NVIDIA Pascal-Architektur: GeForce GTX 1060, 1070 und 1080 im Test

Grafikkarten | HT4U.net | Seite 45

Fazit



Es dauerte etwas länger, bis wir die neuen NVIDIA-Produkte der GTX-1000-Reihe präsentieren konnten. Zum heutigen Launch der GeForce GTX 1060 können wir dann letztlich nun aber einen Triple liefern und zeigen euch GeForce GTX 1060, GTX 1070 und GTX 1080 jeweils in der Founders Edition. Das Warten hat sich hoffentlich gelohnt. Starten wollen wir in der abschließenden Betrachtung erst einmal mit der Performance der neuen Grafikkarten.

Performance

Mit GeForce GTX 1080 und GTX 1070 legte NVIDIA vor, bei der GTX 1060 wartete man AMDs Vorstellung der Polaris-Architektur ab und legte da lieber in aller Ruhe nach. Blickt man auf die Auswertungen, muss man erkennen: Alles richtig gemacht! Geht man von Performance-Klassen abhängig von Monitor-Auflösungen auf, so spielt mehr oder minder keine der drei Grafikkarten in der Full-HD-Liga mit 1.920 x 1.080 Bildpunkten. Allenfalls die GTX 1060 gehört mehr oder minder als Allrounder noch in diesen Bereich. Die GTX 1070 und 1080 sind als Overkill für diese Segmente anzusehen.

Bei diesen Karten muss man mindestens im WQHD-Bereich oder im UHD-Bereich prüfen, weil dort der Einsatzzweck ausgerichtet wurde. Hatte man die GeForce GTX 980 Ti einmal mit Abstrichen für UHD/4K als sehr geeignet bezeichnet, muss man dies dann auch für die GTX 1070 aussprechen, sie schlägt die 980 Ti problemlos mit gemittelten fünf bis sechs Prozent. Doch man wird wählerischer. Abstriche sind immer Mist, und blickt man auf die GTX 1080, hat man den Eindruck, die erste Grafikkarte auf dem Markt zu erblicken, welche keine oder kaum noch Abstriche bei der Bildqualität mit sich bringt. Sie ist im Mittel rund 34 Prozent schneller unter UHD als die GTX 980 Ti und stellt damit den neuen Performance-König dar.

Bild: NVIDIA Pascal-Architektur: GeForce GTX 1060, 1070 und 1080 im Test

Die GTX 1060 wildert in der Region der Radeon RX 480. Im Vorfeld war die Rede von einer Performance der GTX 980, doch so ganz können wir das nach 21 Spieletiteln nicht bestätigen. Unter WQHD-Auflösung schlägt man die RX 480 im Mittel um acht Prozent, der GTX 980 unterliegt man aber um drei Prozent. Natürlich gibt es in beiden Fällen Benchmarks, in welche mal der eine oder der andere Kandiat die Lorbeeren vom Felde trägt. Das muss man sich aber in der einzelnen Gegenüberstellung dann genauer anschauen.

Leistungsaufnahme und Featureset

In allen drei Fällen ziehen wir gerne unseren Hut vor NVIDIAs 16-nm-Technik, vorgestellt mit der GTX-1000-Reihe. Natürlich erlaubt es deren Technik, dass die genannten 120 Watt bei der GTX 1060 oder die 150 Watt bei der 1070 wie auch die 180 Watt bei der GTX 1080 eingehalten werden. Unsere ausführlichen Messungen zeigen allerdings, dass zumindest die Modelle GTX 1060 und GTX 1070 eher noch etwas unter diesen Messungen im Mittel spielen. Wir sehen hier mehr 110- und 140-Watt-Vertreter, bei einer bereits beschriebenen überragenden Performance. Die GTX 1080 zeigt sich in unseren Messungen auch etwas besser, aber auf der gezeigten Performance in den Benchmarks knackt man die 180 Watt eigentlich fast immer. Auf ihrem Basistakt, auf welchen sie allzu gerne zurückfällt, läuft sie dann aber überwiegend nur noch mit 160 bis 170 Watt. Das ist mehr als beeindruckend, wenn man sich den 14-nm-Prozess bei AMD betrachtet, welcher mit der RX 480 präsentiert wurde, und man wird den Eindruck nicht los, dass AMD da noch nicht alles im Griff hat.

Bild: NVIDIA Pascal-Architektur: GeForce GTX 1060, 1070 und 1080 im Test
Darüber hinaus spricht NVIDIA natürlich auch Neuerungen an, welche bislang mit Geld bezahlt werden mussten. So soll das neue FastSync mehr oder minder auf Augenhöhe mit den Möglichkeiten von G-SYNC-Monitoren spielen, nur eben, dass es dazu keinen G-SYNC-Monitor benötigt. Die Option ist über den Treiber gelöst und soll später auch für Maxwell-GPUs kommen. Auf der Software-Seite gibt es dann noch Dinge wie Ansel, welches eine neue Ära an Screenshot-Optionen mit sich bringt. Das ist nicht jedermanns Sache; wer aber darauf steht, wird sich freuen. Ansel ist zudem davon abhängig, ob das Spiel es unterstützt. Diese proprietäre Vorgehensweise gefällt uns weniger.

Geräuschkulisse und Preis

Allen drei GTX-1000-Vertretern im heutigen Test bestätigen wir gerne ein sehr leises Betriebsverhalten im Idle-Betrieb. Der Radiallüfter, auf welchen das Referenzdesign (jetzt Founders Editon genannt) setzt, neigt unter Last allerdings gerne zu deutlich höherer Lautstärke. Im Normbetrieb bei GTX 1080 und GTX 1070 geht dies gerade noch so in Ordnung, ist für unseren Geschmack aber einen Tick zu laut. Die GTX 1060 liefert unter Last das beste Bild ab und zeigt sich meist sehr unauffällig. Flüsterleise ist sie dann allerdings wieder nicht.

Bild: NVIDIA Pascal-Architektur: GeForce GTX 1060, 1070 und 1080 im Test
Nach all den Lobeshymnen ist es nun sehr schwer, am Preis zu meckern. Wollen wir aber, und zwar rein aus technischer Sicht. Lässt man diese aus dem Blickfeld und sieht nur die Vorteile, so beerbt eine GTX 1070 zu Recht ohne Probleme eine GTX 980 Ti und wäre damit günstiger. Eine GTX 1080, noch einmal sehr viel schneller, wäre billiger als eine GTX Titan X, welche die GTX 1070 aber auch schlägt. Eine GTX 1060 liegt auf dem Niveau zwischen GTX 970 und GTX 980 mit Tendenzen zur 980.

Das aber bleibt: Kleinere Fertigung, bessere Kostenverteilung auf Seiten des Herstellers, günstigere Designs. Das gibt NVIDIA aber nicht weiter, sondern setzt voll auf seine Vorzüge. Die GTX 1060 basiert auf dem GP106-Chip, dem Nachfolger des GM106-Chips und damit der GTX 960. Der Preispunkt war ein anderer. Die GTX 1070 als Nachfolger der GTX 970 basiert auf dem GP104-Chip, die 970 auf dem GM104-Chip – der Preispunkt war ebenfalls ein anderer. Und Gleiches gilt natürlich für die GTX 1080, welche auch auf dem GP104-Chip aufsetzt und damit prinzipiell die Nachfolge der GTX 980 antritt. Auch hier passt der Preispunkt nicht, vielmehr orientiert man sich am deutlich teueren GM-100-Chip in Form der GTX 980 Ti.

Wer eine GTX 1060 FE sein Eigen nennen will, muss 319 Euro einkalkulieren. Board-Partner-Modelle, welche heute auch starten sollen, sollen angeblich zu Preisen ab 279 Euro erhältlich sein. Die GTX 1070 Founders Edition besitzt eine Preisempfehlung von 499 Euro, und Board-Partner-Produkte sollen ab 419 Euro zu haben sein. Für das Schlachtschiff als FE-Version will NVIDIA satte 789 Euro, Partnerkarten besitzen die UVP von 665 Euro. Diese Angebote der 1070 und 1080 gibt es in der Form allerdings noch nicht.

Im Ergebnis also: Toller Job, aber schlechter bis durchwachsener Preis, ausgehend von der Vorgängergeneration. Zur GeForce GTX 1060 erreichte uns soeben auch noch die Bestätigung, dass tatsächlich die Boardpartnerkarten diverser Hersteller heute in den Verkauf gehen. Die Preise starten, wie erwähnt bei 279 Euro. Die Founders Edition wird es ausschließlich im NVIDIA Store geben.


[ls & pg], 19. Juli 2016



 

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