Roundup: PCI-Express-SSDs mit NVMe

Storage & Speicher | HT4U.net | Seite 7

Toshiba OCZ RD400A


Als Dritter im Bunde gesellt sich in diesem Test eine SSD von Toshiba OCZ hinzu. Nachdem Toshiba im Jahre 2014 OCZ übernommen und als Tochtergesellschaft in den Technologiekonzern integriert hat, wurde begonnen, die Produktpalette auf NAND-Flash von Toshiba umzustellen. Mittlerweile stellt Toshiba sich als Hersteller etwas offensiver dar, nutzt OCZ aber weiterhin als Markennamen für den Privatkundenmarkt. Daher werden SSDs vom Einstiegs- bis hin zum Performance-/Enthusiastenssegment unter dem Namen Toshiba OCZ angeboten, während Datacenter-SSDs und weitere OEM-Modelle weiterhin direkt von der Konzernmutter angeboten werden.

Im Enthusiastensegment ist OCZs aktuelles Produkt die RD400, welche Mitte 2016 auf dem Markt erschien und das erste OCZ-Produkt für den PCI-Express-Bus darstellte. Die SSD verwendet Toshibas hauseigenen NAND-Flash in 15-nm-Ausführung. Es handelt sich dabei zwar um regulären planaren Flash, also um noch keine Ausführung in 3D mit mehreren Schichten übereinander. Dafür wird er im MLC-Modus angesteuert, was höhere dauerhafte Schreibgeschwindigkeiten als bei TLC-basierten SSDs zur Folge hat.

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Über den verwendeten Controller macht Toshiba keine Angaben. Abgesehen von der Bezeichnung TC58NCP070GSB gibt es neben einigen Spekulationen, ob er nun von Marvell oder Phison stamme, keine belastbaren Informationen. Toshiba verwendet diesen Controller und den NAND auch auf PCI-Express-Produkten in den OEM-Linien, wo aufgrund der hohen Stückzahlen und Verpflichtungen gegenüber den Systemherstellern viel Aufwand in Validierung und Qualitätssicherung gesteckt wird. Toshiba spielt dort mit Samsung und Intel in der gleichen Liga. Der DRAM-Cache auf unserem Testmodell besteht aus 512 MB LPDDR3-RAM.

Die RD400 ist auch als RD400A erhältlich. Diese enthält zusätzlich zum Datenträger einen PCI-Express-Adapter. Dies ist vor allem sehr hilfreich für Nutzer, deren Mainboards keinen (freien) M.2-Slot haben. Zudem sind Slot-Blenden für volle und halbe Höhe enthalten. Die RD400A-Modelle weisen daher auf der Liste höhere Kosten von 20 bis 25 € pro Modell auf. Dies ist aber auch momentan ein üblicher Preis für gängige PCIe-x4-zu-M.2-Adapter im freien Handel. Der mitgelieferte Adapter der RD400A hat aber einen entscheidenden Vorteil: Dort ist ein Wärmeleitpad direkt zwischen PCB des Adapters und SSD-Controller angebracht. Dieses unterstützt die Wärmeableitung des Controllers deutlich.

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Toshiba OCZ empfiehlt die Verwendung des eigenen NVMe-Treibers, welcher auf der Support-Seite heruntergeladen werden kann. Beim Einsatz von Linux wird auf die nativen Treiber des Betriebsystems verwiesen. Für die Verwaltung des Laufwerks sowie erweiterte Funktionen wie Secure Erase, Überprovisionierung und Firmware-Updates gibt es das SSD Utility.

Des Weiteren gewährt Toshiba OCZ deutlich mehr Garantieleistungen als die Mitbewerber. Diese waren bisher als ShieldPlus bekannt und heißen nun etwas bezeichnender Advanced Warranty Program. Wenn man ein Problem mit dem Laufwerk hat, kann man unter der Angabe der Laufwerksseriennummer online ein Supportticket öffnen. Der Support setzt sich mit einem in Verbindung und schickt bei Defekt dem Kunden kostenlos ein neues Ersatzlaufwerk sowie ein Label für den kostenlosen Rückversand des defekten Laufwerkes zu. Diese Garantie gilt bei der RD400 für fünf Jahre, solange die zugesicherte Endurance-Leistung nicht überschritten wurde. Diese reicht von 74 geschriebenen Terabyte beim kleinsten 128-GB-Modell bis hin zu 592 geschriebenen TB beim großen 1-TB-Modell.