Intels CPU-Generation 5 und 6: Broadwell und Skylake im Test

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Fazit



Nicht ganz im Zeitplan, doch letztlich final, bringt Intel die Prozessoren in 14-nm-Technik auf den Weg. Dabei darf Generation 5 der Core-Familie als Pflichtdarbietung betrachtet werden, und Generation 6 soll letzten Endes die Kür darstellen.

Blickt man ausschließlich auf Benchmarks, so ist die Skylake-Vorstellung vielleicht für den einen oder anderen enttäuschend. Schaut man auf das Gesamtpaket, so wird die Sache durchaus runder. Mit weniger Takt erreicht man zumindest im Mittel einen Gleichstand zum Haswell-Refresh i7-4790K. Dafür braucht es dann allerdings deutlich weniger Energie, und somit lässt sich Skylake auch relativ leise kühlen. Dazu gibt es ein gutes Update bei den Chipsätzen. Die neuen Mainboards haben in der Regel durch die größere Anzahl vorhandener PCI-Express-Leitungen auch eine höhere Bandbreite zu bieten (Stichwort M.2 oder SATA Express).

Hinzu gesellt sich eine überarbeitete integrierte GPU, welche sich prinzipiell nicht zu verstecken braucht, allerdings auch noch nicht am Ende ihrer Ausbaustufe angelangt ist. Auf der anderen Seite muss man natürlich argumentieren, dass es für die meisten Interessenten im Desktop-Segment überhaupt keine iGPU braucht.

Bild: Intels CPU-Generation 5 und 6: Broadwell und Skylake im Test

Reden wir schon von iGPU, dann zeigen eigentlich die beiden Broadwell-Modelle der Generation 5 mit Iris Pro 6200, wohin der Weg irgendwann auch bei Skylake führen wird. Diese iGPU setzt Maßstäbe und legt die Messlatte hoch. Aber auch hier gilt: Für den Desktop-Bereich ist dies in aller Regel uninteressant. Wer sich im Bereich Sockel 1150/1151 einen i7-Prozessor dieser Schlagkraft zulegt, der setzt meist auch auf schnelle, separate Grafiklösungen. Für den Notebook-Bereich hat Intel allerdings seine Leistungsfähigkeit gezeigt.

Die nächste Ausbaustufe der integrierten Grafiklösung mit Namen GT4, welche bei Skylake noch erwartet wird, wird die Messlatte abermals höher legen und dann auch im Notebook keine separaten kleinen Grafikchips von AMD oder NVIDIA mehr erforderlich machen. Wann dies folgt, ist unklar und wurde von Intel bislang nicht kommuniziert. Fakt ist aber, dass bei Eintreffen dieser Modelle Broadwell schlicht uninteressant und dann wohl auch auslaufen wird.

Meckern müssen wir bei der Leistungsaufnahme der Top-Modelle insgesamt. Wer sich darauf verlässt, dass die angegebene TDP-Angabe zur CPU der i7-Modelle auch dem tatsächlichen Stromhunger – je nach Applikation – entspricht, der ist auf dem Holzweg. Unser Test zeigt, dass alle i7-Modelle unter hoher Last durch mathematische Berechnungen, die Intel-TDP-Angabe sprengt. Und das manches Mal heftig. Leider blieben unsere Anfragen bei Intel bislang ohne passende Erklärung zu diesem Punkt. Wir informieren, sobald uns hierzu neue Informationen vorliegen.

Preislich hat sich nicht viel getan. Die Listenpreise bei Intel für die Topmodelle sind relativ identisch. Aktuell muss man für einen i7-6700K-Prozessor zirka 350 Euro berappen, in etwa identisch liegt der Preis für den weniger gefragten i7-5775C und auch relativ gleich für den noch erhältlichen Core i7-4790K. Der i5-6600K startet um die 240 Euro, der i5-5675C liegt knapp darüber. Die Lieferprobleme bei den großen Core-6000-Modellen hat Intel inzwischen offenbar im Griff. Das bessere Bild hat im Gesamtpaket natürlich der Core i5-6600K gezeigt. Er ließ sich am einfachsten kühlen, verfügt über eine klar bessere Leistungsaufnahme und ist preislich ebenfalls klar attraktiver. Leistungstechnisch liegt er im Mittel über alle Applikationen 11 Prozent hinter dem i7-6700K zurück.

Ist dies nun teuer oder günstig? Es sind Intels Listenpreise seit Jahren, und seit Jahren hat man keine Konkurrenz auf diesem Sektor. Damit darf man allenfalls festhalten, dass ausgebliebene Preiserhöhungen lobenswert sind.

[fo & pg], 14. März 2016