Raven Ridge: AMD Ryzen 5 2400G und Ryzen 3 2200G im Test

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Fazit



AMDs Traum von APUs geht nun durch Ryzen-Kerne und Vega-Grafik final in Erfüllung, und zwar in der Form, dass leistungsfähige Prozessorkerne mit einer leistungsfähigen Grafikeinheit kombiniert tatsächlich das Einsteigersegment günstig besiedeln können. Auf etwa gleichem Preisniveau agiert Intels Core i5-8400, welcher eine etwas höhere CPU-Performance zu bieten hat, aufgrund der UHD-630-Grafik aber um Welten zurückliegt. Es braucht daher nicht nur eine separate Grafikkarte im Preisbereich um 80 Euro, um gleichzuziehen, sondern eben auch die derzeit teuren Hauptplatinen mit Z370-Chipsatz.

Bild: Raven Ridge: AMD Ryzen 5 2400G und Ryzen 3 2200G im Test

Noch besser gefällt aktuell der Ryzen 3 2200G für etwa 96 Euro, welcher seine Arbeit nur unwesentlich schlechter als der Ryzen 5 2400G verrichtet und praktisch überhaupt keine Konkurrenz im Lager der Core-Modelle aus der achten Generation besitzt. Wer also etwas anspruchloser bei der Grafikqualität in Spielen ist, der wird die meisten modernen Spiele mit vernünftigen Qualitäts-Settings in 720p spielen können, mit deutlichen Abstrichen auch in Full HD.

Bei der Leistungsaufnahme liefern die beiden neuen Prozessoren ebenfalls eine gute Vorstellung ab und liegen etwas unter dem Niveau des Mitbewerbers – alles in allem auf Augenhöhe für das heutige Zeitalter. Zwecks Kühlung packt AMD den durchaus leistungsstärkeren Wraith-Cooler in die Boxed-Varianten der Prozessoren. Diese Gratiszugabe ist nicht nur in der Kühlleistung ausreichend, sondern arbeitet zudem meist mit angenehmer Ruhe. Allerdings hat AMD die Heatspreader aus Kostengründen nicht mehr verlötet, sondern über Wärmeleitpaste mit dem CPU-Die verbunden, wodurch wenig Spielraum für Übertaktungen bleibt. Wer manuell mehr Leistung aus den beiden neuen Modellen herauskitzeln möchte, der sollte zu einem leistungstärkeren Kühler greifen, etwa dem Noctua NH-U12S, der hier im Test die Temperaturen problemlos in Schach halten konnte.

Intel wird über kurz – oder eher lang – in diesem Segment kontern. Nicht umsonst hat man sich Radja Koduri an Bord geholt. Doch der AMD-Grafik-Chefarchitekt kann natürlich keine (zeitlichen) Wunder vollbringen, und so wird es eine Weile dauern, bis es eine Antwort von Intel gibt. Bis dahin bleibt abzuwarten, wie gut AMD die Zeit nutzt, sich im Desktop- und im Notebook-Segment mit seinen durchaus überzeugenden Argumenten zu platzieren.

[pg & fo], 21. Februar 2018