ProtonVPN Testbericht & Erfahrungen 2020

Fast keine andere Nation der Welt legt soviel Wert auf Datenschutz wie Deutschland. Laut einiger Umfragen achtet ein Großteil der Menschen darauf, welche Daten sie online preisgeben. Dies ist zwar eine gute Grundvoraussetzung für ein sicheres Surfen, jedoch bei weitem nicht genug. Hackerangriffe und Cyberkriminalität sind auf dem Vormarsch – weltweit gibt es mehr als 800 Millionen Schadprogramme und täglich ereilen uns neue Schlagzeilen von Hackerangriffen und schädlicher Software, die nicht nur Firmen, sondern auch Individuen ausspionieren.

Es ist daher kein Wunder, dass mehr und mehr Menschen auf private Sicherheitsfirmen wie VPN Anbieter zurückgreifen, die ein sicheres und anonymes Surfen gewährleisten. Eine VPN Verbindung macht es möglich, sich anstelle der regulären Internetverbindung über die verschlüsselte Serververbindung der VPN Anbieter zu verbinden, sodass beim Surfen keinerlei Spuren hinterlassen werden. Ein vertrauenswürdiger VPN Anbieter speichert zudem keine Nutzerdaten, damit weder Rückschlüsse auf die Identität, noch auf die Internetaktivitäten gezogen werden können.

Bei der Fülle an VPN Anbietern stellt sich die Frage, welche VPN Verbindung am sichersten ist und worauf man bei der Wahl des richtigen Anbieters achten sollte. Um dieser Problematik ein wenig Abhilfe zu verschaffen, stellen wir in diesem Review den VPN Service des Anbieters ProtonVPN vor. ProtonVPN ist ein Schweizer Unternehmen, das nicht nur sichere VPN Verbindungen, sondern auch verschlüsselte E-Mail-Dienste anbietet. Alles zur Firma und den VPN Service im folgenden Testbericht.

Inhalt

     Ausgezeichneter VPN Anbieter 
    ProtonVPN logo
    • Unterstützung fast aller Betriebssysteme: Windows, MacOS, iOS, Android und Linux
    • Hohe Sicherheit & Anonymität: No-Log-Policy, Kill-Switch, uvm.
    • Exzellente Geschwindigkeit: Verwendung von Hochgeschwindigkeitsservern

    ProtonVPN – Firmenhintergründe

    Proton Technologies AG ist ein Unternehmen mit Sitz in Genf, welches trotz seiner relativ kleinen Größe bereits eine Vorreiterrolle in puncto Datenschutz und Sicherheit im Netz eingenommen hat. Die Firma wurde im Jahre 2014 gegründet. Wissenschaftler, Ingenieure und Programmierer bei CERN schlossen sich zusammen, um ProtonMail zu erschaffen, das erste Produkt von Proton Technologies, welches heutzutage als eines der weltweit größten verschlüsselten E-Mail-Dienste gilt. Laut eigener Aussage entstand ProtonVPN aus der Notwendigkeit heraus, die Online-Aktivitäten von denjenigen Journalisten und Aktivisten besser schützen zu können, die bereits Gebrauch von ProtonMail machten.

    Der Firmensitz in der Schweiz hat viele Vorteile – denn nicht nur nimmt die Schweiz eine Vorreiterrolle in den Bereichen Wissenschaft und Forschung ein, sondern ist auch was das Thema Datenschutz angeht ganz weit vorne. Die Schweiz hat strenge Datenschutzrichtlinien, die der EU in nichts nachstehen.

    Proton ist sehr offensiv, wenn es um das Thema Transparenz und Sicherheit geht. Auf den Webseiten des Anbieters lassen sich ausführliche Informationen zum Anbieter und dessen Mitarbeitern finden. Außerdem verpflichtet sich Proton zu strengen No-Logs-Richtlinien. Dies bedeutet, dass persönliche Daten und Protokolle nicht gespeichert werden, um keine Rückschlüsse auf die Internetaktivität der Nutzer zuzulassen. Wer mehr Informationen rund um das Thema Datensicherheit erhalten möchte, der kann sich auf der Webseite des Anbieters hierzu ausführlich informieren.

    Des Weiteren ist die Schweiz kein Mitgliedsstaat der Fourteen Eyes Alliance. Bei dieser Allianz handelt es sich um den Zusammenschluss verschiedener Staaten, die Informationen untereinander austauschen – Deutschland gehört auch hierzu.

    Servernetzwerk und Datensicherheit

    Das Servernetzwerk von ProtonVPN ist mit 785 Servern in 48 Ländern im Gegensatz zu Server-Riesen wie z.B. NordVPN oder CyberGhost, eher überschaubar. Jedoch bietet das Netzwerk einen sehr hohen Sicherheitsstandard, was ausreichend Schutz vor Datenleaks und Cyberattacken jeglicher Art bietet.

    • Protons internes Sicherheitsnetzwerk hat den Namen „Secure Core“ und garantiert ausreichend Schutz gegen Angriffe, die gegen das Netzwerk selbst gerichtet sind. Secure Core Server stehen in sicheren Standorten wie der Schweiz, Schweden und in Island. Die Datenverbindung wird über diese Server geleitet, bevor das Netzwerk verlassen wird. Niemand hat somit die Möglichkeit, die wahre IP-Adresse der Nutzer herauszufinden oder Rückschlüsse auf die Browsing-Aktivität zu ziehen. Die Server selbst stehen an schwer bewachten Standorten – so befinden sich die Secure Core Server in der Schweiz in einem ehemaligen Atombunker 1000 Meter unter der Erde. Die Standorte in Island und Schweden befinden sich ebenfalls an hochgesicherten Orten, was nicht nur einen digitalen, sondern auch einen physischen Schutz gewährleistet.
    • ProtonVPN nutzt zur Datenverschlüsselung den AES-256 Sicherheitsstandard. Zudem findet der Schlüsselaustausch via 4096 Bit RSA statt und die Nachrichtenauthentifizierung wird mithilfe von HMAC SHA384 erledigt. DIe Verschlüsselungsmechanismen gelten als die sichersten der Welt, so wird AES (Advanced Encryption Standard) beispielsweise selbst von Regierungen und Militärs eingesetzt. Als Sicherheitsprotokolle werden sowohl OpenVPN, als auch IKEv2/IPSec genutzt. Diese Protokolle gelten ebenfalls als die sichersten der Welt.
    • Des Weiteren ist ProtonVPN mit einer Vielzahl von Extras ausgestattet, die Datenleaks verhindern und den Datenschutz zusätzlich erhöhen. So bietet ProtonVPN einen Kill-Switch-Modus an, wodurch die komplette Internetverbindung getrennt wird, sollte die VPN Verbindung ungewollt abbrechen. Somit wird verhindert, dass Daten über die normale Internetverbindung ins Netz gelangen. Selbst DNS Anfragen gehen durch einen verschlüsselten Tunnel, ohne hierbei auf Drittparteien angewiesen zu sein.

    Geschwindigkeit

    Neben dem Thema Sicherheit muss ein VPN Anbieter natürlich auch eine schnelle Internetverbindung bereitstellen, um ein Höchstmaß an Nutzerfreundlichkeit zu gewährleisten. Generell lässt sich nicht vermeiden, dass eine VPN Verbindung immer mit Einschränkungen der Verbindungsgeschwindigkeit einhergeht, da die Verbindung über mehrere Server geschleust wird. Während viele andere Anbieter bei ihrem Servernetzwerk auf Quantität statt Qualität setzen, bietet ProtonVPN dagegen ein kleineres Netzwerk an, was aber nur aus Hochgeschwindigkeitsservern besteht.

    Das bedeutet konkret, dass die Minimumbandbreite bei 1 Gpbs liegt, wobei viele Server Spitzenwerte von 10 Gpbs erreichen können. Natürlich ist die Geschwindigkeit von vielen einzelnen Faktoren abhängig, sodass jeder selbst die Software unverbindlich testen sollte. Bei unseren Tests innerhalb Deutschlands konnte ProtonVPN eine akzeptable Geschwindigkeit erreichen, egal ob wir VPN Server im In- oder Ausland genutzt haben.

     

    Zugriff auf ausländische Streaming-Dienste

    Neben Anonymität und Sicherheit beim Surfen legen sich viele Menschen vor allem eine VPN Verbindung aus dem Grund zu, um Zugriff auf das Streaming-Angebot im Ausland zu haben. Mit ProtonVPN können Nutzer unter anderem auf Dienste wie ABC.com, Amazon Prime Video, BBC iPlayer, ESPN+, Hulu und natürlich auch auf Netflix im Ausland zugreifen. Allein für Netflix können auf die Dienste in den USA, Großbritannien, Italien und Deutschland zugegriffen werden.

    Normalerweise sind VPN Anbieter Streaming-Diensten wie Netflix, Hulu oder Amazon Prime ein Dorn im Auge, da sie Nutzern ermöglichen, auf die weltweit günstigsten Angebote der Anbieter zugreifen zu können. Netflix und Co. haben jedoch ihre Kosten und ihr Angebot auf den jeweiligen Markt zugeschnitten. So ist zum Beispiel das Preisangebot und die Filmauswahl von Netflix Deutschland  anders als das Angebot von Netflix in den USA.
    • Obwohl einige VPN Anbieter bereits von Streaming-Diensten geblockt sind, konnten wir bei unseren Tests nichts dergleichen feststellen. Der Zugriff auf beliebte Streaming-Dienste wie Netflix oder Hulu in den USA stellte in Deutschland keinerlei Problem dar.

    Mehr Informationen rund um das Thema Streaming und Ländersperren finden sich auch auf der Webseite des Anbieters.

    Geräteunterstützung

    ProtonVPN bietet seinen Service für fast alle Betriebssysteme an. Hierzu zählen Windows, macOS, Linux, iOS und Android. Wer seine VPN Verbindung vornehmlich von zu Hause aus nutzen möchte, dem ist es zu empfehlen, ProtonVPN mit dem Router zu verbinden, da somit der Verkehr von allen Geräten gesichert und verschlüsselt wird. Somit können selbst die Geräte geschützt werden, die keine VPN Verbindung unterstützen.

    Hier jedoch ein wichtiger Hinweis: Nicht jeder Router kann mit ProtonVPN verbunden werden. Es können nur die Router verbunden werden, die OpenVPN als Client zulassen. Zudem sollte man hier ein wenig technisches Vorwissen mitbringen: Die Einrichtung von ProtonVPN auf einzelnen Geräten ist kinderleicht, erfordert jedoch bei der Verbindung zum Router ein wenig mehr Geschick. Hier lohnt es sich, auf der Anbieterseite nach mehr Informationen zu schauen und gegebenenfalls den Kundensupport von ProtonVPN zu kontaktieren.

    Die Kosten von ProtonVPN

    Um es vorab zu sagen: ProtonVPN bietet eines der sichersten und vertrauenswürdigsten VPN Netzwerke an, was jedoch auch seinen Preis hat. Proton VPN gliedert sich in vier Angebote: Free, Basic, Plus und Visionary

    Free

    Wie der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich hierbei um einen kostenfreien VPN Service. Dieses Angebot richtet sich an alle Interessierten, die sich vor Abschluss eines kostenpflichtigen Vertrages erst einmal mit dem Anbieter und der Nutzeroberfläche vertraut machen möchten.

    • Das kostenlose Angebot ist aber stark eingeschränkt: So können Nutzer nur VPN Server in drei Ländern wählen und das Nutzerkonto auch nur mit einem einzigen Gerät verbinden. Zudem wurde die Verbindungsgeschwindigkeit gedrosselt und Streaming-Services sowie P2P-Services sind gar nicht möglich.

    Für gelegentliche Nutzung sicherlich nicht schlecht, aber nichts für den Langzeitgebrauch.

    Basic

    Das Basic Angebot ist bei einer einjährigen Laufzeit für 4 Euro pro Monat erhältlich. Hier kann ein Nutzerkonto mit zwei Geräten verbunden werden, welches bei voller Geschwindigkeit Zugriff auf Server in der ganzen Welt hat. P2P-Services sind möglich, jedoch kann auch bei diesem Angebot nicht auf die Streaming-Dienste im Ausland zugegriffen werden.

    • Ein günstiges Angebot, was jedoch zu viele Einschränkungen mit sich bringt.

    Plus

    Das Plus Angebot ist mit 8 Euro im Monat zwar doppelt so teuer wie die Basic Variante, dafür wurde aber ein umfangreiches Service-Paket geschnürt, das den Preis rechtfertigt. Zuallererst können bis zu 5 Geräte mit einem Nutzerkonto verbunden werden. Das heißt, ein Familienhaushalt kommt in der Regel mit einem einzigen Abo aus. Durch das Plus Angebot haben Nutzer Zugriff auf wirklich alle Server des Anbieters, sodass auch Streaming-Dienste genutzt werden können. Durch die Secure Core Servers genießen Plus Nutzer zudem den höchsten Sicherheitsschutz.

    • Das Plus Angebot ist unsere Kaufempfehlung.

    Es bleibt noch zu erwähnen, dass der doch relativ teure Preis durch ein zweijähriges Abo verringert werden kann. Wer sich zum Beispiel für ein Plus Abonnement mit einer zweijährigen Laufzeit entscheidet, würde 6.63 Euro anstatt 8 Euro im Monat zahlen.

    Visionary

    Wem das Plus Angebot noch zu wenig ist, der kann mit Visionary noch mehr Sicherheit erhalten, jedoch ist der Preisunterschied beträchtlich. Ein Jahresabo kostet hier 24 Euro im Monat – dreimal soviel wie der Plus Service. Visionary enthält neben allen Plus Funktionen zusätzlich Zugriff auf ProtonMail Visionary, dem verschlüsselten E-Mail-Service des Sicherheitsunternehmens.

    • Die Frage, ob dies 24 Euro im Monat, beziehungsweise 288 Euro im Jahr wert ist, muss jeder für sich selbst beantworten.
    Jeder, der sich noch unschlüssig ist, kann alle kostenpflichtigen Angebote risikofrei testen. Hierzu hat ProtonVPN seinen Kunden eine 30 Tage Geld-zurück-Garantie eingeräumt.

    Dies macht Sinn, denn die Basic-Variante eignet sich nicht, um alle Funktionen des Programmes vollständig zu prüfen. Hier lohnt es sich stattdessen, ein ein- oder zweijähriges Abonnement abzuschließen und bei Unzufriedenheit innerhalb des ersten Monats zu kündigen. Wer das Angebot nur braucht, um in Ländern mit Internetzensur die dortigen Begrenzungen zu umgehen, der kann einen einmonatigen Vertrag abschließen, der jedoch ein wenig teurer ausfällt.

    ProtonVPN Fazit

    Unsere persönlichen Erfahrungen mit ProtonVPN sind mehr als nur überzeugend – der Anbieter bietet einen ausgezeichneten VPN Service an, der selbst den großen Anbietern in puncto Sicherheit und Service in nichts nachsteht.

    • Hier sind vor allem neben der hohen Verschlüsselungsrate von 256 Bit auch weitere Sicherheitsfeatures wie der Kill-Switch zu erwähnen, welche hohe Sicherheit und Anonymität beim Surfen gewährleisten.
    • Des Weiteren bieten die digitalen und physisch geschützten Secure Core Server in der Schweiz, Schweden und Island die höchsten Sicherheitsstandards, sodass sich Nutzer sicher sein können, dass ihre Daten nicht in fremde Hände gelangen.
    • Hierfür sorgen auch die strengen No-Logs-Richtlinien, die gewährleisten, dass Nutzerdaten gelöscht werden, damit eine Nachverfolgung einzelner Individuen selbst für Proton nicht möglich ist.
    • Zudem hatten wir während unserer Testläufe immer eine schnelle und verlässliche Verbindung.
    • Nachteilig lässt sich jedoch feststellen, dass das Servernetzwerk immer noch relativ klein ist im Gegensatz zu den großen, etablierten Anbietern. Dies kann einen negativen Effekt bei der Wahl des richtigen Streaming-Servers und der Geschwindigkeit haben.
    • Obwohl sicherheitstechnisch keinerlei Mängel bestehen, so hat dieses Extra an Sicherheit leider auch seinen Preis, der teurer als der der Konkurrenz ist.

    Im Angesicht des noch relativ kleinen Servernetzwerks werden sich einige vielleicht zweimal überlegen, ob sie nicht bei anderen Anbietern für knapp die Hälfte des Preises einen gleichwertigen Streaming-Service bekommen. Hierbei sollte jedoch nicht der Sicherheitsaspekt vergessen werden, der ProtonVPN so einmalig macht.

    Trotz dieser Mankos können wir ProtonVPN vorbehaltlos empfehlen. Hier lohnt es sich vor allem, den ein- oder zweijährigen Plus Service zu testen, da dieser ein allumfassendes Sicherheits- und Serviceangebot enthält. Das Free Paket ist nur für diejenigen empfehlenswert, die sich ein genaues Bild über die Benutzeroberfläche machen möchten.

    Proton Technologies AG ist einer der vertrauenswürdigsten Anbieter und bietet das beste Sicherheitspaket zu einem leider etwas zu teurem Preis. Es bleibt abzuwarten, ob die Flut an neuen Abonnenten den Preis weiter drücken kann. Falls dies der Fall wäre, so könnte Proton auf lange Sicht die Marktführerschaft anstreben.

    Bestes Sicherheitspaket - leider hoher Preis
    ProtonVPN könnte auf lange Sicht Marktführer werden, dafür muss sich jedoch noch etwas am Preis bewegen. Aktuell überzeugt das Angebot mit einem umfangreichen Sicherheitspaket, strengen No-Log Richtlinien und schnelle Verbindungen.
    Servernetzwerk
    7
    Streaming-Dienste
    10
    Sicherheit
    10
    No Log Richtlinien
    10
    Verfügbarkeit
    9
    Leserwertung0 Bewertungen
    0
    Pro
    Höchste Sicherheit
    Strenge No Log Regeln
    Hohe Verschlüsselungsraten
    Stabile Verbindungen
    Contra
    Kleines Servernetzwerk
    Hoher Preis
    9.2
    vorbehaltlose Empfehlung

    Über David Maul

    David Maul ist studierter Wirtschaftsinformatiker mit einer Leidenschaft für Hardware