AMDs Comeback - Ryzen 7 1800X im Test

Prozessoren | HT4U.net | Seite 19

Übertakten



Bild: AMDs Comeback – Ryzen 7 1800X im Test
Sprechen wir klare Worte zum Ryzen 7 1800X: Die CPU ist bereits übertaktet, und zwar seitens AMD von Hause aus. Das heißt nicht, dass Ryzen bereits am Anschlag läuft, aber nahe dran ist man durchaus.

Nehmen wir uns das XFR-Feature als Beispiel, welches bei Last einer Single-Core-Applikation einschreiten und den Takt beim R7 1800X noch einmal auf 4.100 MHz anheben soll. Das ist aber von einigen Faktoren, z. B. auch der CPU-Temperatur, abhängig, welche im Bereich von 60 °C liegen soll. Wir haben in der Tat hier und dort selten erleben dürfen, dass ein einzelner CPU-Kern dann tatsächlich auf 4,1 GHz taktete, allerdings sehr kurzfristig, was dann auch entsprechenden Spielraum für Messtoleranzen gibt.

Allerdings sind 60 °C für Ryzen eher eine Seltenheit. Unter Last haben wir Temperaturen im Bereich zwischen 70 und 80 °C beobachtet, noch bevor wir übertaktet haben. In diesem Fall sollten die acht CPU-Kerne im Bereich von 3,7 GHz arbeiten, allerdings wieder abhängig von Temperaturen, Leistungsaufnahme und Last.

Bild: AMDs Comeback – Ryzen 7 1800X im Test
Für unsere Übertaktungstests haben wir den Lüfter des Noctua UH-12S auf volle Drehzahl gesetzt. Das half aber nicht viel, da der Lüfter dabei zwar wirklich bessere Kühlleistung bietet, aber noch immer auf leise getrimmt ist und akkustisch weiterhin sehr angenehm zu Werke geht. Da wir mit dem Ryzen Master bei unseren Versuchen des Overclockings einen Absturz erlitten, probierten wir es über das BIOS des Mainboards. Wir mussten aber feststellen, dass es nicht möglich war, den Ryzen 7 1800X ohne weitere Eingriffe auf 4,1 GHz auf allen Kernen stabil zu übertakten. Ein Start von Prime sorgte dafür, dass das System innerhalb von weniger als 20 Sekunden abschmierte.

Es gelang uns allerdings, die CPU-Taktrate auf allen Kernen auf 4,0 GHz anzuheben, was für die Praxis eine Taktsteigerung von guten 300 bis 400 MHz entspricht und in passenden Anwendungen durchaus ordentlich Schub geben sollte. An dieser Stelle trafen wir dann auf keine Stabilitätsprobleme.

Nun wäre Ryzen durchaus in der Lage, durch seine Optionen auch Taktsteigerungen im 25-MHz-Bereich zu erlauben. Es lag uns allerdings weniger daran, das absolute Maximum bei unserem Muster herauszufinden, als vielmehr Tendenzen. Die Tendenz zeigt eben klar, dass Ryzen bei 4,0 bis 4,1 GHz schon am Rande der Möglichkeiten arbeitet. Lösen kann man die Probleme möglicherweise durch deutlich bessere (und wohl auch lautere) Kühllösungen sowie klar höhere Spannungen, denn beides geht Hand in Hand.

Für die Zukunft bedeutet das aber auch, dass es bei AMD weitere Optimierungen in der Fertigung braucht, damit man die Taktraten eventuell höher schrauben kann. Aber AMD führte ja bereits aus – zumindest im Marketing –, dass man erst am Anfang stehe. Wir lassen uns also überraschen.