Intels CPU-Generation 5 und 6: Broadwell und Skylake im Test

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DDR4-3200 – Praxiserfahrungen



Bild: Intels CPU-Generation 5 und 6: Broadwell und Skylake im Test
2014 präsentierte Intel erstmals mit seinem Sockel LGA 2011-3 DDR4-Hauptspeicher für Desktop-Systeme – wohlgemerkt für High-End-Systeme. Verdammt teuer war er zu Beginn, und etablieren konnte er sich in Ermangelung der teuren Plattformen und Prozessoren nicht. Skylake hingegen soll es richten, und in der Tat: die Preise für DDR4-Speicher sind inzwischen merklich gesunken.

Ein Aber bleibt. Intel hatte seine CPUs für LGA 2011-3 für DDR4-2133 als maximalen Speicher-Support designt, obgleich es schon in der JEDEC-Spezifikation Daten zu DDR4-3200 gab. Nun tat man bei Skylake im letzten Jahr allerdings genau das gleiche. Maximaler offizieller Support lautet auf DDR4-2133.

Bild: Intels CPU-Generation 5 und 6: Broadwell und Skylake im Test
Natürlich können die CPUs auch mehr verkraften; darauf setzen die Speicherhersteller, denn nicht umsonst gibt es auf dem Markt auch Angebote zu DDR4-2400, -2600 oder auch -3200. Bereits bei der Vorstellung von DDR4-Speicher verglichen wir die Leistungsgewinne von DDR4-2133 zu -2400 und -2666. Teils waren die Ergebnisse enttäuschend.

Für diesen Test heute hat uns G.Skill die Trident-Z-Module mit DDR3-3200-Spezifikation zur Verfügung gestellt. Im SPD-Betrieb arbeiten diese klar langsamer, und zwar nur auf DDR4-2133 mit einer CAS-Latency von 19, dafür aber mit 1,2 Volt. Schaltet man Intels XMP-Profile im BIOS zu, arbeiten die Module dann aber mit DDR4-3200 und einer CL von 16 Takten – dafür geht die Speicherspannung hoch auf 1,35 Volt.

Bild: Intels CPU-Generation 5 und 6: Broadwell und Skylake im Test
Wir picken uns nachfolgend wirklich auch nur jene Ergebnisse heraus, bei welchen was geschieht, und blenden am Ende einen Gesamtindex über alle Benchmarks ein. Man muss sich weiterhin vor Augen halten, dass die CPU-Entwicklungen eben so weit vorangeschritten und ausgeklügelt sind, dass Cache-Verhalten, Sprungvorhersagen der CPU und weitere Feinheiten dafür sorgen, dass viele Daten eben nicht mehr aus dem Hauptspeicher geholt werden müssen. So reagieren prinzipiell rein speicherlastige Benchmarks immer sehr gut, normale Desktop-Applikationen aber weniger.

TES V: Skyrim
1366 x 768 [Kein AA/16xAF]
1680 x 1050 [4xAA/16xAF]
Intel Core i7-6700K
[DDR4-3200]
127,03
87,12
Intel Core i7-6700K
[DDR4-2400]
110,08
77,36
Intel Core i7-6700K
[DDR4-2133]
102,38
74,22
Frames per Second [mehr ist besser]


Picken wir uns aus den Spielen beispielsweise Skyrim heraus, so profitiert dieser Benchmark ganz hervorrangend vom höheren Speichertakt. Auch in unserer Szene bei Assassin's Creed III kann der Takt noch etwas bewegen – die anderen Spiele-Benchmarks im Test zeigen sich hingegen vollständig gleichgültig und legen nur marginal zu.

Euler3D Benchmark
Score
Zeit
Intel Core i7-6700K
[DDR4-3200]
8,58
23,32
Intel Core i7-6700K
[DDR4-2400]
7,46
26,81
Intel Core i7-6700K
[DDR4-2133]
7,15
27,99
Punkte (Höhere Werte sind besser)


ITunes
Wave zu MP3 Konvertierung
Intel Core i7-6700K
[DDR4-3200]
37
Intel Core i7-6700K
[DDR4-2400]
38
Intel Core i7-6700K
[DDR4-2133]
39
Sekunden [weniger ist besser]


Lame
Wave to MP3 Konvertierung (mit VisualStudio erstellt)
Intel Core i7-6700K
[DDR4-3200]
36
Intel Core i7-6700K
[DDR4-2400]
36
Intel Core i7-6700K
[DDR4-2133]
37
Sekunden [weniger ist besser]


Cinebench
CPU – Alle Kerne
Intel Core i7-6700K
[DDR4-3200]
10,27
Intel Core i7-6700K
[DDR4-2400]
10,08
Intel Core i7-6700K
[DDR4-2133]
9,55
Punkte [mehr ist besser]


Blender
FlyingSquirrel
Intel Core i7-6700K
[DDR4-3200]
17
Intel Core i7-6700K
[DDR4-2400]
17
Intel Core i7-6700K
[DDR4-2133]
19
Sekunden [weniger ist besser]


WinRar
höchste Kompressionsrate
Intel Core i7-6700K
[DDR4-3200]
12
Intel Core i7-6700K
[DDR4-2400]
13
Intel Core i7-6700K
[DDR4-2133]
14
Sekunden [weniger ist besser]


In der Folge wird es allerdings dünner. Natürlich: Manche selektierte App zeigt sich im Vorteil des schnelleren Speichertaktes, aber es sind die wenigsten, weshalb der Index über alle Benchmarks dann auch eher verhalten ausfällt.

Performance-Index

Performance-Index
Alle Tests (inkl. Spiele)
Intel Core i7-6700K
[DDR4-3200]
108
Intel Core i7-6700K
[DDR4-2400]
103
Intel Core i7-6700K
[DDR4-2133]
100
Prozent
Benchmark-Übersicht ein-/ausblenden


Im Mittel blicken wir auf sieben Prozentpunkte – nicht überragend, sieht man, dass ein paar wenige Benchmarks mit knapp 30 Prozent zu Buche schlagen können. Auf der anderen Seite bleibt der Umstand, dass die DDR4-Speicherpreise auch gefallen sind – nicht auf das Niveau von DDR3, aber im Vergleich zu hochgezüchtetem OC-Speicher immerhin in überschaubare Regionen. Festhalten wollen wir aber auch, dass bereits DDR4-2400 Skylake als empfholener Speicher besser zu Gesicht gestanden hätte. Warum Intel an DDR4-2133 festhielt, bei einer neuen Plattform und neuen CPUs, ist uns aktuell nicht klar.

Negative Merkmale wie höhere Leistungsaufnahme halten sich ebenfalls in Grenzen. Wir verzeichneten mit dem DDR4-3200-Speicher von G.Skill auf 1,35 Volt Spannung eine gesteigerte Leistungsaufnahme von rund 3 Watt. Damit kann man auch leben.

Die Preise in Suchmaschinen sprechen bei 16 GB DDR4-2133 aktuell von etwa 80 bis 100 Euro. Das hier verwendete G.Skill-Memory-Set startet aktuell zu Preisen ab 107 Euro – damit also im Rahmen des Möglichen und immer auch des Enthusiasten, welcher diese durchschnittlichen sieben Prozent Mehr-Performance mitnehmen möchte.