Roundup: PCI-Express-SSDs mit NVMe

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Intel 600p


Als dieser Datenträger letzten Sommer auf dem Markt erschien, war er in zweierlei Hinsicht ein Novum für Intel. Zum einen war es die erste TLC-basierte PCI-Express-SSD auf dem Privatkundenmarkt und zum anderen in diesem Segment auch der erste Einsatz von 3D-Flash.

Bild: Roundup: PCI-Express-SSDs mit NVMe

Dieser 32-lagige 3D-NAND kann bei TLC-Ansteuerung 384 Gbit pro Die speichern und stammt von IM Flash Technologies, einem Joint Venture zwischen Intel und Micron, welches auch am High-Performance-Speicher 3D-XPoint feilt. Intels/Microns 3D-NAND hatten wir hier kurz vorgestellt.

Als Controller kommt ein Silicon Motion SM2260 zum Einsatz, der (bzw. dessen Firmware) aber von Intel etwas angepasst wurde und daher nicht nur das SMI, sondern auch – wenn auch etwas kleiner – das Intel-Logo trägt. Die Kupferbeschichtung auf dem Controller-Gehäuse soll zudem thermischen Problemen etwas entgegenwirken.

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Diese technische Ausstattung lässt erkennen, dass Intel mit der 600p nicht neue Geschwindigkeitsrekorde unter PCIe-SSDs aufstellen will, sondern eher zu einem günstigen Preis eine möglichst gute Performance abgeben möchte. Preislich konkurriert das Produkt eher mit SATA-SSDs, kann aber durch Verwendung der PCI-Express-Schnittstelle mit deutlich höheren Leseraten aufwarten. Eine hohe kontinuierliche Schreibleistung ist durch die Größe des SLC-Caches begrenzt. Dieser hat eine feste Größe, die von der Gesamtkapazität der SSD abhängig ist:

SSD-Kapazität 128 GB 256 GB 512 GB 1 TB
SLC-Cache 4 GB 8,5 GB 17,5 GB 32 GB


Für die Verwaltung der Laufwerke gibt es vom Hersteller die "Intel SSD Toolbox". Mit dieser können Diagnose-Scans und Optimierungen vorgenommen sowie Firmware-Updates aufgespielt werden. Die Secure-Erase-Funktionen sind in der Oberfläche des Tools zwar dargestellt, aber laut Release-Notes auch in der aktuellsten Version 3.4.3 unter Windows 8, 8.1 und 10 gesperrt. Ansonsten lief das Tool auf unserer Teststation unter Windows 10 ohne Probleme. Intel stellt keinen NVMe-Treiber für diese SSD bereit, sie wird daher mit dem nativen Treiber des Betriebssystems angesprochen. Fünf Jahre Garantie runden das Paket ab.

Die 600p ist technisch verwandt mit der Intel SSD Pro 6000p für Business-Rechner und der SSD E 6000p für Embedded Systems. Letztere wird z. B. dann verwendet, wenn IT-Hersteller in ihren Systemen eine bestimmte SSD validieren und dann für längere Zeit in ihren Produkten verbauen wollen. Dementsprechend soll die E 6000p auch sehr lange lieferbar sein, während die Business Pro 6000p eher mit für Unternehmen wichtigen Funktionen wie "Remote Secure Erase" aufwartet.