AMD Ryzen 5 - R5 1600X und R5 1500X im Test

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Praxistests


Speicher-Support



Speichertakt und Controller-Support

Beim Speicher-Support muss man schlicht auf die Eckdaten des Speicher-Controllers schauen. Im Vorfeld gab es viele Gerüchte über den unterstützten Speichertakt, offiziell ist nun in Shops die Rede von DDR4-2667-Speicher. Doch es ist eben Vorsicht geboten, denn je nach Organisation des Speichermoduls kann es geschehen, dass der Speicher-Controller maximal DDR4-1866 unterstützt.

Speicherbetrieb Menge Speichermodule Organisation Maximaler Takt nach Spezifikation
Dual-Channel-Modus 4 Dual Rank DDR4-1866
Dual-Channel-Modus 4 Single Rank DDR4-2133
Dual-Channel-Modus 2 Dual Rank DDR4-2400
Dual-Channel-Modus 2 Single Rank DDR4-2667


Wir reden von unterschiedlichen Organisationen der Module, und an diesem Punkt wird es schwierig, denn AMD spricht von Single- und Dual-Rank-Organisation. Gleichzeitig führt man als weiteres Kriterium die Anzahl der im System verbauten Module ins Feld. Das Maximum von DDR4-2666, das der in der CPU integrierte Speicher-Controller stemmen kann, liegt bei zwei Modulen (Single-Rank-organisiert). Das Maximum, das man mit zwei Modulen in Dual-Rank-Organisation stemmen kann, liegt nach AMD-Angaben und -Spezifikationen bei DDR4-2400. Bestückt man sein System hingegen mit vier Speicherriegeln, wird es eben sehr eng. Single-Rank-organisiert verbleibt DDR4-2133, Dual-Rank-organisiert hingegen nur noch DDR4-1866.

Das Problem: Der Endkunde weiß bei der Anschaffung absolut nicht, wie die Module organisiert sind. Er kann es auch nur in den wenigsten Fällen herausfinden, denn in Angeboten von Online-Shops gibt es die Angaben in aller Regel nicht, und in den Datenblättern zu Speichermodulen finden sie sich ebenfalls nur selten. Selbst unsere Anfrage an G.Skill, wie ein Modul-Set organisiert ist, welche zum Zeitpunkt dieses Artikels fünf Tage zurücklag, wurde nicht rechtzeitig beantwortet. Schöne Welt.

Zum Start von Ryzen 5 hat AMD Speichermodule von GeIL der Spezifikation DDR4-3200 mitgeliefert und darauf hingewiesen, dass auf allen verschickten Test-Motherboards mit B350-Chipsatz mindestens DDR4-2933-Takt funktionieren sollte. Es gab sogar für jedes Mainboard passende Anleitungen, wie man vorgehen muss, um DDR4-2933 oder im anderen Fall DDR4-3200 an den Start zu bekommen.

Das stimmt uns weniger zuversichtlich, denn das Problem bleibt, dass es Informationen für die Endkunden braucht, welche Speichermodule mit welchen Taktraten tatsächlich auf Ryzen betrieben werden können. So sind an dieser Stelle die Speicherhersteller gefragt, welche Auskunft geben müssen, ob ihre Module Single- oder Dual-Rank-organisiert sind (Vergleich Dual-Rank vs. Single-Rank), zum anderen sind die Mainboard-Hersteller gefragt, welche passende Kompatibilitätslisten für ihre Platinen zum Speicher präsentieren müssen. Doch auf deren Seite wird man sich vermutlich allenfalls an den Controller-Vorgaben orientieren – also maximal bis DDR4-2667 validieren. Höhere Taktraten werden dann ins Kapitel "Tweaking und Übertakten" fallen und das Risiko des Endkunden darstellen.

Aus diesem Grund haben wir für den heutigen Test auch alle Ryzen-CPUs "lediglich" mit DDR4-2667-Takt vermessen.