AMD Ryzen 7 Reloaded: R7 1700 bis 1800X erneut im Test

Prozessoren | HT4U.net | Seite 7

High Performance – Ausbalanciert – Energiesparmodus



Die Energiesparmaßnahmen von Windows können einen klaren Einfluss auf Temperatur- und Leistungsaufnahme-Verhalten mit sich bringen, aber auch im Bereich Performance. Was wir bereits erwähnt hatten, war der Umstand, dass AMD der Presse den Hinweis gab, dass man unter Windows 10 den High-Performance-Modus aktivieren soll, denn voreingestellt ist "Ausbalanciert". In beiden Fällen bleibt Ryzen sehr sprunghaft, ändert anhaltend die Taktraten und Spannungen und kommt irgendwie nicht zur Ruhe. Der Performance-Sprung zwischen "High Performance" und "Ausbalanciert" ist ebenso zu vernachlässigen wie die bisherigen Gegenüberstellungen. AMDs Core-Parking, also eine Energiesparoption, sorgt dafür, dass manche CPU-Kerne zu spät aufwachen und in Benchmarks damit keine optimale Performance zeigen. Doch wir reden hier von Peanuts, die sich im Bereich von 1 bis maximal 2 Prozent bewegen.

Allerdings sorgt das Profil "Energiesparmodus" klar für Abhilfe bei der Sprunghaftigkeit. Die Kerne der Ryzen-7-CPU bleiben endlich auf ihren Idle-Werten bei der Taktung, die Spannung ebenfalls. Damit fällt natürlich auch die Temperatur. Im Falle des Ryzen 7 1700 erblicken wir maximal 30 °C, also noch einmal geringere Werte. Eine Rückmeldung von Kollegen, dass die Temperatur drastisch fällt – und zwar beim Ryzen 7 1700 unterhalb von Raumtemperatur –, können wir derzeit nicht bestätigen. Mit dem MSI-Motherboard und unserem Testmuster stellte sich ein solches Verhalten nicht ein, so dass wir den Temperatursensoren an diesem Punkt abermals gerne vertrauen wollen, wenngleich AMD uns und den Endkunden bislang dafür nicht viele Anhaltspunkte gab.

Die Performance zwischen "Ausbalanciert" und "Energiesparmodus" bewegt sich unterdessen kaum. An diesem Punkt will AMD aber noch einmal ansetzen und im April ein Update liefern, welches die Differenzen in den einzelnen Windows-Modi ausgleicht. Unterdessen hat AMD ebenfalls bestätigt, dass keinerlei Fehler in den Windows-10-Einstellungen bezüglich Kern-Ansteuerungen oder -Auslastungen vorliegen. Performance-Nachteile in gewissen Applikationen oder Spielen sind schlicht auf fehlende Software-Optimierungen zurückzuführen, nicht auf den Windows-10-Scheduler.

SMT an oder aus?



Nun muss man sich die Frage stellen, wozu man sich einen Achtkern-Prozessor zulegen sollte, welcher zudem SMT unterstützt, um dies dann tatsächlich zu deaktivieren. Doch in der Tat war dies einer der Tipps von AMD, um die Leistung bei manchen Spielen zu steigern.

Dem Tipp sollte man aber mit Vorsicht folgen. Zwar zeigen unsere Tests hierzu Tendenzen, welche das bestätigen, aber auch Fälle, in welchen die Performance abnehmen kann. Da wir hier nur auf acht recht aktuelle Titel blicken, können wir das für eine breite Masse nicht beurteilen. Anwender sollten dies unter Umständen am eigenen Spiel selbst testen. Prinzipiell sind wir 2017 allerdings in der Situation, dass SMT in Spielen durchaus Vorteile mit sich bringt. Zu Beginn der Technik und mit Einführung von Intels Hyper-Threading hatte man nicht selten den Umstand angetroffen, dass die virtuellen Prozessoren zu Nachteilen in der Performance führten.

Performance-Index
Spiele
Ryzen 7 1800X
[SMT off]
103
Ryzen 7 1800X
[SMT on]
100
Prozent
Benchmark-Übersicht ein-/ausblenden


Auswahl der Produkte

Produkt 1:
Produkt 2:
Ryzen 7 1800X [SMT on] Ryzen 7 1800X [SMT off]
Assassins Creed: Syndicate
1920 x 1080 [Kein AA/16xAF]
98,5 100,3 (+1,8%)
Assassins Creed: Syndicate
1366 x 768 [Kein AA/16xAF]
- -
Batman: Arkham Knight
1920 x 1080 [Kein AA/16xAF]
92,8 93,6 (+0,9%)
Batman: Arkham Knight
1366 x 768 [Kein AA/16xAF]
- -
Battlefield 1
1920 x 1080 [Kein AA/16xAF]
172,3 168,8 (-2,0%)
Battlefield 1
1366 x 768 [Kein AA/16xAF]
- -
DeusEX: Mankind Divided
1920 x 1080 [Kein AA/16xAF]
110,1 119,2 (+8,3%)
DeusEX: Mankind Divided
1366 x 768 [Kein AA/16xAF]
- -
Doom (2016)
1920 x 1080 [Kein AA/16xAF]
116,2 123,5 (+6,3%)
Doom (2016)
1366 x 768 [Kein AA/16xAF]
- -
Mafia III
1920 x 1080 [Kein AA/16xAF]
79,7 81,1 (+1,7%)
Mafia III
1366 x 768 [Kein AA/16xAF]
- -
Rise of the Tomb Raider
1920 x 1080 [Kein AA/16xAF]
70,6 74,2 (+5,1%)
Rise of the Tomb Raider
1366 x 768 [Kein AA/16xAF]
- -
The Witcher 3: The Wild Hunt
1920 x 1080 [Kein AA/16xAF]
92,9 91,5 (-1,6%)
The Witcher 3: The Wild Hunt
1366 x 768 [Kein AA/16xAF]
- -


Unsere Tests zeigen klar, dass es hier große Abweichungen geben kann. Die Tendenz scheint eher bei kleinen Unterschieden im Bereich bis zwei Prozentpunkten zu liegen, und Ausreißer können durchaus fünf bis acht Prozentpunkte darstellen. An dieser Stelle bleibt allerdings die Frage, ob Intel-Prozessoren sich eben in diesen Situationen nicht ganz ähnlich verhalten. Prinzipiell bleibt der Rat an dieser Stelle, SMT aktiviert zu lassen. Hier sollte AMD seine Hausaufgaben machen und die angesprochenen Optimierungen, welche bei den Spieleherstellern mit wenig Aufwand umzusetzen seien (O-Ton AMD), forcieren.

 



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