AMDs Comeback - Ryzen 7 1800X im Test

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Alltagseinsatz und Speicherkompatibilität



Alltagseinsatz

Wir müssen an dieser Stelle vorwegschicken, dass wir Ryzen erst sehr spät erhielten. Drei Tage vor dem offiziellen Marktstart gab es dann für die von AMD verschickten Mainboards noch BIOS-Updates, welche ganz offensichtlich viele Probleme im Vorfeld lösten. Wir dürfen für unsere Tests festhalten, dass wir keinen ungewöhnlichen Absturz oder Instabilitäten erlebten. Vielmehr waren wir überrascht, wie rund und "geschmeidig" das Ryzen-System funktionierte. Da hatten wir mehr Kinderkrankheiten erwartet.

Bild: AMDs Comeback – Ryzen 7 1800X im Test
Einen Absturz provozierten wir durch zu hohe Werte beim Übertakten, einen System-Freeze erreichten wir über das Ryzen-Master-Tool. Einen kompletten Systemstopp erzielten wir, als wir im BIOS die Speichererkennung der Corsair-Module auf XMP-Einstellungen setzten. Das ließ sich nur noch durch einen BIOS-Reset beheben. In Mafia III beobachteten wir immer wieder einmal ein ungewöhnliches Verhalten. Einmal hatten wir einen Bildschirmausschnitt, in welchem nur noch Matsch zu sehen war, während drumherum die Grafik gestochen scharf war. Ein anderes Mal brachen aus ungeklärten Gründen die Frameraten um über 50 Prozent ein, um dann wieder anzusteigen und wieder einzubrechen. Reproduzierbar war das allerdings nicht, so dass wir auf ein Problem zwischen Software und krachneuer Hardware tippen.

Natürlich: Nach circa sieben Tagen Arbeiten auf einer Plattform kann man kein allgemeingültiges Endurteil ziehen, aber durch die Vielfalt an Programmen, mit welchen wir gearbeitet haben, von Office 365 über die Adobe Creative Master Suite CS6 bis hin zu all den gängigen Programmen im Testfeld und den Spielen, bekommt man doch zumindest klare Anzeichnen dafür, ob ein System rund läuft oder eben nicht. Und das System lief rund. Das gilt im Übrigen ebenfalls für die zweite Hauptplatine ASUS Prime X370-Pro, welche wir auch im Einsatz und zuvor mit einem frischen BIOS gefüttert hatten.

Speicherkompatibilität

Nach dem Studieren der AMD-Dokumente hätten wir eigentlich auch hier mit Schlimmerem gerechnet, doch das blieb aus. Neben dem erwähnten Umstand zuvor, dass die Aktivierung von XMP-Profilen im BIOS beim Corsair-Speicher zu einer Endlos-Boot-Schleife führte (Speicher wurde auf DDR4-3000 gesetzt), trafen wir eigentlich weniger Probleme an. Wir bemerkten, dass die XMP-Auswahl auch bei G.Skill nicht ganz so verlässlich funktionierte und die dortigen Werte nicht 1:1 umgesetzt wurden. Zwischenzeitlich wissen wir mittels BIOS-Files aber, dass hier ein grundsätzliches Problem vorlag, nachdem Ryzen die XMP-Profile noch nicht unterstützte und neue BIOS-Versionen hier wiederum Abhilfe schaffen wollen. Entsprechende Tests haben wir aber noch nicht angestellt.

Speicher-Kit DDR4-1866 DDR4-2133 DDR4-2400 DDR4-2666 DDR4-3200 DDR4-3600
Corsair Vengeance DDR4-3000 (LPX CMK-16GX4M2B300C15) ok ok ok ok - -
Crucial Ballistix DDR4-2400 (BL S8GD240FSC) ok ok ok - - -
G.Skill Trident Z DDR4-3600 (F4-3600C16D – 16GTZ) ok ok ok ok ok -
G.Skill Trident Z DDR4-3200 (F4-3200C16D – 16GTZB) ok ok ok ok - -
G.Skill Trident Z DDR4-3200 und DDR4.3600 SPD-Betrieb ok - - - - -


Auch hier braucht es definitiv noch einmal Nachtests, eben wegen der neuen BIOS-Versionen und des Verhaltens mit den AMD-Speicherprofilen. Da es entsprechende BIOS-Updates aber bereits gibt, ist es ein klares Zeichen dafür, dass an dieser Baustelle gearbeitet wird.

Wir müssen dennoch auf unsere Ausführungen im Technikteil und die vom Speicher-Controller offiziell unterstützten Taktraten hinweisen. Ryzen ist hier durchaus kritisch, was die Speicherbestückung angeht, und unsere Tests decken natürlich nicht das breite Spektrum an Speichermodulen auf DDR4-Basis auf dem Markt ab. Auch bleibt es eben sehr schwer für den Anwender, herauszufinden, welche Module nun Single- oder Dual-Rank-organisiert sind, denn das ist das ganz wichtige Zünglein an der Waage.

Nach unseren Testerfahrungen scheinen unsere Testmodule, bis auf das Corsair-Kit, Single-Rank-organisiert zu sein. Aber nicht einmal G.Skill hat bislang unsere diesbezügliche Anfrage beantwortet. Für die Speicherspezialisten erschließt sich hier gleich ein neuer Markt, denn nun kann man für AMDs Ryzen-CPUs gleich separate neue Speicherserien auflegen.