NVIDIA Pascal-Architektur: GeForce GTX 1060, 1070 und 1080 im Test

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Praxisverhalten



Anisotroper Filter und Spulenfiepen



Wie gewohnt haben wir auch einen Blick auf das Darstellungsverhalten der neuen Testkandidaten im Hinblick auf den anisotropen Filter geworfen. Auffälligkeiten in Form von Flimmern waren in keiner Form ungewöhnlich zu erkennen.

Auch nerviges und ungewöhnliches Spulenfiepen können wir den Karten nicht attestieren. Sie verhalten sich wie erwartet. Sehr hohe Frameraten lösen Spulenfiepen aus, wir sprechen hier allerdings von einer geringen Geräuschbelästigung und Frameraten von mindestens 500 fps oder eher darüber.

Gewohnte Verpuffungseffekte



Gleich welche der drei neuen Vertreter wir ins Testsystem stopften, Überraschungen erlebten wir erst einmal keine bei den neuen Generationen. Treiber installieren und loslegen. Gewohnt sehen wir zu Beginn natürlich den typisch hohen NVIDIA-Boost-Takt, welcher dann aber innerhalb kürzester Zeit schnell verpufft.

Unser Muster der GeForce GTX 1060 arbeitet unter erster 3D-Last mit stolzen 1.911 MHz, um dann nach kürzester Zeit lediglich 1.848 MHz auf der Uhr zu haben – es braucht keine Minute. Die GTX 1070 präsentiert sich mit einem maximalen Takt von 1.860 MHz, doch auch hier ist sehr schnell Schluss mit lustig, und teils weniger als 1.700 MHz werden präsentiert. Und die GTX 1080 setzt noch einen drauf: Unser Muster startet mit 1.885 MHz maximalem Takt, um nach kurzer Lastphase dann lediglich noch im Bereich von 1.730 MHz zu agieren. Das haben wir uns im Detail natürlich näher angeschaut.

Boost-Verhalten



Noch einmal ist klar herauszustellen, dass NVIDIA lediglich den Basistakt seiner Grafikkarten garantiert. Die Angabe zum gemittelten Boost-Takt bedeutet lediglich, dass alle verkauften Grafikkarten mit dieser GPU mindestens in der Lage sein sollten, diesen Takt auch einmal zu erreichen.

Einen wirklichen Boost-Takt gibt es also nicht. Es gibt einen maximalen Takt der GPU, welcher dann eingedrosselt wird, bis zum Maximum des Basistaktes in Normalfällen. In Sonderfällen, bei welchen Schäden drohen könnten, kann eine Drosselung bis weit unter den Basistakt erfolgen, gar zur Notabschaltung. Die regulären Drosseln im täglichen Betrieb setzt NVIDIA schlicht durch ein Limit bei der Leistungsaufnahme und zudem beim Erreichen einer maximalen Temperatur. Ist eines der beiden Limits erreicht, dann werden Takt und Spannung bei der GPU zurückgenommen.

Unsere nachfolgende Messung mancher Spiele (auf offenem Teststand, nach 10 Minuten Last) soll einen Eindruck davon vermitteln, wie sich die aktuelle GTX-1000-Reihe verhält.

GeForce GTX 1060 FE Speicherauslastung MB (max) Taktraten GPU in MHz Temperaturen in °C Drehzahlen Lüfter in RPM
DOOM 3.827 1.848 74 2.000
BioShock Infinite 1.773 1.848 73 1.966
CoD: Black Ops III 5.435 1.848 73 2.000
Dying Light 4.313 1.848 73 2.000
GTA V 3.634 1.848 75 2.000
Rise of the Tomb Raider 6.011 1.835 74 2.000
The Witcher 3 2.083 1.759 75 2.000
Assassin\'s Creed Syndicate 5.547 1.810 77 2.060
Anno 2070 1.225 1.772 78 2.080
HAWX 687 1.797 78 2.100


Die GeForce GTX 1060 als erster Chip auf Basis des GP106 zeigt sich in allen Fällen deutlich weniger anfällig für gravierende Senkungen des Taktes, sei es durch Leistungsaufnahme oder Temperatur. Das Temperaturlimit von 82 ° C wird nie erreicht. Aber auf Dauer schaffen es die höher kletternden Temperaturen dann dennoch, dass man in eine andere Gruppe der Leistungsaufnahme steigt. Obgleich NVIDIA hier nur einen gemittelten Boost-Takt von 1.709 MHz ansetzt, zeigt sich unser Muster in der Vielzahl der Dinge taktfreudiger und liegt wohl mehr oder minder bei 1.800 MHz unter Stress. Natürlich, je nach geschlossenem Gehäuse und je nach Belüftung, kann dies sich ganz klar ändern, aber wir haben selbst dort nicht einmal den Takt von 1.709 MHz angetroffen.

GeForce GTX 1070 FE Speicherauslastung MB (max) Taktraten GPU in MHz Temperaturen in °C Drehzahlen Lüfter in RPM
DOOM 3.882 1.772 79 2.070
BioShock Infinite 1.832 1.786 79 2.060
CoD: Black Ops III 7.965 1.709 79 2.080
Dying Light 4.343 1.752 80 2.090
GTA V 3.795 1.785 79 2.090
Rise of the Tomb Raider 8.067 1.734 80 2.080
The Witcher 3 5.943 1.772 81 2.090
Assassin\'s Creed Syndicate 6.759 1.709 81 2.130
Anno 2070 1.376 1.658 81 2.130
HAWX 701 1.671 81 2.130


Je nach Titel wandert die GTX 1070 als Founders Edition schon einmal eher auch an das gesetzte Temperaturlimit. Logisch, denn durch die höheren Temperaturen gibt es auch eine höhere Leistungsaufnahme und damit greift aber auch dort wieder vorrangig das Powerlimit.

Den gemittelten Boost-Takt nennt NVIDIA mit 1.683 MHz. Das dürfte für die Praxis auch ein durchaus relevanter Wert sein, welcher im Alltag anzutreffen ist.

GeForce GTX 1080 FE Speicherauslastung MB (max) Taktraten GPU in MHz Temperaturen in °C Drehzahlen Lüfter in RPM
DOOM 3.876 1.734 82 2.170
BioShock Infinite 1.687 1.708 82 2.170
CoD: Black Ops III 5.242 1.671 82 2.160
Dying Light 4.295 1.721 82 2.160
GTA V 3.599 1.721 82 2.160
Rise of the Tomb Raider 8.057 1.683 82 2.160
The Witcher 3 1.996 1.607 82 2.160
Assassin\'s Creed Syndicate 5.591 1.607 82 2.170
Anno 2070 1.227 1.607 82 2.170
HAWX 775 1.607 82 2.170


Von einem gemittelten Boost-Takt von 1.733 MHz spricht NVIDIA bei der GeForce GTX 1080. Der Basistakt liegt bei 1.607 MHz, und eben diesen sehen wir leider viel zu oft. Die Founders Edition läuft in ihr Temperaturlimit, vorrangig aber eben auch in ihr Powerlimit.

Mit werkseitigen Treibereinstellungen und in hitzigen Spielen ist man hier viel zu oft an dem Basistakt, weshalb wir den gemittelten Boost-Takt für die Praxis, in einem geschlossenen Gehäuse, als geschönt ansehen. Streng genommen gehört diese Grafikkarte nur mit ihrem Basistakt in die Benchmarks. Das haben wir dennoch nicht getan und zeigen später den gemittelten Boost-Takt, welchen Partnermodelle mit Sicherheit einhalten werden.

Allerdings muss man auch festhalten: Wenn die GTX 1080 durch ihre Limits eingebremst wird, reden wir nicht mehr von einer 180-Watt-Grafikkarte, wie NVIDIA diese ansetzt. Bei Basistakt sehen wir eher eine 160-Watt-Grafikkarte.

 

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