Devolo GigaGate Starter-Kit im Test

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Praxis


Impressionen



Bild: Devolo GigaGate Starter-Kit im Test
Devolos GigaGate gibt es aktuell nur im schwarzen Hochglanzdesign, welches nicht unanfällig für Fingerabdrücke, aber durchaus hübsch anzusehen ist und sich somit in aktuelle Wohnsituationen sehr leicht integrieren lässt. Die Informations-LEDs sind dabei in Weiß gehalten, lediglich die Verbindungs-LED zeigt sich bei schlechter oder keiner Verbindung in roter Farbe.

Äußerlich sieht man sich bei einem flüchtigen Blick zum Verwechseln ähnlich, die Rückseite klärt aber auf Anhieb, welches Gerät Basisstation und welches Satellit darstellt. Die Basisstation verfügt auf der Rückseite lediglich über den Anschluss für den Stromstecker und den LAN-Anschluss für den Router. Auf der Front gibt es drei LED-Anzeigen für Strom, Betriebszustand und Verbindungsqualität.

Bild: Devolo GigaGate Starter-Kit im Test
Der Satellit besitzt auf der Rückseite, neben dem Stromanschluss, fünf LAN-Ports, vier davon als Fast Ethernet (10/100 Mbit/s), und einen Gigabit-LAN-Anschluss. Integriert findet sich noch ein weiterer WLAN-Port im 2,4-GHz-Netzbereich. Warum Devolo hier auf die Option des schnelleren 5-GHz-Netzes verzichtet hat, ist unklar. Die drei LEDs der Basisstation auf der Front finden sich dann beim Satelliten 1:1 wieder, zusätzlich gibt es aber noch kleinere LED-Anzeigen, welche beim Belegen der Netzwerkanschlüsse auf der Rückseite zu leuchten beginnen.

Neben der erwähnten 5-GHz-WLAN-Funktion im Satelliten vermissen wir bei der Basisstation allenfalls noch die Option, den Netzwerkanschluss durchzuschleifen, was das GigaGate gerade im Hinblick auf die Positionierung in einem größeren Gebäude durchaus einen Tick flexibler gestaltet hätte. Dazu aber gleich noch ein paar Worte.

Inbetriebnahme



Bild: Devolo GigaGate Starter-Kit im Test
Die Inbetriebnahme erfolgt beim Devolo GigaGate so problemlos, wie vom Hersteller versprochen und beschrieben. Die mitgelieferte Installationsanleitung zeigt sich hilfreich, falls man eine manuelle Verbindung mit Eingabe des Netzwerkschlüssels auf der Unterseite des Gerätes vornehmen will. Deutlich einfacher geht es natürlich, wenn der heimische Router über eine WPS-Verbindungsmöglichkeit verfügt. In diesem Falle gilt es lediglich, die WPS-Taste am Router und die WPS-Taste am Devolo-Gerät zu betätigen. Innerhalb kurzer Zeit ist die Kopplung erfolgt und das GigaGate hat sich ins häusliche Netzwerk integriert, inklusive der passenden Zugangsschlüssel.

Darüber hinaus bietet Devolo auch noch eine Web-Oberfläche, über welche man die Geräte konfigurieren und eventuell Feintuning vornehmen kann. Oder eben schlicht die jüngsten Updates einspielt.

Hürden



Danach gilt es dann den passenden Ort zu finden, an welchem der Satellit dann noch guten Empfang zur Basisstation hat, denn nur dann kann das angedachte Prinzip funktionieren. Und hier zeigte sich das System nicht ganz so simpel wie beschrieben.

Szenario 1

Die Basisstation des GigaGate ist mit einer FRITZ!Box 7490 im Erdgeschoss des Gebäudes verbunden. Direkt darüber befindet sich das Wohnzimmer, in welchem der Satellit am Ende platziert wird. Es gilt eine Holzbalkendecke mit Estrichauflage und eine Funkdistanz von ca. fünf bis sechs Metern zu überwinden. Die Kontrollleuchte am Satelliten vermittelt uns "grünes" Licht, sie leuchtet also in typischem Weiß. Unsere Messungen belegen die Anzeige, und die erzielte Performance ist in diesem Szenario als gut zu bezeichnen.

Szenario 2

Nun ist aber eben dieser Bereich nicht jener, welcher regulär schlecht erreichbar ist und über normalem Funk- oder Netzwerkkabel-Betrieb nicht gut zu erreichen wäre. Wir wechseln mit dem Satelliten um etwa drei Meter weiter in den nächsten Raum. Nun muss das Funksignal zusätzlich eine Trockenbauwand aus Aluständern überbrücken. Das Resultat ist ernüchternd, denn bereits hier leuchtet die Verbindungsanzeige plötzlich in roter Farbe, was vermittelt, dass die Verbindung von schlechter Qualität ist.

Szenario 3

Bild: Devolo GigaGate Starter-Kit im Test
Wir verlagern den Standort des Satelliten vom Punkt 1 (Szenario 1) zwei Räume weiter in andere Richtung. Nun müssen neben der besagten Decke zusätzlich zwei Wände aus Stein – Dicke jeweils 12 cm – überwunden werden. Die Luftlinie zwischen Basis und Satellit beträgt ca. neun Meter. Nun befinden wir uns an dem eigentlichen Ort, welchen wir nicht mit Netzwerkkabeln erreichen können und mit Funkverbindung nicht gut abdecken können. Im Ergebnis blinkt die Verbindungsleuchte an diesem Punkt rot, was bedeutet, dass keine Verbindung vorhanden ist. Devolos Versprechen erfüllt sich also an dieser Stelle erst einmal nicht.

Szenario 4

Wir verändern den Standort der Basisstation. Diese wird nun im ersten Obergeschoss platziert, und zwar etwa 13 Meter Luftlinie vom Hauptrouter entfernt. Das gelingt darum, weil dort ein Netzwerkkabel vorzufinden ist, welches vom Hauptrouter her gespeist wird, allerdings dabei eine Länge von rund 25 Meter mit sich bringt. Die Basis geht sofort auf Betriebs- und Sendebereitschaft.

Der Satellit wird nun abermals am selben Ort platziert, an welchem "Notstand" herrscht (Szenario 3), und befindet sich damit acht Meter Luftlinie von der Basis entfernt, auf selber Etage, muss aber durch eine Trockenbauwand aus Aluständern und eine massive Steinwand von 48 cm Dicke. Im Resultat vermittelt uns die Statusanzeige am Satellit nun endlich ein "Go" in Form der weißen Farbe der LED. Die Messungen im WLAN- wie aber auch im LAN-Betrieb – gleich welchen Anschlusses – sind jedoch ernüchternd. Im LAN-Betrieb erblicken wir bei den Messungen immer wieder Verbindungsabbrüche, wenngleich die LEDs das nicht bestätigen. Selbst bei konstanter Verbindung erreichen wir lediglich eine Performance in der Übertragung zwischen 1.500 bis 2.500 KByte pro Sekunde.

Performance



Die Performance-Messungen erfolgen anhand der zuvor aufgezeigten Szenarien. Dabei haben wir erst einmal aber den besten Fall aufgenommen, und zwar die Verbindung im selben Raum. Dabei befanden sich Basis und Satellit also direkt im selben Raum wie die FRITZ!Box 7490. Im Resultat hatten wir stabile Verbindungen mit Übertragungsraten von bis zu 70 MByte pro Sekunde.

Auch im zweiten Szenario waren wir mit den Übertragungsleistungen durchaus sehr zufrieden, erreichten wir in Spitzen doch immerhin noch bis zu 60 MByte pro Sekunde, im Mittel 50 MByte pro Sekunde. Ausgehend davon, dass sich dies nun im geschilderten Fall im Wohnzimmer zutrug, wo man eventuell gerne Settop-Boxen oder Smart-TVs betreiben möchte, liest sich das überzeugend.

Der Umstand, dass aber in eben jenem Bereich, welchen wir nicht über Funk oder Kabel vernünftig erreichen können, auch GigaGate streikte, stimmt nachdenklich. Auch mit Tricks können wir an dieser Stelle maximal 2,5 MByte pro Sekunde in der Übertragung erreichen, im schlechtesten Fall 1,5 MByte pro Sekunde. Das sollte in aller Regel fürs Streaming von Videos ausreichend sein, hinzu gesellten sich aber Verbindungsabbrüche, was sich in klaren Rucklern bemerkbar machte.

Denkt man an Devolos Versprechen, stellt sich Enttäuschung ein. An diesem Punkt muss man aber eben auch festhalten, dass diese WLAN-Bridge im Funkbereich arbeitet. Und wenn man kritische Bereiche vorhält, welche auch eben über Funk schlecht erreichbar sind, dann kann das GigaGate hier keine Wunder vollbringen.