AMD FX-8350 plus Wraith-Cooler im Test

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Praxis


Temperaturverhalten



Bild: AMD FX-8350 plus Wraith-Cooler im Test
Wir zeigen nachfolgend lediglich zwei Werte, nämlich jene im Idle-Zustand und jene im maximalen Volllastzustand. Viel gescholten waren über die letzten Jahre die unzuverlässigen Dioden der AMD-Prozessoren, welche im lastfreien Betrieb teils Temperaturen deutlich unter Zimmertemperatur glaubhaft machen wollten. AMD versicherte zwar, dass die Lasttemperaturen korrekt seien, aber wie möchte man sich auf solche Werte verlassen? Mainboard-Hersteller sind teils dazu übergegangen und haben im Sockel dann Temperaturdioden angebracht, welche eine ungefähre CPU-Temperatur übermittelten. Diese unterliegt allerdings Schwankungen in Abhängigkeit des Kühlermodells. So kühlt ein leistungsstarker Downblower das umliegende Mainboard mit, weshalb diese Diodentemperatur dann niedriger liegen könnte, als bei einem Tower-Kühler, welcher dem Mainboard und dem Sockel keine Luft zuführt.

Inzwischen scheint AMD allerdings einen anderen, brauchbaren Weg zu beschreiten und weist in seinem Tool Overdrive nun die "thermische Restreserve" aus. Diese scheint sich ganz offensichtlich an der TJunction-Temperatur – der maximal von AMD erlaubten Temperatur – zu orientieren. Im Falle des AMD-FX-8350-Prozessors liegt diese bei 80 °C. Das haben wir bei unseren Tests dann auch mittels Eingriffen in die Zieltemperatur der Lüftersteuerung kontrolliert. Als wir diese auf 65 °C reduzierten, setzte das Hochregeln der Lüfterdrehzahl auch prompt bei einer Reserve von 15 °C ein. Die Werte erscheinen uns damit sehr plausibel.

Unsere übliche Testumgebung und die zum Einsatz kommende Hardware ist hier einzusehen.

Temperaturen
Idle
Volllast (mathematische Berechnungen)
AMD FX-8350 & Wraith-Cooler
29
74
AMD FX-8350 & Noctua NH-U12S
27
66
°C


Da uns ein bisheriger Boxed-Kühler von AMD für den FX-8350-Prozessor nicht zur Verfügung steht, bleiben wir den unmittelbaren Vergleich an Verbesserungen schuldig. Wohl aber vergleichen wir den Kühler mit jenem unserer bisherigen Testumgebung, und das ist natürlich ein wenig unfair, denn der Noctua NH-U12S gilt als Topmodell seiner Klasse. Dass ein kostenloser Kühler als CPU-Beilage hier verlieren muss, stand von Beginn an fest. Nichtsdestoweniger bringt der Wraith doch eine gute Leistung.

An dieser Stelle gilt der Hinweis, dass in den meisten Desktop-Anwendungen mathematische oder wissenschaftliche Berechnungen, wie wir sie mittels Prime95 hier simulieren, keinesfalls den Alltag darstellen. Letzterer erstreckt sich auf Spiele, Internet-Surfen und vielleicht Video-Encoding, wobei letzteres – je nach Programm – die fordernste Aufgabe für Multi-Core-Prozessoren darstellt. Doch keine dieser Anwendungen, wie unsere bisherigen Kühlertests zeigen, reicht an die Last heran, welche Prime95 erreicht.

Damit schlägt sich das neue Boxed-Modell von AMD mit seinen 75 °C sehr wacker und stellt unter Beweis, dass man auch leistungsfähige CPUs dabei in Schach halten kann. Der Lüfter drehte dabei auch nicht mit maximaler Geschwindigkeit, sondern mit lediglich 1.800 Umdrehungen pro Minute. Das bestätigt zwei Dinge: Einerseits hat AMD hier noch Reserven einkalkuliert, andererseits hat man bewusst die Temperatur in Kauf genommen, um die Geräuschkulisse in Zaum zu halten.