Nordpass Passwort Manager Test

Nicht nur Privatleute, sondern auch Unternehmen setzen zunehmend auf digitale Services, wenn es um die Verwaltung und die Bearbeitung interner Daten geht. Viele dieser Dienste lassen sich mit Passwörtern verschlüsseln, um einen Zugriff unbefugter Personen auf die oft sensiblen Daten zu verhindern. Umso wichtiger ist ein umfangreicher Schutz durch eine Passwort-Manager-Lösung. Schließlich ist das Internet längst auch zur Spielwiese krimineller Elemente geworden, die versuchen, an die Daten u gelangen.

Ähnlich wie ein VPN hilft auch ein Passwort-Manager dabei, dass sich die User sicher im Internet bewegen können. Folglich gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Anbietern, die den attraktiven Markt für Computersicherheit für sich entdeckt haben und entsprechende Lösungen anbieten. Der Anbieter NordVPN hat nun einen Passwort-Manager als Standalone-Variante angeboten: der Nordpass Passwort Manager. Doch erfüllt diese Anwendung auch die Erwartungen der Nutzer?

Inhalt

     

    Nordpass – Was ist das?

    Bei Nordpass handelt es sich um einen Passwort-Manager aus dem Hause NordVPN. Erhältlich ist dieser in Form einer Browser Erweiterung für Edge, Firefox, Chrome und Opera. Mobile Versionen des Programms gibt es für die Betriebssysteme iOS und Android.

     

    Die Benutzeroberfläche und der Bedienkomfort von Nordpass

    Das komplette Management der Passwörter wird bei Nordpass im Browser erledigt. Deshalb teilt sich die Benutzeroberfläche auch auf eine Browser-Erweiterung und das eigentliche Web-Dashboard auf.

    Das Web-Dashboard bei Nordpass

    Will der User zum Web-Dashboard von Nordpass wechseln, muss er in der Nordpass-Erweiterung die Einstellungen anklicken und den Punkt „Open Fullscreen“ auswählen. Hier befindet sich der Tresor, in dem sich alle Daten befinden. Dieser Tresor untergliedert sich in verschiedene Kategorien:

    1. Logins
    2. Kreditkarten
    3. geteilte Dateien
    4. sichere Notizen
    5. Papierkorb

    Folgende Funktionen sind im Tresor von Nordpass möglich:

    • Wollen die User Daten, die sie gelöscht haben, wiederherstellen, müssen sie dazu den Papierkorb anklicken.
    • Verschlossen wird der Tresor per Klick auf den Menüpunkt „Lock“. Will der User später erneut auf seine Daten zugreifen, muss er das Master-Passwort erneut eingeben.
    • Darüber hinaus gibt es bei Nordpass eine Suchfunktion.
    • Zudem hat der Anwender auch die Möglichkeit, Datensätze von Hand hinzuzufügen.
    • Die Funktion, die den Import oder den Export von Daten ermöglicht, findet sich ebenso in den Einstellungen, ebenso wie die sogenannte Zwei-Faktor-Authentisierung.
    • Ferner hat der User noch weitere Möglichkeiten zur Feinjustieren. So ist es möglich, das Master-Passwort durch ein neues zu ersetzen, sodass der Nordpass Passwort Generator einen neuen Recovery Code erstellt und der User kann auch festlegen, nach welcher Zeitspanne ein automatischer Logout erfolgen soll.
    • Weiterhin findet der Anwender hier auch eine Liste von jenen Webseiten, welche nicht automatisch durch die Passwort-Erkennung geöffnet werden sollen.

     

    Die Browser-Erweiterung von Nordpass

    Außer dem Papierkorb befinden sich in der Browser-Erweiterung die selben Kategorien für die Datensätze. Darüber hinaus gelangt der Anwender über die Einstellungen zum Nordpass Passwort Generator. Eine Suchfunktion fehlt hier ebenfalls nicht. Fügt der User mit einem Klick auf den Punkt „Add Item“ einen neuen Datensatz hinzu, wechselt er damit automatisch ins Web-Dashboard. Dort befindet sich die Adresse der aktuell aufgerufenen Seite bereits in der Liste.

    • Das Interface von Nordpass wirkt deshalb so aufgeräumt, weil sich die Anwendung voll und ganz auf die wesentlichen Aufgaben eines Passwort-Managers konzentriert. Ein großes Plus besteht darin, dass es möglich ist, die Anwendung völlig intuitiv zu steuern.

    So mancher User vermisst möglicherweise eine Desktop-Version und empfindet die vergleichsweise wenigen Features, die Nordpass zu bieten hat, als Schwäche. An der Benutzeroberfläche allerdings gibt es nichts auszusetzen.

    In Nordpass findet der User alle wichtigen Features, die ein Passwort-Manager braucht, um Logins und andere Datensätze zu verwalten. Der Nordpass Passwort Generator hilft dem User dabei, Passwörter auf der höchsten Sicherheitsstufe auszuwählen. Sowohl die Länge, als auch aus welchen Zeichensätzen die Passwörter zusammengesetzt sein sollen, kann der Anwender auswählen.

    Nutzt der Anwender die automatische Erkennung der Anwendung ist das Erstellen von Passwörtern sogar noch einfacher. Denn sobald sich ein User auf einer Seite registriert, wird die Passwort-Spalte automatisch erkannt. Der User muss nun darauf Klicken, sodass ein generiertes Passwort erscheint, welches mit einem Klick eingefügt wird. Sobald dann die Registrierung abgeschlossen ist, wird ein weiteres Fenster geöffnet. Hier kann der User den Login in seinem Passwort-Manager speichern.

    Die Autofill-Funktionen von Nordpass erweisen sich als sehr zuverlässig, so die Erfahrung im Test. In aller Regel erscheint das entsprechende Symbol genau dann, wenn es gebraucht wird, an der richtigen Stelle. Dieses Feature funktioniert nur gelegentlich nicht. Beispielsweise konnte der Amazon-Account, der sich ja unabhängig von der Ländereinstellung nicht ändert, nicht erkannt werden. Der Grund dafür liegt allerdings darin, dass der Account bei Nordpass mit einer anderen Länderkennung hinterlegt ist. Andere Passwort-Manager wie etwa Last-Pass stellen diese Verbindung automatisch her. Bei Nordpass hingegen können selbst kleine Änderungen in der Adresse eine automatische Erkennung stören oder verhindern. Alle sonstigen Registrierungs- und Login-Versuche konnte Nordpass jedoch erfolgreich meistern.

    Bislang fehlen Features, welche über die grundlegenden Funktionen von Passwort-Managern hinaus gehen, bei Nordpass. Beispielsweise fehlt ein Sicherheits-Center, dass bei zahlreichen anderen Programmen, z.B. Avira, zur Standard-Ausstattung gehört. Der Anbieter könnte dieses Features etwa nutzen, um den Anwendern eine Übersicht darüber zu geben, wie es um die allgemeine Sicherheit ihrer Passwörter bestellt ist.

    Entsprechende Features sollen aber bereits geplant sein. Allerdings ist noch nicht klar, ob es dann möglich sein wird, schwache Passwörter automatisch zu wechseln, wie es bei Dashlane der Fall ist. Diese geringe Auswahl enttäuscht vielleicht den einen oder anderen User, weil Nordpass doch einen gewissen Namen hat und somit auch entsprechende Erwartungen bei den Kunden weckt.

     

    Die mobile Nutzung von Nordpass

    Auch die App für das Smartphones ist von der Bedienung her so einfach gestaltet wie die Browser-Anwendung. Der User findet auch hier die entsprechenden Kategorien für Logins, Kreditkarten, Notizen und den Papierkorb. Eine Synchronisation der Daten erfolgt permanent, wodurch gewährleistet ist, dass die Daten in beiden Versionen der Anwendung stets identisch sind. Lediglich der Zugriff auf die geteilten Daten ist via Smartphone nicht möglich.

    • Dafür findet der User in den Einstellungen eine weitere Option, die es möglich macht, den Tresor mit den Datensätzen mittels eines Fingerabdrucks zu öffnen. Dadurch wird die mobile Bedienung einfacher, weist jedoch die Sicherheitslücken auf, die charakteristisch für diese Technologie sind.

    Wird der User über seine Logins direkt zur jeweiligen Webseite weitergeleitet, öffnet sich der Sytem-Browser des Mobiltelefons. Hier erweist sich die Autofill-Funktion der Anwendung als äußerst zuverlässig, weil im Test alle Logins erkannt werden. Möglicherweise gibt es aber auch in der mobilen Version Probleme, wenn es leichte Abweichungen bei der Webadresse gibt.

     

    So wird Nordpass eingerichtet

    Sämtliche Datensätze des Anwenders werden bei Nordpass ausschließlich im Browser verwaltet, weil es keine Desktop-Anwendung, wie es etwa bei Dashlane der Fall ist, gibt. Dafür lässt sich Nordpass allerdings äußerst einfach einrichten.

    Schritt 1: Der User muss sich im ersten Schritt lediglich registrieren und die Erweiterung, zu welcher die Website von NordPass den User direkt weiterleitet, installieren.

    Schritt 2: Anschließend muss der User die Background App von NordPass installieren und sich im Browser-Fenster anmelden.

    Schritt 3: Nun muss er noch seine Identität bestätigen, was der User mit Hilfe eines sechsstelligen Passwortes erledigt, das ihm per Mail zugeschickt wird. Anschließend legt er das Master-Passwort für die Verwaltung seiner Daten fest.

    Der User muss sich dann nur noch dieses eine Passwort merken, damit er von nun an mit Nordpass arbeiten kann. Entsprechend vorsichtig sollte dieses Master-Passwort gewählt werden. Denn sollte der User dieses Passwort vergessen, kann ihm nur noch der sogenannte Recovery-Code helfen, den er zugewiesen bekommt, sobald er das Master-Passwort eingegeben hat. Der Anwender sollte den Recovery-Code also entsprechend gut und sicher aufbewahren.

     

    Wechsel zu Nordpass

    Wechselt ein User, der zuvor einen anderen Passwort-Manager benutzt hat, zu NordPass oder hat er im Browser bereits den einen oder anderen Login gespeichert, wird er vermutlich als erstes diese Daten importieren. Das wird ihm durch Nordpass relativ einfach gemacht, weil die Anwendung diverse Programme und Browser unterstützt. Dazu gehören beispielsweise Bitwarden, Roboform, Ipassword und LastPass.

    Anschließend wählt der User aus, welche Kreditkarten, Notizen und Logins er in Nordpass importieren möchte, um die Einrichtung abzuschließen. Im Test funktionierte das importieren von LastPass-Dateien hervorragend, ohne dass es zu Fehlzuweisungen gekommen wäre. Damit unterscheidet sich Nordpass massiv von anderen Passwort-Managern, wo oftmals noch eine Korrektur der Datensätze von Hand notwendig ist.

    • Wie in so manchem Review bestätigt wird, lässt sich Nordpass sehr schnell einrichten und auch der Import von Daten stellt in aller Regel kein Problem dar.

    Einsteiger in die Welt der Passwort-Manager dürften aber ein einführendes Tutorial vermissen. Und auch eine deutsche Sprachausgabe gibt es bislang nicht. Zwar soll die Veröffentlichung der Anwendung in weiteren Sprachen geplant sein, jedoch gibt es dazu bislang keine konkreten Details.

     

    Wie ist es bei Nordpass um die Sicherheit bestellt?

    Die Verschlüsselung erfolgt bei Nordpass mit dem AES 256-bit-Standard, der ein Höchstmaß an Sicherheit gewährleistet. Der Grund: Verschlüsselt werden die Logins nach militärischem Standard.

    Die Zwei-Faktor-Authentifizierung macht einen noch besseren Schutz vor dem Zugriff durch unbefugte möglich. Will ein User dieses Feature nutzen, kann er dafür verschiedene Authenticator-Apps, beispielsweise Authy, Duo Mobile oder den Google Authenticator verwenden.

    Dafür, wie es um die Sicherheit des Master-Passworts bestellt ist, ist der User selbst zuständig. Es gibt bei Nordpass mit dem Recovery-Code aber eine Art Notschalter. Denn verliert der User sein Master-Passwort, hat er damit noch eine Chance, erneuten Zugriff auf seinen Account zu bekommen. Jedoch stellt der Recovery-Code auch ein Sicherheitsrisiko dar, falls er Unbefugten zwischen die Finger kommt. Dieser Code sollte also in jedem Fall möglichst sicher aufbewahrt werden.

    In puncto Sicherheit unterscheidet sich Nordpass aber von vergleichbaren Programmen auf dem Markt: Diese arbeiten nämlich in den meisten Fällen mit der Advanced Encryption Standard-Spezifizierung, während für Nordpass der Verschlüsselungsalgorithmus XChaCha20 genutzt wird. Dieser gilt als weniger anfällig für Cyberangriffe.

     

    Der Support für Nordpass

    Zwar gibt es einen FAQ-Bereich für die Anwendung, allerdings fällt diese relativ spärlich aus. Braucht ein User Unterstützung, kann er via E-Mail Kontakt mit dem Support-Team aufnehmen. Hier werden die Fragen innerhalb von 24 Stunden beantwortet, gegebenenfalls muss der Anwender aber noch ein zweites Mal nachhaken.

    Bislang fehlt ein Live-Chat für den direkten Kontakt mit den Support-Mitarbeitern, was sich künftig aber ebenfalls ändern soll.

    Der Preis für Nordpass

    Wie viel der Anwender für die Nutzung von Nordpass zahlen muss, hängt davon ab, für welchen Zeitraum er ein Abo abschließt. Aktuell reichen die Preise von 2,22 Euro pro Monat bis 4,46 Euro pro Monat. Am günstigsten fahren die User, wenn sie sich für ein zweijähriges Abonnement entscheiden, welches um 50 Prozent günstiger ist als das monatliche Abo.

     

    Die Vor- und Nachteile von Nordpass

    Die Vorteile

    • Die Benutzeroberfläche lässt keine Wünsche offen.
    • Die Bedienung ist intuitiv und äußerst einfach.
    • Die Autofill-Funktion ist zuverlässig.

    Die Nachteile

    • Es werden nur wenige Extra-Features angeboten.
    • Nordpass deutsch wird nicht angeboten.
    • Ein Sicherheits-Dashboard fehlt.

     

    Das Fazit zu Nordpass

    Schon auf den ersten Blick ist Nordpass ein Teil der Produktfamilie von NordVPN und schneidet deshalb auch entsprechend gut ab. Das gilt zumindest für jene Bereiche, in welchen auch die Schwesterprogramme eine gute Figur machen. So überzeugt die Anwendung mit einem stimmigen Design und einer einfachen Bedienung. Und auch der Wechsel von einem anderen Passwort-Manager zu Nordpass ist denkbar einfach. Denn der Datenimport funktioniert in aller Regel völlig reibungslos.

    Überraschend ist allerdings die vergleichsweise spärliche Ausstattung mit Features. Schmerzlich vermisst wird etwa ein Sicherheits-Dashboard, das ebenso übersichtlich gestaltet ist, wie die Anwendung an sich. Denn dieses erleichtert es den Usern erheblich, im Überblick zu behalten, wie stark ihr Account denn nun eigentlich ist.

    Der Anbieter beschränkt sich allerdings bei seinem Passwort-Manager auf die allernötigsten Funktionen. Der User hätte hier also vermutlich ein wenig mehr Schwung erwartet, nachdem NordVPN im VPN-Bereich einen hervorragenden Namen hat.

    Kann der Anwender jedoch auf das Sicherheits-Dashboard verzichten, bekommt er einen gut funktionierenden Passwort-Manager.
     Solider Passwort-Manager 
    Kaspersky logo
    • Hohe Sicherheitsvorkehrungen: AES-256-Verschlüsselungsstandard
    • Hohe Benutzerfreundlichkeit: Schnelle Einrichtung & intuitive Bedienung
    • Zuverlässige Autofill-Funktion: Keine Fehlzuweisungen wie bei anderen Anbietern

    Über Kevin

    Kevin Seeberger ist studierter Wirtschaftswissenschaftler mit Schwerpunkt FMCG und einer weitern Ausbildung im E-Commerce. Er kümmert sich um verschiedenste Themen rund um Computer Sicherheit.