AMD Ryzen 7 Reloaded: R7 1700 bis 1800X erneut im Test

Prozessoren | HT4U.net | Seite 11

Übertakten



Wie schon im letzten Test zum Ryzen 7 1800X berichtet, ist hier nicht mehr sehr viel Spielraum nach oben. Dieser Ryzen taktet von Hause aus mit maximal 4 GHz, bzw. 4,1 GHz auf einem Kern, falls die XFR-Funktion greift. Ohne Spannungszugabe gelang es uns allerdings, alle vier Kerne auf 4,0 GHz zu takten, was natürlich in der Praxis durchaus einen beachtlichen Performance-Schub mit sich bringen kann, abhängig von den eigenen Applikationen.

Bild: AMD Ryzen 7 Reloaded: R7 1700 bis 1800X erneut im Test
Beim R7 1700 und 1700X sind die Spannungen anders ausgelegt, insbesondere beim 1700er-Modell, da dies auch mit deutlich geringerer TDP angegeben wird. Ohne Erhöhung der CPU-Spannung braucht man beim Ryzen 7 1700 nicht von der 4-GHz-Marke zu träumen. Bei 4 GHz erhielten wir überhaupt kein Bild, bei 3,9 erreichten wir Windows, welches dann aber abstürzte. Mit 3,8 GHz (wohlgemerkt auf allen CPU-Kernen) konnten wir uns in Windows bewegen, aber ein Stresstest sorgte sogleich für einen Absturz. Ohne Spannungszugabe waren stabil 3,7 GHz realisierbar.

Eine Spannungserhöhung auf 1,4 Volt im BIOS sorgte dann dafür, dass wir mit 4 GHz starten und arbeiten konnten. Die Temperaturen sprangen bei Last sehr schnell in Regionen von 70 °C (nahe also einem nicht übertakteten R7 1800X). Während des Stresstests, welcher ca. 5 Minuten lief, starteten wir HWiNFO mit der Folge, dass Windows abstürzte. Stabil war diese Konstellation also bei Weitem noch nicht, aber auch nicht mehr weit davon entfernt.

Bild: AMD Ryzen 7 Reloaded: R7 1700 bis 1800X erneut im Test
Beim Ryzen 7 1700X sah die Situation schon etwas besser aus. Zwar zeigte die CPU gegenüber dem R7 1800X geringere Spannungswerte, ein Übertakten aller vier Kerne auf 4,0 GHz schien jedoch erst einmal zu funktionieren. Ryzen Master und HWiNFO waren sich über die anliegenden Spannungen dabei nicht einig. Das AMD-Master-Tool sprach unter Volllast mittels Prime von 1,35 Volt, HWiNFO sah hingegen nur 1,288 Volt als Spannung anliegen. Die Temperaturen kletterten in Richtung 80 °C, doch schon nach zehn Minuten Stresstest gab es dann den ersten Absturz – die Temperatur lag in der Region um 88 °C laut Tools.

Wir wiederholten die Tests dann auf 3,9 GHz Takt bei allen CPU-Kernen, dieses Mal mit Erfolg.

Bei allen drei Modellen gilt also, dass sie keine Übertaktungskünstler darstellen. Man spielt bereits bei den hauseigenen Vorgaben am Rande der Möglichkeiten. Performance kann man natürlich immer noch herauskitzeln. Macht man es über Spannungszugaben bei der CPU, sind die Erfolgschancen klar besser, aber Temperatur und Leistungsaufnahme steigen stark an. Kitzelt man über das BIOS lediglich den maximalen Takt auf allen vier Kernen bei gleicher Spannung heraus, könnte man unter Umständen den besten Mittelweg zwischen Performance-Gewinn und Leistungsaufnahme/Temperatur erreichen. Am interessantesten für Tweaker, Tuner und Übertakter dürfte sich ohnehin der günstigste der drei Probanden zeigen: der Ryzen 7 1700. Er bietet die meisten Optionen und Reserven, die "korrekten" Temperatursensoren (laut AMD) und den günstigsten Preis.

 



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