Am Montag beginnt die erste virtuelle CES

Die letzte CES in Las Vegas, Nevada fühlt sich inzwischen bereits eine Ewigkeit her an. Damals konnten wir uns noch frei unterhalten und in Restaurants Essen und Getränke genießen. In diesem Jahr findet aufgrund der anhaltenden Pandemie die jährliche CES vollständig auf unseren Computerbildschirmen statt. Ja, dieses Jahr findet die erste virtuelle CES statt. Die Consumer-Tech-Branche beginnt am Montag, den 11. Januar.

Die virtuelle CES wird deutlich kleiner

Wenn Sie dieses Jahr die CES besuchen möchten, müssen Sie kein Geld für Registrierungsgebühren, Flugkosten oder Unterkunft ausgeben. Sie können Ankündigungen und Aktivitäten von zu Hause aus miterleben. Bisher klingt das doch gar nicht so schlecht, oder? Leider besteht allerdings kein Zweifel daran, dass die diesjährige virtuelle CES kleiner ausfallen wird. Die Consumer Technology Association, welche die CES ausrichtet, hat angegeben, dass rund 1.800 Aussteller an der diesjährigen Messe teilnehmen werden. Das ist weniger als die Hälfte der 4.400 Aussteller, die im vergangenen Jahr an der Messe teilgenommen haben. Die CTA wies auch darauf hin, dass die Show als volldigitale Veranstaltung „für ein Publikum auf der ganzen Welt zugänglich sein wird“, lehnte jedoch ab zu sagen, wie viele Personen sich tatsächlich für die diesjährige virtuelle CES angemeldet haben. Im vergangenen Jahr nahmen schätzungsweise 170.000 Menschen persönlich teil.

Die CES 2021

Einige Technologieunternehmen entscheiden sich in diesem Jahr bewusst dagegen, Produktneuheiten auf der CES vorzustellen und veröffentlichen diese lieber nach ihren eigenen Zeitplänen. So wird zum Beispiel Amazon keine offizielle Präsenz in der virtuellen CES haben. Auch Google gab an, dass es zwar Partnertreffen veranstalten wird, sich aber ansonsten aus der Show zurückzieht. Microsoft Präsident Brad Smith wird eine Grundsatzrede halten, in der es darum geht, dass Technologie sowohl eine Waffe als auch ein Werkzeug ist – ein besonders relevantes Thema – aber ansonsten wird es wohl keine großen Produktankündigungen von Microsoft geben. Facebook und seine Oculus Division wird ebenfalls nicht teilnehmen.

Samsung und LG Electronics veranstalten virtuelle Pressekonferenzen und geben Informationen zu ihren neuen Displays und Haushaltsgeräte bekannt. Dabei ist es jedoch erwähnenswert, dass Samsung am 14. Januar sein jährliches Galaxy Handy vorstellt. Allerdings nur „während“ der CES, aber nicht wirklich als Teil der CES. Dabei sind dagegen Intel und Sony, welche direkt am Montag Pressekonferenzen geben werden. Andere Höhepunkten sind General Motors, Verizon und AMD.

CES anschauen ja – anfassen nein

Die wohl wichtigste Frage lautet aber wohl wie in jedem Jahr: Welche neue Technologie werden wir sehen? Zunächst gibt es einige aufregende Dinge bei Fernsehneuheiten. Ein beeindruckender Fernseher dürfte ein neues 110-Zoll-MicroLED-Modell von Samsung sein. Immer mehr TV Hersteller setzen auf 8K-Bildschirme, darunter Samsung, LG und Sony. Einige TV-Hersteller halten ihre Ankündigungen allerdings möglicherweise bis zum Frühjahr zurück, wenn traditionell die meisten neuen TVs auf den Markt kommen. Leider ist es nur schwer, den gleichen Hype für Displays zu erzeugen, wenn Sie einen beeindruckenden OLED Bildschirm nicht persönlich zeigen können. Und 8K-Displays haben die gleiche Einschränkung wie 4K vor einigen Jahren: Es wird eine Weile dauern, bis 8K-Inhalte allgemein verfügbar sind.

Die CES bietet normalerweise auch eine gute Gelegenheit, neue Laptop-Technologien auszuprobieren, auch wenn einige von ihnen erst im Herbst ausgeliefert werden. Dabei ist dieses Jahr besonders auf AMD zu achten. Von Chromebooks bis hin zu High-End- Gaming PCs bieten Hersteller immer mehr AMD Modelle neben den üblichen Intel Optionen an. Die speziell für Chromebooks optimierten Chips der Ryzen 3000 C-Serie von AMD werden später in diesem Jahr von Acer und anderen PC-Herstellern in neuen Modellen angeboten.

Neue Handys auf der CES

Die meisten großen Smartphone Hersteller werden irgendwann im Jahr 2021 separate Ankündigungsveranstaltungen veranstalten, wie dies seit mindestens einem Jahrzehnt der Fall ist. Einige der mobilen Ankündigungen, die während oder um die CES gemacht werden, deuten jedoch auf dauerhafte Trends hin.

Ein absehbarer Trend ist beispielsweise, dass immer mehr Hersteller auch günstige 5G Handys anbieten. Qualcomm hat gerade die 5G-Unterstützung für seinen Snapdragon 480-Chip für kostengünstige Telefone angekündigt. Das Ergebnis ist, dass Qualcomm jetzt 5G für seine gesamte Palette von Telefonprozessoren anbieten kann und nicht nur für die High-End-Chips. Wahrscheinlich sehen wir auch wieder einige ausgefallene Displaydesigns. Also mehr faltbare und rollbare Displays.

Virtuelle CES – Ein Erfolg?

Es ist natürlich gut, dass zum Schutz der Gesundheit aller die CES dieses Jahr virtuell stattfinden wird. Leider wird es dadurch natürlich auch kaum möglich sein, die Stimmung der CES in diesem Jahr einzufangen. Allerdings heißt es bereits von offizieller Seite, dass die diesjährige CES nicht dazu gedacht ist, eine persönliche Messe zu ersetzen oder neu zu gestalten, und dass die Organisation „sich darauf freut 2022 nach Las Vegas zurückzukehren“.

 

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Über David Maul

David Maul ist studierter Wirtschaftsinformatiker mit einer Leidenschaft für Hardware

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