Autor Thema: Übertakten, Undervolting und Leistungsaufnahme  (Gelesen 43074 mal)

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Offline newbie

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Übertakten, Undervolting und Leistungsaufnahme
« am: 11. Juli 2010, 14:06:00 »
Hallo allerseits!

Ich habe mit OC null Erfahrung. Mein core i3-530 läuft aber zur Zeit mit einer geringfügig niedrigeren Spannung (-0,1V im Offset) und meine 8G G.Skill CL7 1600-Eco-Dimms mit 1,3V bei 1333 MHz. (Dieses System habe ich auch dank gutem Rat aus diesem Forum zusammengestellt, und es läuft bisher wie am Schnürchen.) 

Ev. wäre es interessant, den Takt von CPU und Ram geringfügig zu erhöhen, solange dies ohne Spannungserhöhung sowohl bei CPU wie auch bei Ram möglich ist. Am liebsten würde ich bei den derzeitigen reduzierten Spannungswerten bleiben.

Meine Anfängerfragen: Wie stark erhöhe ich die Leistungsaufnahme, wenn ich nur leicht übertakte bei gleichbliebenden Einstellungen der Spannungen? Und: Hat jemand Erfahrung mit dieser Konfiguration und kann etwas über die Stabilität sagen?

Oder ist es am Ende so, dass ich bei den niedrigen Taktraten bleiben muss, wenn ich den Energieverbrauch nicht dramatisch erhöhen will?

Dass Overclocking die Leistungsaufnahme erhöht, ist ja klar, aber wie verhält sich das, wenn die Spannungen niedrig gehalten werden?

Wobei, wenn ich das richtig verstehe, das Problem besteht, dass die CPU-Spannung im Gegensatz zur Ram Spannung dynamisch ist, was ja an sich sinnvoll ist.

Die grundsätzliche Frage dahinter ist die, ob es möglich ist, die Leistung zu verbessern, ohne gleichzeitig die Leistungsaufnahme zu erhöhen.

Grüsse
« Letzte Änderung: 11. Juli 2010, 14:16:03 von newbie »

Offline Byron

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Re: Übertakten, Undervolting und Leistungsaufnahme
« Antwort #1 am: 11. Juli 2010, 15:54:04 »

Die grundsätzliche Frage dahinter ist die, ob es möglich ist, die Leistung zu verbessern, ohne gleichzeitig die Leistungsaufnahme zu erhöhen.


Na klar ist das möglich. Die Leistung berechnet sich schließlich nur aus U*I, da steckt nirgens die Taktrate drin. Solange du also an der CPU-Spannung nichts änderst, wird die CPU nicht mehr verbrauchen. Egal ob sie mit 100MHz oder mit 1000 läuft.

Was deine restlichen Fragen angeht, so sollte dir klar sein, dass sich ein geringfügig gesteigerter Takt ebenso wenig bemerkbar macht. Um am Ende überhaupt messbare Vorteile zu haben musst du schon 2-3 hundert MHz rauskitzeln und um davon dann auch spürbar was zu haben, sogar noch ein bissl mehr. In aller Regel lohnt sich Übertakten also nicht, insofern man es nicht "richtig" betreibt und alles rausholt, oder aber Anwendungen nutzt, die extrem mit den MHz skalieren. (Rendering etc.)

Zudem bezweifel ich ehrlich gesagt, dass dein i3 eine potentielle OC-CPU ist. Aber auch hier lautet die Devise "Probieren geht über Studieren". Am Ende wirst du einfach ausloten müssen was möglich ist und was nicht. Dann wirst du auch sehen, ob es für dich sinnvoll ist oder nicht.

Die CPU-Spannung ist in der Tat kein fixer Wert mehr, sondern wird im Zuge der ganzen Stromspar-Technologien, die in den heutigen CPUs stecken ebenso wie der Takt gesenkt. Ehrlich gesagt beschäftige ich mich auch so wenig mit dem Thema Übertakten, dass ich die jetzt nicht genau sagen kann, ob du beim rumspielen an der Spannung diese Eigenschaft noch nutzen kannst. Bei den ersten S754 und 939 Athlons gings dann nicht mehr. Ist in deinem Fall aber auch egal, weil du die Spannung nicht anheben möchtest.

Gruß

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Re: Übertakten, Undervolting und Leistungsaufnahme
« Antwort #2 am: 12. Juli 2010, 03:56:03 »
... Die Leistung berechnet sich schließlich nur aus U*I, da steckt nirgens die Taktrate drin. ...

Wenn du das in einer meiner Prüfungen, zu der Zeit als ich noch als Dozent beschäftigt war, behauptet hättest, wärst du das nächste Mal mit einer rosa Zulassungsbescheinigung gekommen.

In jeder Grundlagen-Vorlesung zur Halbleitertechnologie (egal an welcher Hochschule) wird der funktionale Zusammenhang der Verlustleistung eines CMOS-Gatters mit der Taktfrequenz hergeleitet, der da lautet: P ~ U² * f.
Diese Proportionalität skaliert auch für komplexe Schaltungen (wie sie moderne Prozessoren darstellen) sehr gut.
Die entsprechenden Publikationen darüber kannst du bei IEEE Xplore recherchieren (ich bin dafür gerade zu faul).

Einem Redakteur, der in einem Magazin publiziert, das sich auch mit Prozessortechnologie beschäftigt, sollte doch zumindest das kleine 1+1 (nichtmal 1*1) dieser Technologie bekannt sein.

Offline Peter

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Re: Übertakten, Undervolting und Leistungsaufnahme
« Antwort #3 am: 12. Juli 2010, 12:41:45 »
Also das geplante, geringfügige Übertakten von CPU und Speicher bei gleicher Spannung wird (je nachdem wie du Geringfügig definierst) gelingen, die Leistungsaufnahme eher in geringem Maße beeinflussen und die dadurch gewonnene Mehrperformance wirst du nicht bemerken ;)

Scherz beiseite. Irgendwie widersprechen sich die beiden Standpunkte "undervolten" und "overclocken". Aber es ist recht simple herauszufinden, wie weit es geht und welche Vor- und Nachteile du davon hast. Du lässt eben schlicht deine Spannungen wo sie sind und erhöhst den FSB  im BIOS deines Mainboards (FSB gibt es zwar nicht mehr, dürfte vermutlich aber immer noch so im BIOS genannt werden) um einen entsprechenden Wert, dass du zu Beginn vielleicht auf 100 MHz Mehr-CPU-Takt kommst. Wenn das stabil läuft, dann prüfe mittels eines handelsüblichen Energie-Checkers ob sich die Leistungsaufnahme verändert.
Gruß

Peter

Offline newbie

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Re: Übertakten, Undervolting und Leistungsaufnahme
« Antwort #4 am: 12. Juli 2010, 18:43:38 »
Danke für die Hinweise und Antworten. Zur Fachdiskussion, nach welcher Formel die Leistungsaufnahme berechnet wird, sage ich nun mal besser nichts! Jedenfalls scheint kein Weg ums Ausprobieren und Nachmessen herumzuführen.

Wenn ich nur via FSB den Speichertakt auf seine nominellen 1600 MHz erhöhen würde, stiege der CPU-Takt von max. ca. 2,9 auf 3,5 GHz. Ich habe einfach keine Erfahrung mit dem, was mich da erwartet. Die Aussicht auf komplizierte Messreihen dürfte mein Vorhaben jedoch bremsen.

Zum Widerspruch Overclocking vs. Undervolting: Mir ging's einfach um das Ausloten der Möglichkeit einer Leistungsoptimierung bei gleichbliebendem Energiebedarf.

Dank und Grüsse

Offline Fabian O

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Re: Übertakten, Undervolting und Leistungsaufnahme
« Antwort #5 am: 16. Juli 2010, 16:09:24 »
Hi,

mit einer Taktsteigerung geht immer eine Steigerung der Leistungsaufnahme einher. Das ist erst einmal Fakt. Die Frage ist nun was für die erträglich ist und - ob du die Leistungssteigerung überhaupt brauchst. Diese Frage solltest du dir zu erst einmal vor Augen führen bevor du mit dem Übertakten anfängst. Wenn du nicht mehr Leistung brauchst, dann überlege dir doch lieber dein System auf das Energiesparen hin zu optimieren (auch damit kann man sehr gut seinen Spieltrieb ausleben ;) ). Brauchst du wirklich spürbar mehr Leistung wirst du aber auch nicht umhinkommen, mit einer steigenden Leistungsaufnahme zu leben.

Entscheidend für dein Vorhaben ist das Mainboard und dessen BIOS. Hier kommen wir zum Kasus Knacktus, nämlich deiner Erfahrung in Sachen OC.

Es gibt die BCLK, der Grundtakt (133 MHz). Steigerst du diesen, steigerst du CPU und Speichertakt. Bedenke in der CPU ist auch der Speichercontroller (IMC) untergebracht!
Dann gibt es die Multiplikatoren für Speicher, CPU-Takt und IMC-Takt. Und natürlich noch die zugehörigen Spannungen.

Für den Start würde ich empfehlen, dass du dich an die BCLK hälst, den Rest so lässt und die Spannungen für Speicher, Speichercontroller usw. fest einstellst (damit dir dein Mainboard nicht reinpfuscht durch Spannungserhöhungen). Einzig die VCore für die CPU lässt du unangetastet, damit EIST/Speedstep noch greift.

grüße
Fabian
Daniel: "Tanzen ist der vertikale Ausdruck des horizontalen Verlangens!"

Offline newbie

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Re: Übertakten, Undervolting und Leistungsaufnahme
« Antwort #6 am: 16. Juli 2010, 16:48:09 »
Vielen Dank, Fabian, für die hilfreichen Tipps - bald werd ich auch ein Strommessgerät haben und mit ersten Versuchen beginnen.
Gruss

Offline Fabian O

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Re: Übertakten, Undervolting und Leistungsaufnahme
« Antwort #7 am: 16. Juli 2010, 18:32:56 »
Hi,

noch eine Sache auf die du achten solltest. Dank TurboMode taktet die CPU bei Belastung weniger Kerne deutlich über Standardtakt. Dies musst du beim Übertakten bedenken und auch entsprechend deine Kühlung auslegen. Der Boxed-Kühler kann hier schnell ein Hindernis werden - gerade im Sommer.

grüße
Fabian
Daniel: "Tanzen ist der vertikale Ausdruck des horizontalen Verlangens!"

 

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