athlon X4 845 fehlte uns gar eine Overdrive-Unterstützung, und so manch anderes Programm kann auch nur wenig hilfreiche Informationen liefern, welche über die CPU-Dioden-Messung im Mainboard hinausgehen. HWInfo64 bietet zwar die CPU-Dioden des Prozessors und auch die CPU-Package-Temperatur, welche die höchste Temperatur aller Dioden in der CPU verbaut, aber auch diese Werte sind einfach nur Schrott.

So liefert die Dioden-Auslesung der CPU unter HWInfo64 bei einem AMD A10-6800K beispielsweise 35 °C unter Volllast. Die Package-Temperatur spricht von maximalen 93 °C, wenngleich die maximal erlaubte CPU-Temperatur bei 80 °C liegt. Die Diodentemperatur des Mainboards, vermutlich unterhalb des Sockels im ASUS-Mainboard verbaut, spricht hingegen von 47 °C maximal. Da unser Temperaturfühler lediglich 41 °C abnimmt, unterstellen wir, dass dies die realistischste Temperaturmessung darstellt, und verlassen uns darum auf die langsamen Mainboard-Aufzeichnungen des Mainboards. Das ist nicht ganz fair Intel gegenüber, welcher exate CPU-Temperaturen über die dort verbauten Dioden liefert, doch andere Optionen gibt es kaum oder wären überaus aufwendig.

Die gelieferte Diodentemperatur des Mainboards haben wir mit dem abgenommenen Wert unseres Tenma Infrarot-Thermometers abgeglichen, zusätzlich auch noch über einen manuellen Sekundenfühler unserer Hauptmessanlage. Da dieser Wert an der Kühlplatte abgenommen immer noch um 6 °C abwich, gehen wir davon aus, dass unsere nachfolgenden Angaben mehr oder minder korrekt sind.

Wir können nur hoffen, dass AMD bei der Zen-Vorstellung an diesem lang anhaltenden Problempunkt endlich Abhilfe schaffen wird. So recht überzeugt davon sind wir aktuell aber nicht.

Temperaturen
Idle
AMD A10-7850K
32
Intel Core i5-5675C
31
AMD A10-6800K
30
Intel Core i7-4790K
29
AMD A8-7600
29
AMD A10-6700K
29
Intel Core i7-5775C
28
AMD A10-7800K
28
AMD FX-8350
27
AMD A8-6500T
27
Intel Core i7-6700K
26
AMD Athlon X4 880K
26
AMD A10-7860K
26
AMD Athlon X4 845
25
Intel Core i5-6600K
24
Intel Core i3-6100
24
°C


Temperaturen
Video-Encoding (C2MP)
Intel Core i7-4790K
68
AMD Athlon X4 880K
63
Intel Core i5-5675C
56
Intel Core i7-5775C
55
AMD FX-8350
55
Intel Core i7-6700K
52
AMD A10-7860K
50
AMD A10-7850K
49
AMD A10-6800K
47
Intel Core i5-6600K
46
Intel Core i3-6100
44
AMD A10-7800K
44
AMD A8-7600
43
AMD A10-6700K
43
AMD Athlon X4 845
39
AMD A8-6500T
34
°C


Temperaturen
Mathematische Berechnungen (Prime 95)
Intel Core i7-4790K
86
Intel Core i7-5775C
71
Intel Core i5-5675C
67
AMD FX-8350
66
Intel Core i7-6700K
65
AMD Athlon X4 880K
60
Intel Core i3-6100
53
Intel Core i5-6600K
52
AMD A10-7850K
49
AMD A10-7860K
49
AMD A10-6800K
48
AMD A10-7800K
45
AMD A8-7600
45
AMD A10-6700K
43
AMD Athlon X4 845
42
AMD A8-6500T
34
°C


Danach bleibt festzuhalten, dass der Athlon X4 845 nicht als Heißsporn zu bezeichnen ist. Trotz der anliegenden Spannung von 1,4 Volt schaffte es unser Noctua-Kühler, die CPU bei rund 1.000 Umdrehungen auf diesen Temperaturen zu halten. Dabei liegt man über 20 °C entfernt vom Athlon X4 880K, welcher dann unter Prime-Last seine Turbo-Taktstufen nicht mehr halten kann und darum in diesem Vergleich mit einer niedrigeren Temperatur abschneidet – wie unter der Video-Encoding-Last. Der X4 845 hielt die Turbo-Taktstufen dabei deutlich besser und länger, weshalb die Temperatur noch einmal um wenige Punkte anstieg.

Übertakten



Der Athlon X4 845 als Non-K-Version richtet sich klar nicht an Übertakter. Lediglich die K-Varianten haben auch bei AMD einen frei veränderbaren Multiplikator. Dazu gesellt sich der Umstand, dass Overdrive die CPU aktuell noch nicht erkennt und nicht startet. Übertakten ist damit prinzipiell nur in geringem Maß über das Mainboard-BIOS und über das Anheben der Grundtaktung möglich, was aber sehr schnell schon bei geringen Veränderungen zu Instabilitäten führt.