AMD Ryzen 5 - R5 1600X und R5 1500X im Test

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Technische Betrachtung


Gegenüberstellung der Prozessoren



Eine komplette Architektur-Betrachtung der neuen AMD-Zen-Generation haben wir bereits hier präsentiert. Wir beschränken uns damit heute auf die Betrachtung der neuen Ryzen-5-Modelle und deren Besonderheiten.

Ryzen 7 1800X Ryzen 7 1700X Ryzen 7 1700 Ryzen 5 1600X Ryzen 5 1600 Ryzen 5 1500X Ryzen 5 1400
Codename Summit Ridge Summit Ridge Summit Ridge Summit Ridge Summit Ridge Summit Ridge Summit Ridge
Fertigung 14 nm FinFet 14 nm FinFet 14 nm FinFet 14 nm FinFet 14 nm FinFet 14 nm FinFet 14 nm FinFet
CCX-Module 2 2 2 2 2 2 2
Kerne 8 (4+4) 8 (4+4) 8 (4+4) 6 (3+3) 6 (3+3) 4 (2+2) 4 (2+2)
SMT ja ja ja ja ja ja ja
L2-Cache 4 MByte (8 x 512 KB) 4 MByte (8 x 512 KB) 4 MByte (8 x 512 KB) 3 MByte (6 x 512 KB) 3 MByte (6 x 512 KB) 2 MByte (4 x 512 KB) 2 MByte (4 x 512 KB)
L3-Cache 16 MByte 16 MByte 16 MByte 16 MByte 16 MByte 16 MByte 8 MByte
Basistakt 3,6 GHz 3,4 GHz 3,0 GHz 3,6 GHz 3,2 GHz 3,5 GHz 3,2 GHz
Boost > 2 Kerne 3,7 GHz 3,5 GHz 3,2 GHz 3,7 GHz 3,4 GHz 3,6 GHz 3,2 GHz
Boost 2 Kerne 4,0 GHz 3,8 GHz 3,7 GHz 4,0 GHz 3,6 GHz 3,7 GHz 3,4 GHz
XFR 4,10 GHz 3,90 GHz 3,75 GHz 4,10 GHz 3,70 GHz 3,90 GHz 3,45 GHz
Speicherkanäle 2 (Dual-Channel) 2 (Dual-Channel) 2 (Dual-Channel) 2 (Dual-Channel) 2 (Dual-Channel) 2 (Dual-Channel) 2 (Dual-Channel)
Speichergeschwindigkeit max. DDR4-2666 DDR4-2666 DDR4-2666 DDR4-2666 DDR4-2666 DDR4-2666 DDR4-2666
TDP 95 Watt 95 Watt 65 Watt 95 Watt 65 Watt 65 Watt 65 Watt
Unlocked ja ja ja ja ja ja ja
Vorstellung Quartal 1, 2017 Quartal 1, 2017 Quartal 1, 2017 Quartal 2, 2017 Quartal 2, 2017 Quartal 2, 2017 Quartal 2, 2017
Preise (Stand 16. April 2017) ab 509  Euro ab 389 Euro ab 335 Euro ab 274 Euro ab 232 Euro ab 204 Euro ab 181 Euro


Allen Ryzen-Modellen aktuell, ob Ryzen 7 oder Ryzen 5, ist wohl eines gemein: AMD setzt prinzipiell auf zwei CCX-Module (Core-Complex). Die Gründe dafür dürften möglicherweise den Cache-Größen geschuldet sein, denn hier unterscheiden sich die Prozessoren in den Details. Will AMD 16 MByte L3-Cache präsentieren, ist es möglich, dass zwei dieser Module Pflicht sind.

Bild: AMD Ryzen 5 – R5 1600X und R5 1500X im Test
Aktuell gibt es erste Hinweise über BIOS-Tweaks, dass lediglich ein Modul, welches bis zu maximal vier CPU-Kerne beherbergt, schneller zu Werke geht, als die Kombination "2 + 2", was dann wiederum der internen Datenübertragung geschuldet sein sollte. In der Theorie absolut plausibel, denn es gibt einen weiteren Flaschenhals bei der Kommunikation.

Wirtschaftlich betrachtet, ist das aktuelle Vorgehen von AMD aber weniger profitabel, denn man muss für den Massenmarkt eben zwei dieser Module einsetzen, obgleich eines durchaus ausreichend wäre. Wenn jedoch der Hersteller eine hinreichend schlechte Ausbeute bei seiner Produktion hätte und eine Deaktivierung defekter Kerne damit eine Weiterverwendung ermöglichen würde, dann kann daraus, zumindest für einen beschränkten Zeitraum, ein Schuh werden. AMD hat dies bereits selbst erkannt, und so werden laut dem Flüstern im Gerüchtewald im weiteren Jahresverlauf noch Modelle mit einem einzigen CCX-Cluster folgen.

Neue BIOS-Versionen und das Zauberwort AGESA 1004a



Bild: AMD Ryzen 5 – R5 1600X und R5 1500X im Test
R7-1800X Latenzen zum Launch
BIOS-Updates gab es seit dem Ryzen-Start reichlich. Jenes zur Vorstellung der Ryzen-5-Modelle stellt aber nach der Launch-Version zu Ryzen 7 das wesentlichste dar. Das ist mit ein Grund, warum AMD dringend empfohlen hat, unbedingt ein B350-Mainboard zu verwenden, da man die entsprechenden AGESA-1004a-Updates bislang nur dort umgesetzt habe.

Bei einem AGESA-Update werden üblicherweise Teile des Microcodes des Prozessors aktualisiert, was zur Fehlerbeseitigung (Stichwort FMA3) führen kann, aber eben auch Optimierungen verspricht. Erinnern wir uns beispielsweise an Berichte zu Initialisierungszeiten der Systeme. Teils dauerte es über 30 Sekunden, bis überhaupt eine Systeminitialisierung stattfand und eine erste Reaktion der UEFI-Firmware des Systems erfolgte. Oder denken wir an die schlechten Cache-/Speicherlatenzen, welche beim Start von Ryzen 7 gerügt wurden. Genau an diesen Stellen setzt unter anderem das Update auf AGESA 1004a an.

Bild: AMD Ryzen 5 – R5 1600X und R5 1500X im Test
R7-1800X-Latenzen mit AGESA 1004a
Wir haben die Latenzen und Durchsätze natürlich nach dem BIOS-Update erneut überprüft und dürfen feststellen, dass hier klare Optimierungen erfolgt sind. Insbesondere bei der Übertragung von größeren Dateien stellt sich eine deutliche Besserung ein. Doch auch die angesprochenen langen Start-/Initialisierungszeiten des Systems sind Schnee von gestern. Das Gigabyte-Mainboard mit B350-Chipsatz initialisiert sich mehr oder minder sofort. Ein weiterer Fehler scheint also der Vergangenheit anzugehören.

Bild: AMD Ryzen 5 – R5 1600X und R5 1500X im Test
Abermals haben wir – wie schon bei letzten BIOS-Updates – Änderungen bei der Lüfterregelkurve erkennen dürfen. Dies ist wichtig für AMDs XFR-Funktion, welche bei Single-Threaded-Last mehr Takt auf einem Kern bieten kann, jedoch auch temperaturabhängig ist. Und wo wir gerade über Temperaturen sprechen: Die höheren Offsets für R7 1800X, 1700X und R7 1600X werden nun in den Tools korrigiert angezeigt. Allerdings hat AMD das Offset nicht zurückgenommen, sondern eben nur über einen zweiten Wert korrigiert. Während AMDs überarbeitetes "Ryzen Master Tool" dann nun nur noch den korrigierten Wert anzeigt, sind andere Tools wie beispielsweise HWiNFO64 in der Lage, beide Werte anzuzeigen – jenen mit Offsetz-Zuschlag von 20 °C und jenen, bei dem diese 20 °C subtrahiert werden.

Zum Thema CPU-Temperatur wollen wir allerdings später noch einmal ein paar Worte verlieren.