NVIDIA Pascal-Architektur: GeForce GTX 1060, 1070 und 1080 im Test

Grafikkarten | HT4U.net | Seite 7

GPU-Boost 3.0, FastSync und Ansel



Bild: NVIDIA Pascal-Architektur: GeForce GTX 1060, 1070 und 1080 im Test
NVIDIAs GeForce-GTX-1000-Reihe setzt inzwischen auf GPU-Boost 3.0 auf. Dabei hat der Hersteller nun die Spannungsstufen bei den einzelnen Taktstufen verbessert. Für die Übertakter mag sich das im ersten Schritt gut anhören, weil schlicht Detail-Anpassungen möglich sind. Böse Zungen wiederum behaupten, dass NVIDIA damit nur einen vorherrschenden Fehler in GPU-Boost 2.0 beseitigt habe. In manchen Fällen – das können wir mit einem Testmuster der HerculeZ GTX 970 bestätigen – kam es zu unerwarteten Abstürzen in manchen Spielen, welche sich erst beseitigen ließen, nachdem wir händisch den Boost-Takt gesenkt hatten. Ganz offensichtlich reichte der Grafikkarte an dieser Stelle die zur Verfügung gestellte Spannung nicht aus. NVIDIA spricht bei den Änderungen allerdings eher davon, dass man verschenktes Übertaktungspotential bei GPU Boost 2.0 nun ausschöpft.

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Allerdings bietet NIVIDIA darüber hinaus unbedarften Übertaktern eine weitere Option. Tools wie beispielsweise EVGAs Precision X starten zur GTX-1000-Reihe mit einem Automechanismus, um die bestmöglichen OC-Taktraten zu erkennen. Das soll zur Folge haben, dass das Tool eben die besten Spannungen zu jeder Taktstufe findet und diese korrekt setzt. Ein Zurück soll natürlich ebenfalls möglich sein. In der Praxis haben wir es nicht ausgetestet, schlicht weil wir persönlich von solchen Autotools nichts halten, sei es bei CPUs oder bei Mainboards. Doch für den Laien könnte es interessant werden, je nachdem wie gut NVIDIA und EVGA das umsetzen. Es darf erwartet werden, dass andere Tool-Entwickler wie beispielsweise Unwinder (MSI Afterburner) hier nachziehen werden.

FastSync

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Eine weitere Software-seitige Umsetzung soll FastSync darstellen, welche aktuell im Treiber für die Pascal-Grafikkarten geboten wird, in der Zukunft aber auch für Maxwell zur Verfügung stehen soll. FastSync soll dabei wie NVIDIAs G-SYNC (entsprechende Monitore vorausgesetzt) die Vorteile von G-SYNC und V-Sync vereinen, aber weniger Latenzprobleme als V-Sync mit sich bringen und auf dem Niveau von G-SYNC agieren. Da stellt sich natürlich die Frage, wie gut das System in Software wirklich funktioniert und ob es dann letzten Endes G-SYNC-Monitore noch braucht.

Als kleiner Nachteil arbeitet die Grafikkarte damit natürlich auch unter Spielen mit hohen fps-Raten meist am Anschlag, kann also potenziell lauter werden, als es notwendig wäre, und wird definitiv mehr Leistungsaufnahme fordern, wie wir sie später im Mittel darstellen werden. Wie viel besser sich FastSync gegenüber G-SYNC darstellen kann, das können wir momentan noch nicht ausweisen. Fakt bleibt, dass NVIDIA das Feature auf einem Level mit nur gewissen Abstrichen zu G-SYNC zeigt. Allerdings möchte man nach eigenen Aussagen die neue Treiberoption so verstanden haben, dass sie in Ergänzung zu G-Sync existiert und sich an Spiele-Titel richtet, welche welche von Hause aus hohe FPS-Raten liefern können, G-Sync hingegen an Titel welche von Hause aus eher niedrige Frame-Raten liefern.

Ansel

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Eine weitere Software-seitige Änderung ist Ansel. Sie setzt ebenfalls nur auf NVIDIAs Programm und Treiber auf und setzt zudem voraus, dass das Spiel Ansel auf der Software-Seite unterstützt. Über Ansel lassen sich dann deutlich bessere Sreenshots erzeugen, gar auch aus verschiedenen Perspektiven über eine frei bewegliche, virtuelle Kamera. Was viele jetzt und an diesem Punkt verwundern mag, mag andere wiederum verzaubern, weil sie genau auf eine solche Möglichekeit gewartet haben und es sie bislang nie gab.

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Dabei bietet Ansel unter anderem auch eine freie Kamera, welche es ermöglicht, Screenshots aus verschiedenen Blickpunkten im Spiel zu erstellen. Einiges an Entwicklunsarbeit hat NVIDIA hier investiert, einiges an Überzeugungsarbeit gegenüber den Spieleherstellern sicherlich auch, damit dies dann auch in den Games umgesetzt wird. Inwieweit es sich durchsetzen wird, bleibt aktuell noch offen. Erst vor wenigen Tagen ging Ansel offiziell an den Start. Die offizielle Liste unterstützter NVIDIA-Grafikkarten findet sich hier.

Neue SLI-Brücken – bye,bye SLI?



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Mit den Pascal-Grafikkarten hat NVIDIA auch neue SLI-Brücken eingeführt, welche beide SLI-Anschlüsse der Grafikkarte verwenden und damit auf eine höhere Bandbreite kommen sollen, was laut Hersteller Vorteile ab 4K-Auflösungen mit sich bringen soll. Pin-Kompatibel sind allerdings weiterhin die alten Brücken, welche somit ebenfalls verwendet werden können. Dabei erklärt NVIDIA, dass die alten Brücken meist nur für eine Taktfrequenz bis 400 MHz ausgelegt waren, die neuen für Frequenzen von 650 MHz. Von daher nennt NVIDIA die neuen Brücken auch HB Bridges (High Bandwith Bridges). Das bedeutet aber auch, dass ältere Grafikkarten von den neuen, relativ teuren Brücken, nicht profitieren werden. Von teuer sprechen wir darum, weil NVIDIA den Preis mit zirka 40 US-Dollar nennt. Es ist damit schwer vorstellbar, dass Partner diese Brücken kostenlos den Mainboards oder Grafikkarten beilegen werden.

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Doch ein wenig scheint NVIDIA mit dem Thema SLI auch abgeschlossen zu haben. Grund dafür scheint zu sein, dass immer weniger Spielehersteller sich auf den Support von Multi-GPU-Grafikkarten konzentrieren und in einigen Titeln damit praktisch überhaupt kein Profit für SLI oder AMDs CrossFire geboten wird.

Das ist dann vermutlich auch der Grund, weshalb NVIDIA prinzipiell bei Pascal nur die Unterstützung von zwei Grafikkarten im SLI-Betrieb von Hause aus unterstützt. Darauf sind dann eben auch nur die Brücken und der Treiber ausgelegt. Laut Hersteller wäre 3-fach- oder 4-fach-SLI weiterhin möglich, allerdings nicht ohne händische Eingriffe. Anwender, welche diese Funktion nutzen möchten, müssen sich an NVIDIA wenden und erhalten dann einen angepassten Registry-Schlüssel, welcher installiert werden muss.

 

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