Raven Ridge: AMD Ryzen 5 2400G und Ryzen 3 2200G im Test

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Performance von Vega 11 und Vega 8



Kommen wir zu weiteren Stärken, welche Ryzen 5 2400G und Ryzen 3 2200G zu bieten haben, nämlich die neue integrierte Grafiklösung in Form von Vega 11 bzw. Vega 8. Es scheint, als wenn AMD final endlich der Traum der Kombination von GPU und CPU in einer positiven Einheit gelungen ist. Waren die bisherigen AMD-APUs durchaus auf der Seite der Grafikleistung positiv einzuordnen, so klemmte es letztlich oft bei der CPU-Leistung. Seit der Zen-Architektur ist dieses Problem allerdings ausgemerzt.

Bild: Raven Ridge: AMD Ryzen 5 2400G und Ryzen 3 2200G im Test
Die Euphorie, dass die neuen APUs aber durchaus das Potenzial für Full-HD-Gaming im Einsteigersegment bieten können, teilen wir nur bedingt. Sicher wird es den einen oder anderen Titel geben, welchen man mit klaren Abstrichen aufseiten der Bildqualität in dieser Auflösung spielen kann, aber Low-Quality-Settings sind prinzipiell nicht hübsch anzusehen, und trotzdem finden sich Titel, bei welchen es selbst dann noch klemmt.

Das ist aus unserer Sicht auch der Grund, warum AMD sich vorrangig auf 720p-Auflösung im Reviewer's Guide bei der Performance der integrierten Grafik konzentriert hat und nicht konsequent die 1.080p-Auflösung in den Vordergrund gesetzt hat. Sehr auffällig in unseren Tests war der Umstand, dass wir mit deutlichen Nachladerucklern konfrontiert worden sind – das zeigte sich über die Maßen in Full HD. Die Lage besserte sich etwas, als wir auf 720p wechselten. Dennoch konnten wir das Problem dann auch dort beobachten, was letzten Endes sicherlich dem beschränkten Hauptspeicher von 2 GByte für die Grafikeinheit geschuldet war.

Hinzu gesellte sich für unsere heutigen Tests noch ein Treiberproblem in Form des Umstandes, dass unsere bislang gewählte Auflösung von 1.366 x 768 Bildpunkten vom Treiber absolut nicht akzeptiert wurde. Weder das manuelle Anlegen einer solchen Auflösung (auf zwei Monitoren) wurde akzeptiert, noch bietet Windows 10 aktuell die Option (wie früher), dass man eine solche Monitor-Auflösung einstellen könnte. Von daher waren unsere zuvor gesammelten Resultate nutzlos geworden.

Assassin's Creed Syndicate

1.080p – Low Quality

Assassins Creed: Syndicate
1920 x 1080 [Kein AA/16xAF]
AMD Ryzen 5 2400G
[4C/8T@3,6-3,9 GHz]
21,59
AMD Ryzen 3 2200G
[4C/4T@3,5-3,7 GHz]
17,77
Frames per Second [mehr ist besser]


720p – Medium Quality

Assassins Creed: Syndicate
1280 x 720 [Kein AA/16xAF]
AMD Ryzen 5 2400G
[4C/8T@3,6-3,9 GHz]
32,75
AMD Ryzen 3 2200G
[4C/4T@3,5-3,7 GHz]
27,96
Frames per Second [mehr ist besser]


Batman – Arkham Knight

1.080p – Low Quality

Batman: Arkham Knight
1920 x 1080 [Kein AA/16xAF]
AMD Ryzen 5 2400G
[4C/8T@3,6-3,9 GHz]
25,53
AMD Ryzen 3 2200G
[4C/4T@3,5-3,7 GHz]
21,68
Frames per Second [mehr ist besser]


720p – Medium Quality

Batman: Arkham Knight
1280 x 720 [Kein AA/16xAF]
AMD Ryzen 5 2400G
[4C/8T@3,6-3,9 GHz]
39,49
AMD Ryzen 3 2200G
[4C/4T@3,5-3,7 GHz]
33,79
Frames per Second [mehr ist besser]



Battlefield 1

1.080p – Low Quality

Battlefield 1
1920 x 1080 [Kein AA/16xAF]
AMD Ryzen 5 2400G
[4C/8T@3,6-3,9 GHz]
53,96
AMD Ryzen 3 2200G
[4C/4T@3,5-3,7 GHz]
50,23
Frames per Second [mehr ist besser]


720p – Medium Quality

Battlefield 1
1280 x 720 [Kein AA/16xAF]
AMD Ryzen 5 2400G
[4C/8T@3,6-3,9 GHz]
64,61
AMD Ryzen 3 2200G
[4C/4T@3,5-3,7 GHz]
60,09
Frames per Second [mehr ist besser]


Deus Ex: Mankind Divided

1.080p – Low Quality

DeusEX: Mankind Divided
1920 x 1080 [Kein AA/16xAF]
AMD Ryzen 5 2400G
[4C/8T@3,6-3,9 GHz]
33,10
AMD Ryzen 3 2200G
[4C/4T@3,5-3,7 GHz]
30,60
Frames per Second [mehr ist besser]


720p – Medium Quality

DeusEX: Mankind Divided
1280 x 720 [Kein AA/16xAF]
AMD Ryzen 5 2400G
[4C/8T@3,6-3,9 GHz]
40,82
AMD Ryzen 3 2200G
[4C/4T@3,5-3,7 GHz]
37,12
Frames per Second [mehr ist besser]


DOOM (2016)

1.080p – Low Quality

Doom (2016)
1920 x 1080 [Kein AA/16xAF]
AMD Ryzen 5 2400G
[4C/8T@3,6-3,9 GHz]
13,87
AMD Ryzen 3 2200G
[4C/4T@3,5-3,7 GHz]
12,27
Frames per Second [mehr ist besser]


720p – Medium Quality

Doom (2016)
1280 x 720 [Kein AA/16xAF]
AMD Ryzen 5 2400G
[4C/8T@3,6-3,9 GHz]
35,34
AMD Ryzen 3 2200G
[4C/4T@3,5-3,7 GHz]
32,44
Frames per Second [mehr ist besser]


Mafia III

1.080p – Low Quality

Mafia III
1920 x 1080 [Kein AA/16xAF]
AMD Ryzen 5 2400G
[4C/8T@3,6-3,9 GHz]
23,28
AMD Ryzen 3 2200G
[4C/4T@3,5-3,7 GHz]
20,18
Frames per Second [mehr ist besser]


720p – Medium Quality

Mafia III
1280 x 720 [Kein AA/16xAF]
AMD Ryzen 5 2400G
[4C/8T@3,6-3,9 GHz]
27,57
AMD Ryzen 3 2200G
[4C/4T@3,5-3,7 GHz]
24,66
Frames per Second [mehr ist besser]


Rise of the Tomb Raider

1.080p – Low Quality

Rise of the Tomb Raider
1920 x 1080 [Kein AA/16xAF]
AMD Ryzen 5 2400G
[4C/8T@3,6-3,9 GHz]
27,51
AMD Ryzen 3 2200G
[4C/4T@3,5-3,7 GHz]
23,80
Frames per Second [mehr ist besser]


720p – Medium Quality

Rise of the Tomb Raider
1280 x 720 [Kein AA/16xAF]
AMD Ryzen 5 2400G
[4C/8T@3,6-3,9 GHz]
30,08
AMD Ryzen 3 2200G
[4C/4T@3,5-3,7 GHz]
26,89
Frames per Second [mehr ist besser]


The Witcher 3: Wild Hunt

1.080p – Low Quality

The Witcher 3: The Wild Hunt
1920 x 1080 [Kein AA/16xAF]
AMD Ryzen 5 2400G
[4C/8T@3,6-3,9 GHz]
23,41
AMD Ryzen 3 2200G
[4C/4T@3,5-3,7 GHz]
19,50
Frames per Second [mehr ist besser]


720p – Medium Quality

The Witcher 3: The Wild Hunt
1280 x 720 [Kein AA/16xAF]
AMD Ryzen 5 2400G
[4C/8T@3,6-3,9 GHz]
38,02
AMD Ryzen 3 2200G
[4C/4T@3,5-3,7 GHz]
32,88
Frames per Second [mehr ist besser]


Überraschend ist ein wenig der Umstand, wie nah in manchen Spielen Vega 8 und Vega 11 zusammenliegen. Ob dies letztlich dem beschränkten Zugriff auf den Hauptspeicher und Nachladerucklern geschuldet ist, können wir aktuell nicht beurteilen.

Bild: Raven Ridge: AMD Ryzen 5 2400G und Ryzen 3 2200G im Test
Fakt bleibt allerdings, dass AMDs neue Grafiklösung die Konkurrenz von Intel abermals schlecht dastehen lässt. Die UHD-630-Grafik von Intel, wie sie sich aktuell im Core i5-8400 wiederfindet, kann nicht im Ansatz in die Leistungsregionen von Vega 8 oder 11 vorstoßen. Treiberprobleme beim Spiele-Support wollen wir dabei überhaupt nicht weiter kommentieren. Allenfalls Intels Iris-Pro-Grafikumsetzung, letztmals gesehen bei der fünften Intel-Core-Generation, wäre im Ansatz in der Lage, knapp mitzuhalten, ist aber eben Schnee von gestern und wird wohl aus Kostengründen nicht weiterentwickelt.

Gegenüber der bisherigen, hauseigenen Konkurrenz in Form der alten AMD-APUs mit R7-Grafikeinheit kann Vega ebenfalls glänzen und lässt diese in den meisten Fällen klar hinter sich. Das Bild, welches AMD mit Ryzen 5 2400G und Ryzen 3 2200G zeichnet, ist in diesem Punkt einfach rund.

Bleibt noch die Frage, wo genau sich AMDs integrierte Grafiklösung gegenüber einer separaten Grafikkarte eingruppieren lässt. Hier vergleicht sich AMD mit einer NVIDIA GeForce GT 1030 – einem Produkt im Bereich knapp unter 80 Euro – und zeigt sich mal vorn, mal hinten und mal auf Augenhöhe. Damit will man einmal mehr klarstellen, dass man in diesem Preissegment aktuell praktisch ohne Konkurrenz steht. Die Investition in eine 80-Euro-Grafikkarte für Spieler lohnt praktisch nicht mehr, wenn man für 90 bis 170 Euro einen Prozessor mit integrierter Lösung kaufen kann, welche die gleiche Performance bietet.