AMD Ryzen 5 - R5 1600X und R5 1500X im Test

Prozessoren | HT4U.net | Seite 31

Fazit



Etwas frustriert waren wir schon, als wir festestellen mussten, dass unsere bisher aufgezeichneten und selbst die kurz zuvor aufgenommenen Benchmarks auf Ryzen mit X370-Chipsatz unbrauchbar waren und komplett auf neuem Mainboard und aktueller BIOS-Version wiederholt werden mussten. Letztlich sind wir aber von den Resultaten durchaus sehr positiv angetan. Der Abstand zu Intel schmilzt um ein weiteres Mal. Weitere dauerhafte Optimierungen stehen noch aus, und zwar in der Form der Core-Parking-Optimierungen, so dass das Umschalten in den Windows-Optionen von "Ausbalanciert" auf "Höchstleistung" nicht mehr erforderlich wird. Darüber hinaus benötigt es dann aktuell wirklich nur noch Anpassungen auf Seiten der Spielehersteller, damit die Spiele auf Ryzen eben mit bester Leistung arbeiten werden.

Bild: AMD Ryzen 5 – R5 1600X und R5 1500X im Test

Das aktuelle AMD-Ryzen-Produktportfolio hat bereits eine relativ große Auswahl zu bieten, die kommenden Ryzen-3-Modelle werden es dann vervollständigen. Dennoch hat der Anwender bereits jetzt die Qual der Wahl und muss anhand seiner eigenen Applikationen ausmachen, wieviel CPU-Kerne er denn tatsächlich benötigt. Wer oft mit vielen Programmen gleichzeitig arbeitet oder eben auf Applikationen setzt, welche gut parallelisiert sind, der muss entscheiden, ob er zu einem Ryzen 7 Acht-Kern-Modell oder einem Ryzen 5 Sechs-Kern-Modell greift. Wer die Leistung nicht braucht, kommt auch mit den kleineren Ryzen 5 Vier-Kern-Modellen gut zurecht.

Die Gegner von Ryzen 5 1600X und Ryzen 5 1500X hat AMD sich im Intel-Lager gut gewählt. Als Kontrahenten für das 6-Kern-Modell sieht AMD den Intel Core i5-7600K, welchen man im Mittel aller Benchmarks um rund 12 Prozent schlägt, dafür aber im Preis auch um etwa 40 Euro höher liegt, dafür aber mehr Rechenwerke bietet. Der Gegener von Ryzen 5 1500X soll Intels Core i5-7500 sein, welcher im Mittel aller Test um vier Prozent geschlagen wird und rund 10 Euro günstiger ist. Dafür bietet der i5-7500 praktisch keine Übertaktungsoptionen. Dazu bietet AMD mit seinem Wraith-Kühler-Modell den besseren boxed-Kühler ab Werk. Bei den Hauptplatinen liegt man preislich in etwa gleich auf. Geeignete Untersätze für beide Prozessoren mit etwas Ausstattung gibt es in beiden Lagern ab rund 70 Euro.

Wie schon beim Ryzen 7 sind es aber nicht immer die Top-Modelle, welche den besten Mittelweg bieten. Dort zeigte sich beispielsweise der Ryzen 7 1700 als beste Alternative, insbesondere wenn man selbst noch etwas Mehr-Leistung freikitzeln will. Bei Ryzen 5 fehlen uns in der Vorstellung noch der R5-1600 und der R5-1400. Deren Daten wollen wir nachliefern, sobald AMD uns die neuen Testkits vorgelegt hat.

[pg & fo], 19. April 2017