30 Intel-Prozessoren von Sandy Bridge bis Kaby Lake im Test

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Übertakten



Wir beschränken uns beim Übertakten aktuell natürlich auf unsere drei Testvertreter der Kaby-Lake-Reihe, denn zu den anderen CPUs der vorangegangenen Generationen hatten wir in den jeweiligen Launch-Tests bereits zur Thematik Stellung bezogen.

Während Intel bei seinen Top-Prozessoren oder besser gesagt Server-Ablegern auf Sockel 2011(-3) auch weiterhin den Heatspreader der CPU mit den Kernen verlötet und damit eine klar bessere Wärmeableitung erzielt, setzt man bei den üblichen Desktop-Prozessoren lediglich auf die Verwendung von Wärmeleitpaste zwischen CPU-Kernen und Heatspreader. Über diese eher durchschnittliche Wärmeleitpaste klagen die Enthusiasten und die Übertakter schon seit Jahren. Denn insbesondere unter Spannungszugabe und höheren Taktraten gehen die Temperaturen sehr schnell in kritische Bereiche jenseits von 90 °C.

Darum ist bei den Extrem-Tweakern zwischenzeitlich auch das "Köpfen" von CPUs in Mode gekommen. In diesem Falle wird der Heatspreader des Prozessors entfernt und die Wärmeleitpaste gegen bessere ersetzt. Das führt in der Praxis zu deutlichen Temperaturabsenkungen und klar besseren Übertaktungsresultaten. Zwischenzeitlich gibt es auf dem Markt gar passende Werkzeuge, welche dabei behilflich sind, den Heatspreader abzunehmen.

Selbstverständlich haben wir die Prozessoren nicht geköpft und betrachten unsere Resultate damit vollständig ungeschönt.

Bild: 30 Intel-Prozessoren von Sandy Bridge bis Kaby Lake im Test
Alle drei CPU-Modelle – den i3-7350K, den i5-7600K und den i7-7700K – haben wir manuell per Multiplikator schlicht auf 4.900 MHz übertaktet. Dabei haben wir manuell keine Eingriffe in die Power-Settings vorgenommen, ebenfalls keine in die Spannungen der Prozessoren.

Der Core i3-7350K arbeitete bei 4.900 MHz bei einer Temperatur von maximal 91 °C, die Leistungsaufnahme der CPU stieg von knapp 60 Watt auf 81,5 Watt an. Die Spannung lag bei 1,15 Volt. Wir konnten kein Throttling oder ähnliche Schutzmaßnahmen des Systems beobachten.

Der Core i5-7600K schnellte bei 4.900 MHz auf eine Leistungsaufnahme von 115 Watt, und das, obgleich der Prozessor ein Spannungs-Derating vom Feinsten betrieb. Denn bei den hohen Temperaturen konnte man die maximale CPU-Spannung von 1,27 Volt auf 1,107 Volt gar reduzieren. Regulär gibt die Test-CPU sich aber mit rund 68 Watt zufrieden. Die maximal ermittelte Temperatur lag bei satten 93 °C.

Der Core i7-7700K verleibte sich bei 4.900 MHz 134,5 Watt ein – über 30 Watt mehr, als regulär beansprucht werden. Die Spannung unter Prime-Last lag dabei bei 1,214 Volt und die maximale Temperatur bei 94 °C.

Letzten Endes muss man aber festhalten, dass Prime 95 als Stabilitäts-Tool und Volllastszenario natürlich nicht mit Spielen, Rendering oder Video-Encoding vergleichbar ist – eben den üblichen Last-Applikationen, mit welchen ein Prozessor in der Praxis konfrontiert wird. Damit trifft man in der Praxis auch beim Übertakten diese sehr hohen Temperaturen vermutlich eher selten an. Damit rechnen muss man aber in jedem Fall, wenn man an der Taktschraube dreht. Insbesondere dann, wenn man auch die Spannungen noch erhöht. Dann könnte man sich dauerhaft in kritischen Regionen bewegen.