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Weltweite Festplatten-Knappheit hat voraussichtlich Auswirkungen bis ins erste Quartal 2012

Wirtschaft | HT4U.net
Das seit Oktober vorherrschende Hochwasser in Thailand hat diverse Fabriken von Festplatten-Herstellern und Festplatten-Komponenten stark betroffen und hält weiterhin an. Die Festplattenknappheit hat sich dadurch weltweit ausgewirkt und sorgte für rasanten Preisanstieg, insbesondere im Komponenten-Geschäft bei Endkunden. Hatte man anfänglich noch vermutet, dass eine Verknappung erst im Dezember den Markt erreichen würde, zeigt sich die Situation inzwischen deutlich drastischer. Nach aktuellen Informationen sollen die Hochwasserfolgen sich bis in das erste Quartal 2012 auswirken.

Nach aktuellen Informationen des taiwanischen Branchendienst DigiTimes, soll mit einem regulären Produktionsbetrieb und damit einer Entspannung der Situation frühestens im zweiten Quartal 2012 zu rechnen sein. Bei den Festplattenherstellern selbst, sei am deutlichsten Western Digital betroffen, deren Fabrikgebäude unter Wasser steht. Aber der Umstand, dass Zulieferer-Firmen wie Nidec (Hersteller von Festplattenmotoren) ebenfalls massiv betroffen sind, wirkt sich dieser Umstand unmittelbar auf die Fertigung der weiteren Hersteller aus. Nidec liefert nach vorliegenden Informationen 80 Prozent der weltweit benötigten Festplattenmotoren. 30 Prozent dieser Fertigung findet in Thailand statt und fällt damit vollständig aus.

Western Digitals Festplattenlieferungen im dritten Quartal 2011 lag bei 58 Millionen Stück – aktuell geht man davon aus, dass der Hersteller derzeit nur 40 Prozent seiner typischen Produktion erreichen kann. Hinsichtlich Lieferproblemen bei Komplett-PCs zeigen sich beispielsweise die beiden CPU-Hersteller AMD und Intel eher weniger besorgt. Dort sprach man davon, dass man durchaus Vertrauen in die Versorgungskette von PC-Komponenten habe. Das wiederum bedeutet allerdings nicht, dass sich die Verknappung auf die Preise auswirken wird, oder vielleicht auch längere Lieferzeiten.

Die Festplattenhersteller versuchen aktuell die Produktion in anderen Fertigungsstätten hochzufahren. So soll beispielsweise Western Digital versuchen über Fabriken in China, Malaysia oder Singapur Ausfälle zu lindern. Dadurch alleine können dann aber Verknappungen bei benötigten Komponenten nicht abgefedert werden. Nach einer Analyse der Digitimes ist im vierten Quartal mindestens mit einem Fehlbestand von 19 Millionen Festplatten weltweit zu rechnen.

Die aktuelle Folge ist natürlich, dass die Hersteller von PC-Systemen versuchen ihre Lager mit der aktuell vorhandenen Ware zu füllen und damit ergibt sich insbesondere für den Endkunden-Markt bereits jetzt eine sehr schlechte Verfügbarkeit bei Festplatten bzw. explodierende Preise.

Das zeigt ein Blick in unsere Preissuchmaschine überdeutlich. Lag eine Hitachi Deskstar 7K1000.D 500GB am 19. Oktober im Handel beispielsweise noch bei 39 Euro, so wird das Produkt aktuell mit 78 Euro gelistet. Eine Seagate Barracuda 7200.12 1000GB wurde am 17. Oktober noch mit knapp 43 Euro gelistet und zeigt sich nun bei einem Preis von 94 Euro. Und während eine Western Digital AV-GP 1000GB am 17. Oktober noch mit rund 50 Euro im Handel gelistet war, muss man aktuell satte 119 Euro beim günstigsten Anbieter berappen. Die Beispiele ließen sich natürlich unendlich fortführen.

Damit bleibt festzuhalten, dass es für Endkunden derzeit definitiv der falsche Zeitpunkt wäre in eine neue Festplatte zu investieren. Aber das Ableben von Computer-Elektronik sucht sich eben auch gerne den falschen Zeitpunkt aus. Seitens eines Amazon-Händlers erhielten wir nach zirka 7 Tagen eine Stornierung zu einer aufgegebenen Bestellung mit dem Hinweis darauf, dass man durch ein Hochwasser in Thailand nicht in der Lage sei liefern zu können.

Bild: Weltweite Festplatten-Knappheit hat voraussichtlich Auswirkungen bis ins erste Quartal 2012


Western Digitals Fabrik in Thailand – Bildquelle BSN

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Stichworte zur Meldung: Hochwasser Preissteigerungen Knappheit Festplatten Thailand