ASUS ROG Strix RX460 Gaming - AMDs Einsteiger-Grafikkarte im Test

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AMD Radeon RX 460


Technische Betrachtung



Bild: ASUS ROG Strix RX460 Gaming – AMDs Einsteiger-Grafikkarte im Test
Bildquelle: 3DCenter
Die Vorstellung der neuen Radeon RX 460 mit Polaris-11-Chip, wirft einige Fragen auf, welche AMD nicht vollständig beantwortet hat. Zwar tritt die RX 460 in die Vervollständigung der Produktreihe mit RX 470 und RX 480 ein, stellt aber nicht den Polaris-11-Chip im Vollausbau dar. Dieser verfügt über 1.024 Shader-Einheiten, die Radeon RX 460 wurde auf 896 Shader-Einheiten beschnitten. Ob AMD hier beabsichtigt, noch einen weiteren Polaris-11-Vertreter in den Markt zu entlassen, wurde nicht kommuniziert, würde aber auch bei der derzeitigen Produktstrategie keinen Sinn ergeben.

Die zweite nicht kommunizierte Besonderheit bei der RX 460 ist der Umstand, dass intern nur über acht PCI-Express-Leitungen Daten übertragen werden. Üblicherweise verfügen PCI-Express-Grafikkarten über 16 PCIe-Leitungen. Auch dieser Umstand ist nicht ohne Weiteres zu erklären, denn auch hier geht abermals Leistungspotenzial verloren, welches die RX 460 noch weiter von der nächst größeren RX 470 trennt. Wenn es AMDs Ziel gewesen ist, die 75 Watt TDP unbedingt einzuhalten und darum diese Schritte unternommen wurden, bleibt die Frage offen, warum man dann nicht gleich ein Referenzmodell mit all seinen Vorzügen präsentierte.

Eckdaten Radeon RX 480 8 GB Radeon RX 480 4 GB Radeon RX 470 AMD Radeon RX 460 AMD Radeon R7 360
Codename Polaris 10 Polaris 10 Polaris 10 Polaris 11 Bonaire
Fertigung 14 nm (FinFET) 14 nm (FinFET) 14 nm (FinFET) 14 nm (FinFET) 28 nm
Chipgröße 232 mm² 232 mm² 232 mm² 123 mm² 160 mm²
Transistoren 5,7 Mrd. 5,7 Mrd. 5,7 Mrd. 3,0 Mrd. 2,08 Mrd.
Taktrate Chip (Basis) 1.129 MHz 1.129 MHz 926 MHz 1.090 MHz N/A
Taktrate Chip (Boost) 1.266 MHz 1.266 MHz 1.206 MHz 1.200 MHz 1.050 MHz
Taktrate Speicher (MHz) 2.000 MHz (8 GB) 1.750 MHz (4 GB) 1.650 MHz 1.750 MHz 1.625 MHz
Taktrate Speicher (Mbps) 8.000 Mbps (8 GB) 7.000 Mbps (4 GB) 6.600 Mbps 7.000 Mbps 6.500 Mbps
Speicherart GDDR5 GDDR5 GDDR5 GDDR5 GDDR5
Typische Speichergröße 8.192 MB 4.096 MB 4.096 MB 4.096 / 2.048 MB 2.048 MB
Speicheranbindung 256 Bit 256 Bit 256 Bit 128 Bit 128 Bit
Shader-Recheneinheiten 2.304 2.304 2.048 896 768
Double-Precision-Leistung 1/16 SP-Leistung 1/16 SP-Leistung 1/16 SP-Leistung 1/16 SP-Leistung 1/8 SP-Leistung
L1-Cache 576 KB (16 KB pro CU) 576 KB (16 KB pro CU) 512 KB (16 KB pro CU) 224 KB (16 KB pro CU) ?
L2-Cache 2.048 KB 2.048 KB 2.048 KB 1.024 KB ?
Textur-Einheiten (TMUs) 144 144 128 56 48
Raster-Operation-Einheiten (ROP) 32 32 32 16 16
DirectX-Version DirectX 11/12 DirectX 11/12 DirectX 11/12 DirectX 11/12 DirectX 11/12
Videoprozessor ? ? ? ? UVD4
Typische Leistungsaufnahme (Herstellerangabe) 150 W 150 W 120 W 75 W N/A
Maximale Leistungsaufnahme (Herstellerangabe) N/A N/A N/A N/A 100 W


Bild: ASUS ROG Strix RX460 Gaming – AMDs Einsteiger-Grafikkarte im Test
Durch die Beschneidung der RX 460 auf 896 Shader-Einheiten verbleiben dann in der Praxis 16 ROPs und 56 Texturierungseinheiten. Bedingt durch die mögliche Taktung und das 128-Bit-Speicher-Interface, liegt die Radeon RX 460 rein rechnerisch um mehr als 50 Prozent hinter der Radeon RX 470 zurück. Bei der Speicherbandbreite erreicht man 112.000 MB/s im Vergleich zu 211.00 MB/s, die Pixelfüllrate liegt bei 19.200 MPix/s verglichen zu 38.592 MPix/s, und bei den GFLOPS erreicht man gerade einmal 2.150 verglichen zu 4.940 GFLOPS bei der RX 470.

Auf dem Papier klafft also bereits eine deutliche Leistungslücke zwischen den beiden Produkten, wobei AMD die RX 470 als 120-Watt-Grafikkarte und die RX 460 als 75-Watt-Grafikkarte klassifiziert und damit den typischen Speicherausbau der Einsteigerlösung auch bei 2.048 MByte GDDR5-Speicher sieht, statt 4.096 MB.

Der für die RX 460 2 GByte ausgerufene Listenpreis liegt bei rund 109 US-Dollar, jener der RX 470 mit 4 GByte Hauptspeicher bei 179 US-Dollar. Aufgrund des Umstandes, dass es in beiden Fällen nur Produkte der Board-Partner gibt und diese mit Sonderlösungen gestartet sind, liegen die Straßenpreise natürlich höher.