KFA2 GeForce GTX 1070 EXOC im Test

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Impressionen



Bild: KFA2 GeForce GTX 1070 EXOC im Test
Entgegen üblicher "chinesischer Ware" kommt die KFA2 GeForce GTX 1070 EXOC nicht mit einem Kunststoffgehäuse bei der Lüfterabdeckung daher. KFA2 setzt hier auf ein Aluminiumkonstrukt mit schwarzer Farbbeschichtung. Vorteile für die Praxis hat dies natürlich keine, es erhöht allenfalls das Gewicht. Die beiden 80-mm-Ventilatoren verrichten dort ihren Dienst nicht minder gut, als wenn man auf ein Plastikgehäuse gesetzt hätte. Darüber hinaus bleibt ein verspielter Aufbau dieses Metall-Chassis, mit Höhen und Tiefen in der Formgebung und Auskerbungen am Ende. Auch diese sind ohne Belang.

Das Kühler-Chassis ist nicht mit der Platine verkapselt, was bedeutet, dass die angesaugte Frischluft der Lüfter nicht komplett über das I/O-Shield entweichen kann, sondern in großen Teilen durch die Metallabdeckung ins PC-Gehäuse entweicht. Das ist allerdings bei praktisch allen Board-Partner-Karten im Eigendesign so umgesetzt und darf nicht als Nachteil gedeutet werden. Eine typische ATX-Luftströmung wird schlicht vorausgesetzt (ein Lüfter zieht in der Front frische Luft ins Gehäuse, ein Lüfter am oberen, hinteren Ende des Gehäuses transportiert die erwärmte Luft dort hinaus).

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Das schwere Lüfterdesign fordert allerdings auch eine gewisse Stabilisierung. Das ist der Grund, warum KFA2 auch auf eine Backplate zurückgreift. Diese erhöht den rückwärtigen Platinenabstand zu anderen Komponenten um rund einen halben Zentimeter und hat außer der Verwindungssteifigkeit keinerlei Bedeutung. Berührungen zu Bauteilen auf dem PCB gibt es keine – damit scheidet eine Heatspreader-Option klar aus und Hitzestaus könnten entstehen. Dem wirkt der Hersteller durch Schlitze in der Backplate entgegen.

Davon sind wir prinzipiell kein Freund, denn es erfolgt schlicht eine schlechtere Kühlung der Platinenrückseite durch den typischen Lüftfluss im Gehäuse. Das alles ist selbstverständlich immer von den Umsetzungen zu Hause abbhängig. Wer einen Lüfter in der Gehäuse-Seitenwand vorhält, dürfte an diesem Punkt klar weniger Probleme erwarten dürfen, als ein Anwender, welcher lediglich einen Lüfter in der Front des Gehäuses und im Heck des Cases platziert hat.

Bild: KFA2 GeForce GTX 1070 EXOC im Test
Die Stromversorgung einer regulären GeForce GTX 1070 (Referenzdesign) wird über lediglich einen 8-Pin-Stromanschluss realisiert. Das ist grundsätzlich auch ausreichend, da die NVIDIA-Angabe zur "Maximum Board Power" auf 150 Watt lautet. Selbst wenn man dies über Tools lockern würde, stünde man damit noch immer auf der sicheren Seite. Theoretisch ist die Platine damit für eine maximale Leistungsaufnahme von 225 Watt gerüstet (75 Watt über PCI-Express-Slot, 150 Watt über 8-Pin-Stromstecker). KFA2 legt hier einen drauf und setzt auf einen 6-Pin- und einen 8-Pin-Anschluss. Damit stehen in der Theorie 300 Watt zur Verfügung. Dieses Schritts bedienen sich viele Board-Partner gerne, um maximale Übertaktungsmöglichkeiten zu suggerieren. Wer dabei aber nicht die Powerlimits von NVIDIA lockert, erreicht über diese Umsetzung lediglich ein optisches Blendwerk.

Wir dürfen vorwegschicken, dass KFA2 zu Recht diese Stromanschlüsse platziert hat. Zwar laufen keine 300 Watt bei der Leistungsaufnahme auf, doch die 225 Watt der Umsetzung in der Founders Edition würden überschritten werden. Von daher hat der Hersteller die richtige Entscheidung getroffen und steht schlicht auf der sicheren Seite.

Bild: KFA2 GeForce GTX 1070 EXOC im Test
Für Anwender, welche tatsächlich auch mit dem Multimeter tätig werden und real anliegende Spannungen prüfen, hat KFA2 bei seiner EXOC zusätzlich auch Messpunkte angebracht. Hier ist es möglich, die wichtigen Spannungen für GPU und Speicher oder PLL-Voltage abzunehmen. Problematisch sehen wir allerdings die Anordnung in Verbindung mit der Backplate, denn genau zwischen den Messpunkten ragt diese noch hinein und hat dort einen Befestigungspunkt. Zudem sind die Löcher zur Abnahme sehr großzügig gestaltet, weshalb man die Messspitzen entsprechend ausrichten muss, um Kontakt zu erhalten. Dabei gilt es natürlich darauf zu achten, dass man die Backplate nicht kontaktiert. Unglückliche Lösung, denn Massekurzschlüsse sind dabei vorprogrammiert. Das hätte KFA2 wirklich günstiger lösen können.

Bild: KFA2 GeForce GTX 1070 EXOC im Test
Über das Kühlkonstrukt haben wir bereits gesprochen. Allerdings nicht, wie KFA2 dies intern gelöst hat: Zwei Ventilatoren, ein massives Metall-Chassis und eine Backplate. Darunter verbirgt sich eine Umsetzung aus vier Heatpipes aus Kupfer, welche sich durch die kupferne Bodenplatte schlängeln, ebenso aber auch durch die Aluminiumfinnen des Radiators, welcher die Temperaturen abtransportieren soll. Die Pipes sind im typischen 6-mm-Standard gehalten. Vernickelt wurde in diesen Bereichen zwecks Optik oder Veredelung nichts.

Ob KFA2 anderweitige Veredelungen der Kupferflächen vorgenommen hat, ist uns nicht bekannt. Unveredelte Kupferflächen können im Laufe des Betriebs korrodiere, was zu einer schlechteren Wärmeableitung führt. In den vergangenen Jahren haben wir allerdings nur wenige Hersteller angetroffen, welche mit unveredelten Kupfer-Bauteilen an den Start gegangen sind.

Zum Schluss bleiben noch ein paar interne Dinge und Umsetzungen. So die interne Stromversorgung oder der zum Einsatz kommende Speicher.

Bild: KFA2 GeForce GTX 1070 EXOC im Test
Bild: KFA2 GeForce GTX 1070 EXOC im Test
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Der Speicher taktet mit schnellen 2.000 MHz – typisch für die momentan schnellsten Modelle. In diesem Falle stammen diese aus dem Hause Samsung. Die interne Stromversorgung der KFA2 GTX 1070 EXOC sieht eine Fünf-Phasen-Wandlung für die GPU und gar eine Zwei-Phasen-Wandlung für den Speicher vor. Das ist ungewöhnlich, denn schon seit einiger Zeit setzen die Hersteller ausschließlich auf eine Ein-Phasen-Wandlung beim Speicher. Sei es drum, KFA2 will mehr bieten, und ob es sich in der Praxis auszeichnet, bleibt dahingestellt.