MSI Radeon RX 470 Gaming X 4G

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Praxisverhalten



Spulenfiepen



Nerviges und ungewöhnliches Spulenfiepen können wir der Karte nicht attestieren. Das MSI-Modell verhielt sich wie erwartet. Nur bei sehr hohen Frameraten, durch welche das Fiepen provoziert werden kann, konnten wir ein störendes Spulenfiepen wahrnehmen. Wir reden hier allerdings von Bildraten, die deutlich über 500 fps liegen, bei welchen sich eine leichte Störung einstellte.

Limitierungen



Bild: MSI Radeon RX 470 Gaming X 4G
MSI nennt keinen Basistakt für seine Radeon RX 470 Gaming X. Der maximale Boost-Takt wird mit 1.242 MHz angegeben und praktisch über die gesamten Tests in dieser Höhe gehalten. Über das WattTool ausgelesen, scheint der Basistakt bei 1.019 MHz zu liegen, ist aber auf Grund des Verhaltens der Karte im Test ein irrelevanter Wert.

Die maximale Temperatur hat MSI bei 90 °C gesetzt, aber auch dies ist in der Praxis nicht anzutreffen. Die Karte arbeitet im Idle-Modus mit deaktivierten Lüftern und verursacht dabei keine Geräuschemissionen. Bei circa 52 °C schalten die beiden Ventilatoren sich zu. Der gesetzte Zielwert der Temperatur für die Lüftersteuerung liegt bei 73 °C, was bedeutet, dass die Ventilatoren beim Erreichen dieser Temperaturschwelle versuchen, diesen Wert mehr oder minder zu halten.

Darüber hinaus gibt es im Kapitel Limits natürlich auch die Power-Limitierung zu nennen, doch deren Wert konnten wir im Test nicht herausfinden. AMD nennt eine typische Leistungsaufnahme von 120 Watt unter Spielen. MSI nennt überhaupt keine Werte für die Leistungsaufnahme. Selbst übertaktet konnten wir keine Drosselung über den Treiber erkennen. Insofern waren auch keine Eingriffe in PowerTune notwendig, um die Leistung der RX 470 Gaming X zu entfesseln.

Zero Core Power



Nach wie vor stehen wir vor dem Problem, dass wir das von AMD angepriesene Feature Zero Core nicht problemlos bestätigen können. Bei Zero Core Power soll die Grafikkarte in einen Sleep-Mode wechseln, sobald der Monitor sich über Windows ausschaltet. Dann soll die Leistungsaufnahme bei maximal 3 Watt liegen.

Dummerweise sind wir bislang nur in der Lage gewesen, dieses Feature funktionell am DVI-Anschluss des Monitors zu testen und dann auch nur in Verbindung mit dem passenden Treiber. Sobald wir aber einen unserer Monitore mittels HDMI oder DisplayPort mit der Grafikkarte verbunden haben, funktioniert Zero Core Power hier nicht. Wir haben dies mit zwei unterschiedlichen Dell-Monitoren, einem BenQ-Monitor und einem Samsung-Monitor nachprüfen können und stießen immer auf die gleiche Problematik.

AMD hat bis heute nie unsere Reklamationen beantwortet bzw. Hinweise auf mögliche Fehlerquellen liefern können. Zwischenzeitlich taucht Zero Core Power in AMDs Bewerbung von neuen Grafikkarten auch nicht mehr auf und scheint kein großes Thema mehr für den Hersteller zu sein, was für uns ein Zeichen ist, dass AMD um Probleme weiß und sie nicht in den Griff bekommt. De facto wissen wir aber von einem Kollegen, welcher eine RX 480 an einem HDMI-Anschluss betreibt und Zero Core aktiv nutzen kann. Es scheint letzten Endes also an dem Zusammentreffen von Monitor, Anschluss, Grafikkarte und Treiberversion zu liegen. Zu viele Faktoren für uns, um das Feature bewerben zu können.