Intels CPU-Generation 5 und 6: Broadwell und Skylake im Test

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Übertakten



Die Berichte der letzten Wochen zu Übertaktungserfolgen bei Non-K-Intel-CPUs sind praktisch schon wieder obsolet. Über die Wochen hinweg gab es Meldungen zu neuen BIOS-Versionen der Mainboard-Hersteller, welche Übertaktungen bei diesen CPUs ermöglichen sollen. Der Grund dafür: Die Taktraten der weiteren Systemkomponenten wie PCI, PCIe usw. sind nicht mehr fest an den Bustakt der CPU gekoppelt. Übertaktungen der Grundfrequenzen von anderen Bereichen führten in der Vergangenheit viel zu schnell zu Instabilitäten, so dass keine wirklichen OC-Erfolge zu erzielen waren.

Mit Skylake gab es die Änderung, allerdings waren diese Übertaktungen von Intel nicht vorgesehen. "Glücklicherweise" ist der erwähnte Fehler in den Skylake-CPUs aufgetaucht, weshalb Intel nun Micro-Updates für die CPUs via BIOS-Updates ausliefert und damit über kurz oder lang die OC-Möglichkeiten wieder eingestellt werden. Intel hat hier auch klargestellt, dass dies mit beabsichtigt war. Prozessoren, welche der Hersteller nicht für Overclocking vorsieht, sollen eben auch nicht übertaktet werden.

Festhalten muss man jedoch ebenfalls, dass der bisherige Spaß ganz klar zulasten der Energiebilanz ging, denn die BIOS-Updates mit den OC-Möglichkeiten führten dazu, dass auch im Idle-Modus die höheren Taktraten gehalten wurden. Damit waren die BIOS-Updates der Hersteller bislang auch eher nur sinnig für Anwender, welche sich wenig um Leistungsaufnahme scherten oder eben nette Screenshots von OC-Erfolgen präsentieren wollten. Status quo bleibt damit, dass das Übertakten den K-Modellen vorbehalten ist – im Falle von Broadwell den C-Modellen.

Bild: Intels CPU-Generation 5 und 6: Broadwell und Skylake im Test
Bild: Intels CPU-Generation 5 und 6: Broadwell und Skylake im Test
Bild: Intels CPU-Generation 5 und 6: Broadwell und Skylake im Test
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Intel Core i5-5675C Intel Core i7-5775C Intel Core i5-6600K Intel Core i7-6700K


Im Hinblick auf Broadwell hatte Intel bereits herausgestellt, dass man an diesem Punkt der Entwicklung vorrangig auf die Leistungsaufnahme geschaut habe. Erst mit Skylake hatte man dann auch Blick auf weitere Möglichkeiten geworfen. Damit sind die OC-Resultate der Broadwell-CPUs als eher verhalten zu bezeichnen.

Dabei gilt es zu erwähnen, dass unsere MSI-Platinen bei unserer simplen Herangehensweise automatisch die Spannungen (moderat) mit angehoben haben. Dennoch waren wir bei beiden Broadwell-CPUs nicht in der Lage, den Multiplikator stabil auf 41 zu erhöhen. Beim Core i7-5775C gab es unmittelbar nach dem Prime95-Start bereits einen Absturz, beim i5-5675C brauchte es ein wenig länger. Die Spannungen wurden beim i7 automatisch auf 1,44 V angehoben, beim i5 auf 1,36 V.

Beim Core i7-6700K lag die Spannung bei 1,368 V und wir erreichten einen Multiplikator von 45, beim i5-6600K gar einen Multiplikator von 46 bei einer Spannung von 1,336 V. In allen vier Fällen schnellte die Leistungsaufnahme allerdings sehr stark nach oben, die Geräuschkulisse des Noctua NH-12US, welche bis dato als unauffällig zu bezeichnen war, nahm sehr deutlich zu, und der Lüfter war klar wahrnehmbar, wenngleich auch noch nicht "nervend".

Beim i5-5675C stieg die Leistungsaufnahme von 127 Watt auf 151 Watt, beim i7-5775C von 131 Watt auf 174 Watt, beim i5-6600K von 104 auf 195 Watt und letztlich beim i7-6700K von 138 auf 198 Watt. Zum Vergleich: Unter Prime95 erreichte der Core i7-4790K ohne Übertaktung 203 Watt. Intel hätte also möglicherweise Potenzial, auch einen 14-nm-Prozessor mit 4,5 GHz Takt (auf allen vier Kernen) zu zeigen, die TDP müsste man dann aber von 95 Watt in Richtung 120 Watt anheben und man würde sich auf dem Level der vorangegangenen Fertigungstechnik bewegen, denn Devil's Canyon war schon über seinen Möglichkeiten im Hinblick auf die Leistungsaufnahme.