Sind VPNs sicher? Wir klären über alle wichtigen Fragen auf

Ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) kann einen großen Unterschied für Ihre Online Privatsphäre und Sicherheit bedeuten. Ein VPN kann verhindern, dass Webseiten wissen, wo Sie sich befinden oder sogar möglicherweise Ihre Online Aktivitäten verfolgen. Ein VPN kann Sie außerdem vor Kriminellen schützen und Ihnen dabei helfen, staatlichen Zensur zu entgehen. VPNs können Ihnen sogar helfen, Geoblocking (Geografische Sperrungen) zu umgehen. Aber sind VPNs sicher? Können Sie einem VPN wirklich vertrauen, dass er Ihre Privatsphäre schützt?

Was ein VPN macht

Ein VPN sichert und verschlüsselt Ihre Online Aktivitäten, sodass diese nicht von Dritten (einschließlich Ihres eigenen Internetanbieters) abgefangen, gelesen oder manipuliert werden können. Dies bedeutet, dass Ihr Internetprovider Ihre Netzwerkaktivität nicht analysieren kann, um diese Informationen möglicherweise zur Drosselung bestimmter Dienste zu verwenden. Auch können Webseiten Ihre Browserdaten nicht an Drittanbieter verkaufen.

So funktioniert ein VPN

Ein VPN leitet Ihren Internetverkehr über ein eigenes Netzwerk von Servern weiter und verschleiert so Ihre echte IP-Adresse. Mit einer IP-Adresse Adresse können Webseiten ermitteln, wo Sie sich auf der Welt befinden und welchen Internetanbieter Sie verwenden. Wenn Sie ein VPN nutzen, surfen Sie möglicherweise von einem Schlafzimmer in Norddeutschland aus, aber die Webseite, die Sie besuchen, glaubt möglicherweise, dass Sie eine Verbindung aus den USA herstellen.

Bei einigen VPNs können Sie auch den Datenverkehr filtern. Zum Beispiel können Sie ein VPN so einrichten, das er einen Proxyserver enthält, mit dem Sie verhindern können, dass wirklich irritierende, alterswidrige Anzeigen an das Tablet oder den Laptop Ihrer Kinder gesendet werden.

Warum Sie das beschützt

Angenommen, Sie möchten über ein öffentliches WiFi Netzwerk surfen. Woher wissen Sie, dass Ihre Daten sicher sind, dass Netzwerk legitim ist und der Datenverkehr nicht abgefangen wird? Wenn ein VPN aktiviert ist, sind Ihre Daten vor Snooping geschützt. VPNs können Ihnen auch dabei helfen, der Verfolgung durch Werbenetzwerke und soziale Netzwerke zu entgehen. Sie können sicherstellen, dass ein wichtiges Dokument, was Sie an eine andere Person senden, nicht in die falschen Hände geraten kann. Dies ist besonders wichtig in Teilen der Welt, in denen es wirklich strenge politische Zensur gibt: In einigen Ländern kann Online Datenschutz buchstäblich eine Frage von Leben und Tod sein.

Warum ein VPN nur ohne Protokolle Sinn macht

Es macht keinen Sinn, ein VPN zu verwenden, um Dritte daran zu hindern, Ihre Online-Aktivitäten zu protokollieren, wenn Ihr VPN protokolliert, was Sie stattdessen tun. Insbesondere wenn sich dieses VPN in einem Land befindet, in dem Gerichte oder Sicherheitsdienste die Übergabe von Benutzerdaten verlangen können. Suchen Sie daher bei VPN Anbietern immer nach einer Richtlinie ohne Protokollierung und stellen Sie sicher, dass dies keinerlei Protokollierung bedeutet. Ein VPN, das Ihre Aktivitätsdaten nicht protokolliert, Ihre IP-Adresse jedoch protokolliert, führt keine wirkliche Richtlinie ohne Protokollierung aus.

Ein häufiges Problem ist die Zuständigkeit: Wo sich ein Anbieter befindet, bestimmt, welchen Gesetzen er unterliegt und welche Strafverfolgungsanforderungen er erfüllen muss. Achten Sie besonders auf folgende Länder: Die USA, Großbritannien, Australien, Kanada und Neuseeland. Diese haben eine Sicherheitsallianz zum Austausch von Überwachungsdaten gebildet und sind offenbar sehr daran interessiert, hintertüren in Netzwerken zu finden und zu teilen.

Ein VPN-Anbieter mit einer Richtlinie ohne Protokollierung hat keine Daten, welche er übergeben könnte. Aber insbesondere in den von uns genannten Ländern können Sie davon ausgehen, dass die dort ansässigen Anbieter  von den Sicherheitsdiensten auf ihre Protokolle angesprochen werden. In einer idealen Welt zielen diese Sicherheitsdienste nicht auf unschuldige Leute ab oder missbrauchen ihre Kräfte, aber wir Leben nun leider nicht in einer idealen Welt.

Sind VPNs sicher? Warum ein VPN Sie nicht vor allem schützen kann

Was ein VPN tun kann, ist begrenzt. Wenn Sie Software aus nicht aus seriösen Quellen herunterladen, kann es vorkommen, dass diese Malware enthält, welche in die Privatsphäre Ihres VPNs eindringt. Wenn Sie sich mit Ihrem Facebook- oder Google-Konto bei einer Reihe von Websites anmelden, erstellen Sie so trotzdem einen Datenpfad. Webseiten Cookies und E-Mail-Tracking-Pixel können auch identifizieren, wo Sie sich befinden und was Sie tun. Vor all diesen Dingen schützt ein VPN also nicht.

Wenn Datenschutz Ihr Hauptanliegen ist, muss Ihr VPN Teil eines umfassenderen Datenschutzpakets sein, das das Sperren Ihres Webbrowsers und aller anderen von Ihnen verwendeten Online-Apps umfasst. Denken Sie dabei an das große Ganze. Wenn Sie mehrere Geräte verwenden, sollten Sie sich ein VPN ansehen, welches Sie sowohl auf Ihrem Router als auch auf einzelnen Geräten installieren können. Wenn Sie sich an alle diese Richtlinien halten, nur dann sind VPNs sicher.

 

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Über David Maul

David Maul ist studierter Wirtschaftsinformatiker mit einer Leidenschaft für Hardware

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