AMD Ryzen 7 Reloaded: R7 1700 bis 1800X erneut im Test

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Treiber-Software im Test



Betriebssystem und Treiber


Testmöglichkeiten und Historie



Multi-Core-Plattformen sind heute an der Tagesordnung. Als sie aufkamen und man sich damit beschäftigte, ihre Details und Optionen ausgrub und ihre Vorteile dazu darstellte, wurde man dafür praktisch gesteinigt. 2002 veröffentlicht, konnte Intels Hyper-Threading-Technologie erstmals neue Wege aufzeigen, wohin sich der Markt entwickeln könnte. Zu diesem Zeitpunkt konnte offenbar keiner folgen, denn auch zwei Jahre später stand Intel trotz all seiner Möglichkeiten und Einflüsse in der Software-Desktop-Szene mehr oder minder bei Null. Lediglich professionelle und mathematische Applikationen waren bereits tauglich für mehrere Prozessorkerne – Servertechnik sollte sich im privaten Desktop-Segment etablieren.

Bild: 30 Intel-Prozessoren von Sandy Bridge bis Kaby Lake im Test
Zurückportiert in die Gegenwart sehen wir von Intel aktuell Zehnkern-Prozessoren auf dem Enthusiasten-Markt, etwa den Core i7-6950X. Doch 14 Jahre später sieht es im Software-Support noch immer nicht so rosig aus, als dass es wirklich so viele Rechenkerne bräuchte. Einige Applikationen sind weiterhin singlethreaded, die meisten Programme können zwischenzeitlich allerdings zwei CPU-Kerne nutzen. In den Desktop-Endanwendungen sind die meisten Audioprogramme für den Support von Zweikern- bis maximal Vierkern-Prozessoren ausgelegt und können somit davon profitieren. In der Bildbearbeitung trifft man bei professionellen Anwendungen auch auf den Support von mehr als vier Kernen, bei privaten Anwendungen sind es häufig nur zwei bis vier Kerne. Bei der Videobearbeitung sieht es etwas besser aus. Die beliebtesten Programme unterstützen hier überwiegend bereits vier oder gar mehr Threads.

Bild: 30 Intel-Prozessoren von Sandy Bridge bis Kaby Lake im Test
Wirklichen Profit von mehr als vier CPU-Kernen ziehen aktuell tatsächlich nur Profi-Anwendungen, und dort vorwiegend aus dem mathematisch-wissenschaftlichen Bereich, so dass es für Desktop-Anwender eher uninteressant scheint, auf mehr als vier Kerne zu setzen. Diese Entwicklung ist auch der Grund für die Rückläufigkeit im PC-Geschäft seit Jahren, denn die schon über die Jahre verkauften Zweikern-Prozessoren, manches Mal gar mit Hyper-Threading (also vier gleichzeitig unterstützten Threads), sind oft leistungsfähig genug für alle Aufgaben des täglichen Desktop-Geschehens. Die Software zog über die Jahre mit ihren Anforderungen eben nicht nach – mit einer Ausnahme.

In den letzten beiden Jahren darf man einen stetigen Anstieg der Hardware-Anforderungen bei Spielen beobachten, geschuldet den letzten Konsolengenerationen, in welchen man auf PC-Hardware und auf Prozessoren mit mehreren Kernen setzt. Daraus folgte nicht nur ein größerer Hardware-Hunger bei der PC-Portierung für Grafikkarten, sondern eben auch für Prozessoren. Die Einführung von 4K-Bildschirmen tat ihr Übriges, und der aufkommende Hype hinsichtlich Virtual Reality soll hier ebenfalls noch einmal anfachen. Dies ist auch der Grund dafür, dass die meisten Hersteller von PC-Peripherie zwischenzeitlich ihre Produkte mit Fokus auf den "Gaming-Bereich" produzieren und vermarkten, denn dort gibt es weiterhin einen gewissen Boom, und die Margen stimmen.

Der neue Testparcours



Die Konsequenz der zuvor geschriebenen Zeilen liegt also offen. Es braucht weiterhin einen ausgewogenen Inhalt an Test-Applikationen für unsere Reviews, welcher den Desktop-Bereich in all seinen Facetten greifen und darstellen soll.

Bild: 30 Intel-Prozessoren von Sandy Bridge bis Kaby Lake im Test
Dafür setzen wir beispielsweise auf den aktuellen PCMark 8 und seine Creative-Suite, in welcher Video-Chat, Web-Browsing sowie Bild- und Musikbearbeitung in schlichter Form berücksichtigt werden. Um die typischen Büro-Aufgaben des gehobenen Bereiches bedienen zu können, verwenden wir Microsoft Office 365 und die gängigen Anwendungen wie Excel, PowerPoint und Word. Um die gehobenen Anwendungen im grafischen Desktop-Segment oder semiprofessionellen Segment greifen zu können, kommt Adobes Creative Suite 6 mit den verbreiteteten Anwendungen Photoshop oder After Effects zum Einsatz.

Den professionellen, wissenschaftlichen oder mathematischen Bereich sollen dann Applikationen wie Maxons Cinebench (Basis 3D Studio Max), Euler 3D oder POV-Ray abdecken. Und darüber hinaus greifen wir eben auf übliche, im Desktop-Segment verbreitete Anwendungen aus dem Bereich Bild-, Musik- und Videobearbeitung sowie Packer zurück.

Im Übrigen erhielten wir für diese Umstellung des Testparcours keinerlei Unterstützung seitens Microsoft – sei es beim Betriebssystem oder den Office-Anwendungen – oder Adobe. Ein trauriges Bild aus unserer Sicht, da es durchaus Werbung für die Hersteller bedeutet, für uns aber nicht ganz unerhebliche Investitionen.

CPU-Benchmarks







Bei den Spielen hatten wir bislang auf weniger und vor allem ältere Titel gesetzt. Zudem zeigte es sich über die letzten Jahre eher schwer, praxisnahe CPU-Benchmarks in Spielen darzustellen, weshalb man eben gerne darauf zurückgriff, geringere Auflösungen und niedrigste Detailsstufen zu verwenden, damit die Grafikauslastung nach unten und die CPU-Auslastung nach oben gedrückt wurde.

Bild: 30 Intel-Prozessoren von Sandy Bridge bis Kaby Lake im Test
Wir haben aktuell acht Spiele-Benchmarks am Start, welche unter der Auflösung 1.920 x 1.080 (Full HD) getestet werden, und zwar mit mittleren Qualitätseinstellungen; Batman: Arkham Knight gar mit hohen Qualitäts-Settings. Das mag nicht immer für ein optimales Skalieren sorgen, hatte aber durchaus ein paar Überraschungen im Gepäck, welche uns dazu bewegten, diese Settings beizubehalten.

Bei den Tests zur integrierten Grafiklösung setzen wir dann auf dieselben Spiele, haben die Auflösungen aber auf 1.366 x 768 Bildpunkte reduziert. Die grafischen Details haben wir auf niedrigste Stufe zurückgeschraubt. Das entspricht dann den hochwertigeren Desktop-Displays von Einsteigerlösungen, denn nur dort haben integrierte Grafiklösungen überhaupt etwas verloren.

Was genau wir bei den Spielen testen, beschreiben wir dann genauer in den einzelnen Testkapiteln.



Testmethodik


Abgesehen von den bereits auf dieser und auf der Vorseite gemachten Bemerkungen bezüglich unserer Testphilosophie, wollen wir hier noch einmal die wesentlichen Punkte kurz zusammenfassen. Wenn nichts anderes in der direkten Testbeschreibung enthalten ist, gelten dabei stets die folgenden Punkte:
  • Alle verfügbaren Energiesparmechanismen sind aktiviert.
  • Falls die CPU einen Turbomode besitzt, ist dieser aktiviert.
  • Falls die CPU Hyper-Treading/Core-Multithreading (CMT) unterstützt, ist dieses aktiviert.


 



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