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Google - VG Media - Leistungsschutzrecht - die neverending Story um Geld

Wirtschaft | HT4U.net
Es ist ein alter Hut. Google News verwendet Überschriften oder Auszüge aus Nachrichten, um seinen Google-News-Sektor zu füllen. Damit verdient der Anbieter erst einmal kein Geld, denn die Plattform ist bislang werbefrei. Wohl aber generiert Google damit Zugriffe auf die passend verlinkten Plattformen und generiert damit dort Zugriffe – auch auf deren Werbung. Dafür soll Google Geld zahlen – das ist die Forderung der Verlage, und das Leistungsschutzrecht sollte dafür sorgen. Pustekuchen! Nun geht die VG Media gegen Google vor, doch der Schuss scheint nach hinten loszugehen. Der Schrei nach dem Kartellamt wird laut. Doch das sieht keinen wirklichen Handlungsbedarf.

Dass Google in manchen Segmenten das Augenmerk des Kartellamtes haben sollte, wollen wir weder absprechen noch diskutieren. Die bleibende Forderung der Nachrichtenverlage nach Vergütung wird langsam zur Farce. Streit des Anstoßes bleibt weiterhin Googles Angebot News. Dort bietet Google seinen Nutzern einen Bereich, in welchem man ein breites Spektrum an Nachrichtenthemen bietet. Dabei bedient man sich Überschriften, teils auch so genannter Snippets – Nachrichtenauszügen -, und verlinkt dann auf die entsprechenden Magazine.

Der Stein des Anstoßes

Das hat Teile der Publikationen in Aufruhr versetzt, und man wollte über das Leistungsschutzrecht dafür sorgen, dass Google für dieses Vorgehen Zahlungen an die einzelnen Verlage leisten sollte – eben für die Nutzung dieser Schlagzeilen oder Snippets. Das Leistungsschutzrecht wurde verabschiedet, sah dann in seiner finalen Fassung aber kein Problem mit diesem Vorgehen. Nun hat sich die VG Media, welcher einige Magazine angeschlossen sind, erneut zu Wort gemeldet und stellt die gleichen oder ähnliche Forderungen.

Nun stellt sich Google aber stur. Ab dem 23. Oktober 2014 – so die Ankündigung – wird man bezüglich der VG Media angeschlossener Verlage nur noch die Überschriften von Nachrichten präsentieren, allerdings keine Snippets mehr. Die VG Media und anhängende Verlage, welche der bisherigen Google-News-Vorgehensweise zustimmen müssen, fühlen sich erpresst und riefen das Kartellamt aufs Tapet.

Kein Ding fürs Kartellamt

Das Kartellamt sieht jedoch keinen Bedarf, Schritte einzuleiten, was einen Verstoß gegen das Leistungsschutzrecht betrifft. Die VG Media läuft hier nun offensichtlich gegen eine Wand. Einer Gegenoffensive auf Grund bleibender Forderungen der VG Media – auch mit der Aufforderung, eine formelle Entscheidung zu treffen – hat nun anscheinend Google gegengewirkt und das Kartellamt aufgefordert, keine weiteren Schritte einzuleiten.

Der Witz ist weg

Es hat den Anschein, dass die der VG Media angehörigen Verlage einen Rückzug vornehmen könnten, wenn das Bundeskartellamt nicht tätig wird. Erpressung wirft man seitens VG Media Google vor. Aber was ist das für eine Erpressung? Noch einmal: Google verwendet für sein News-Portal Überschriften und Snippets. Google selbst hält die Nachrichtenseite werbefrei, verlinkt auf die passenden Artikel der Verlage, und dort gelandet, erhält man die volle Nachricht – inklusive Werbung, meist von Google ausgeliefert!

Die Verlage erhalten also nicht nur die Seitenaufrufe der Google-News-Nutzer, sie nutzen sie zudem als Möglichkeit, über Google Ad-Sense Werbung zu verkaufen! Die hohen Aufrufzahlen der Top-Nachrichtenmagazine lassen sich durch reguläre Werbung kaum füllen, darum greift man auf Google-Werbung zurück, um diese möglichst gut aufzufüllen. Im Ergebnis profitieren die Seiten damit von dieser Vorgehensweise, Google im unmittelbaren Darstellungsverhältnis nicht. Trotzdem fordert man eine Entlohnung für die Übernahme von Überschriften und Snippets.

Zurückrudern

Keiner der Betroffenen hat bislang zugegeben, dass das System so funktioniert. Bislang hat man sich auf die Forderung eingestellt, dass Google zahlen muss – oder soll -, weil dessen System offenbar funktioniert (werbefrei). Googles Maßnahme, ab dem 23. Oktober 2014 nur noch erlaubte Überschriften zu präsentieren, macht den Verlagen Angst. Denn sie haben die Zugriffe über Google-News sicherlich im Auge.

Nur noch mit Überschriften, vielleicht auch unter anderen Beiträgen gelistet zu werden? Das will man wohl nicht. Nein, man möchte schon gerne auf der Hauptseite von Google-News landen, um dann wiederum über Googles Werbeplattform Eingänge erzielen zu können.

Voraussichtlich wird die VG Media gegen eine Wand laufen. Voraussichtlich werden die Verlage dann doch eher Googles Maßnahme entsprechen, welche sich am Leistungsschutzrecht orientiert, und den Bestimmungen Googles zustimmen. Ist das Erpressung? Wohl eher nicht. Es sind eben die Maßnahmen, die der Anbieter ergreifen musste, um sein Portal weiterhin so aufrechtzuerhalten. Die Zugeständnisse der Verlage sind dann wohl die Maßnahmen, welche jene erhalten mussten, um im heutigen Zeitalter konkurrenzfähig zu bleiben. Und am Anwenderverhalten im Zeitalter von Smartphones ändert sich ohnehin kaum etwas. Den Konsumenten ist der Streit sowieso Jacke wie Hose, und gewählt wird, was Google-News gegebenenfalls an oberste Stelle setzt!
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Stichworte zur Meldung: Forderungen Leistungsschutzrecht Google Vg Media Werbung