devolo dLAN 1200+ WiFi ac Starter Kit im Test

Sonstige Reviews | HT4U.net | Seite 6

Resultate und Praxiserfahrungen



Bild: devolo dLAN 1200+ WiFi ac Starter Kit im Test
Gestartet haben wir unsere Tests mit den schwersten Auflagen, eben knapp 35 Meter Kabellänge und zwei zu stemmenden Unterverteilungen. Luftlinie befanden sich die beiden dLAN-Adapter gerade einmal etwa 11 bis 12 Meter auseinander, die Distanz zwischen unseren Laborräumen und der Wohnebene, in welcher LAN- oder WLAN-Funktionalität benötigt wird und devolo-Adapter der 2009-Entwicklung schlicht in allen Disziplinen scheiterten.

Das zeigte sich im heutigen Test klar besser und verlässlicher, so weit wir uns im LAN-Betrieb inklusive Kabelanschluss befanden. Ein Abriss der Netzwerkverbindung, auch nach einem Stand-by, erfolgte nicht. Eine Internetverbindung wurde praktisch immer hergestellt, wenngleich auch nicht mit annähernd den versprochenen Datenraten, was aber schlicht der Testumgebung in diesem Falle geschuldet ist.

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Immerhin erreichten wir im Download-Bereich im Mittel fast 500 KByte pro Sekunde, im Upload mehr als 130 KByte pro Sekunde. Insbesondere bei diesen Messungen zeigte sich der Umstand, dass Mehrfachmessungen zu Steigerungen führen konnten, und im Mittel über sechs Messungen erreichten wir rund 530 KByte/s beim Download und 146 KByte/s beim Upload.

Das WLAN-Signal mit seinen beiden Antennen konnte uns in dieser Position der beiden Adapter allerdings nicht überzeugen. In manchen Fällen wurde aus lediglich fünf Metern Abstand ein Vollausschlag beim WLAN-Signal über Windows angezeigt, doch wir quälten uns mit immer wiederkehrenden Verbindungsabbrüchen. Dies ist ein Umstand, welcher leider sehr oft in Bewertungen zum Testkandidaten diskutiert wird. Eine Messung der Performance war in diesen Bereichen schlicht nicht möglich, da das WLAN-Signal viel zu oft das Netz verlor, um sich dann wieder einzuloggen.

Update 22.04.16: Zur Problematik der instabilen WLAN-Verbindung und den Verbindungsabbrüchen meldete sich ein Kollege bei uns. Er sei bei den Adaptern über eine Störanfälligkeit durch Bluetooth-Geräte gestolpert. Das könnte durchaus auch in unserem Falle möglich gewesen sein, da die Laptops jeweils Bluetooth aktiviert hatten und eine BT-Maus im Betrieb war.

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Wir haben danach in dieser aktuellen erschwerten Umgebung mit zwei Unterverteilern den Standort gewechselt, so dass lediglich noch eine Kabellänge von 20 Metern überbrückt werden musste. Das verbesserte massiv die Anfragezeiten an den Sender und die Schwankungen in den Messungen wurden deutlich geringer. Die Performance im LAN-Betrieb konnte auf etwa 700 KByte pro Sekunde gesteigert werden, was den Download betraf. Der Upload lag im Bereich von zirka 3.600 KByte pro Sekunde.

Brechen wir das auf Megabit pro Sekunde herunter, erreichen wir noch nicht im Ansatz devolos Aufdrucke auf der Packung, welche von 1.000 MBit maximal sprechen. In diesem Praxiseinsatz waren gerade einmal etwa 6 MBit pro Sekunde drin. Das wollen wir in dieser Situation ebenfalls nicht überbewerten, denn zum einen ging devolo nie von solch erschwerten Bedingungen aus, zum anderen rechnen wir weiterhin an, dass im LAN-Betrieb dennoch die Verbindung permanent gehalten werden konnte.

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Unsere Hauptkritik bleibt an diesem Punkt dann aber wieder das WLAN-Signal. Das devolo-WLAN-Netzwerk wird anhaltend und permanent als verfügbar angezeigt, ein Einloggen in selbiges funktionierte auch ohne Probleme, aber eine dauerhafte Verbindung zum Internet wurde dann leider auch hier nicht gehalten. Die erwähnten Verbindungsabbrüche blieben bestehen und wir waren nicht im Ansatz in der Lage, einen NetIO-Benchmark in dieser Konstellation durchzuführen. Aus nicht klaren Gründen wurde die Internetverbindung als vorhanden erklärt, im nächsten Moment nur noch die Netzwerkverbindung, nicht mehr aber die Internetverbindung.

Wir brachen in letzter Instanz nach vielfachen Versuchen, diesen Test durchzuführen, unsere Bemühungen ab. Die Tageszeit spielte keine Rolle, die Steckdose im Raum um 20 Meter spielte ebenfalls keine Rolle. Die Stromnetzlänge von 20 Metern (Luftlinie 2,5 Meter) blieb ein nicht zu nehmendes Hindernis, vermutlich der Technik in Verbindung mit den beiden Unterverteilern geschuldet, wobei wir uns technisch nicht so recht einen Reim darauf machen können. Denn wenn die LAN-Funktion stabil im Netzwerk unterwegs ist und das WLAN-Signal über eigene Antennen und einen Zugangspunkt zur Verfügung gestellt wird, warum sollte dieses Signal dann eben permanent den Internetzugriff verlieren? Wir wissen es nicht.

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Im letzten Schritt bewegten wir uns nun auf die optimale Distanz und die optimale Testumgebung für die devolo-Adapter zu. Maximal 10 Meter Kabellänge mit lediglich einer Unterverteilung, aber selbstverständlich einem vorschriftsmäßigen FI-Schalter. Und die erste Auffälligkeit in den Messungen war, dass in den durchgeführten Mehrfachmessungen praktisch kaum noch Unterschiede in den Ping-Signalen oder den Übertragungsraten anzutreffen waren.

Angeschlossen am 100-MBit-Router in Form des Linksys-Modells, erreichten wir dort nun die Spitzenleistungen, welcher der Router zu leisten imstande ist. Wir blickten auf rund 10.700 KByte pro Sekunde im Up- wie auch im Download, mit dem in der Testumgebung erwähnten Acer-Laptop. Dabei gilt es festzuhalten, dass diese Messungen nun erst einmal am Linksys-Router ohne Gigabit-Ethernet-Unterstützung erzielt worden sind. Sprich: Hier erlaubt der Router maximal 100 MBit pro Sekunde, was auch in den Messungen mehr oder minder ausgeschöpft wird. Das stellte ebenfalls eine gute Leistung dar, welche in jedem Heimnetzwerk mehr als ausreichend zum Streamen von Filmen oder Musik sein dürfte.

Bild: devolo dLAN 1200+ WiFi ac Starter Kit im Test
Aber wie schaut es aus, wenn eine Gigabit-Ethernet-Verbindung besteht? Das sollte das devolo dLAN 1200+ WiFi ac eigentlich deutlich beflügeln, denn auf dem Papier wird diese Geschwindigkeit unterstützt. Wir wechselten also die Anschlüsse und prüften den Datendurchsatz zuerst mit zwei unmittelbar im LAN hängenden PCs. Unser Screenshot in der Testumgebung belegt: Von den möglichen 125 MByte pro Sekunde erreichen wir immerhin 110 MByte pro Sekunde. Aber unsere Messungen mit dem devolo-Kit enttäuschten dann doch etwas. Unsere erzielten Bestleistungen im Up- und Download lagen bei knapp über 15 MByte pro Sekunde, weshalb wir den Test mehrfach wiederholt haben – auch zu verschiedenen Tageszeiten, ohne dass uns klar bessere Ergebnisse begegneten.

Unsere dann folgende Recherche im Internet ergab, dass unsere Messungen – je nach näherer Raumumgebung – überhaupt nicht mal mit schlechten Resultaten gesegnet waren. In den allerbesten Fällen gelang es den Kollegen vom TecChannel bei direkt aneinandergrenzenden Steckdosen, einen Durchsatz von rund 37 MByte pro Sekunde zu erreichen. Nach dem Überschreiten der Unterverteilung fielen die Resultate dann aber gar in Richtungen von etwa 4 MByte ab. Damit standen unsere Resultate von 15 MByte pro Sekunde in keinem schlechten Licht mehr.

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Und die angesprochenen WLAN-Schwächen? In der 10-Meter-Distanz-Testumgebung wurden auch diese klar besser. Die Verbindungsabbrüche wurden geringer, blieben aber als nerviges Problem erhalten. Im 100-Mbit-Netz erreichten wir mit dem Acer-Laptop den maximalen Durchsatz, mit dem Dell-Laptop erreichten wir bestenfalls 60 Mbit/s im Download und 50 Mbit/s im Upload. Die Schwankungen auf diesem Gerät zeigten sich dabei deutlich höher.

Der Wechsel ins GBE-System brachte mit dem Acer-Gerät dann eine Leistungssteigerung von 10.700 KByte/s auf bis zu knapp 14.000 KByte/s. Damit näherten wir uns im WLAN-Betrieb ein wenig den maximalen Performance-Werten an, wie wir sie im kabelgebundenen Betrieb erzielt hatten.

Auch hier gilt erst einmal: Fürs Surfen und Streamen sollte die erzielte Performance absolut ausreichend sein; hinderlich bleiben die bei uns angetroffenen Verbindungsabbrüche, welche wir leider nicht eliminieren konnten. Aktuell unterstellen wir, dass es schlicht an unseren Räumlichkeiten liegt.

Leistungsaufnahme



Das devolo dLAN 1200+ WiFi ac zeigte sich im Test recht genügsam. Unser Voltcraft Energy Check zeigte bei der Einrichtung der Geräte eine Leistungsaufnahme von maximal 1,9 Watt, im Stand-by-Betrieb blieb die Anzeige bei 0 Watt. Bei Datentransfers erblickten wir ein Maximum von 8,9 Watt.