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SanDisk verspricht SSDs zum Festplattenpreis

Storage & Speicher | HT4U.net
Mit seiner neuen Baureihe Z400s will der südkoreanische Hersteller SanDisk konventionelle Festplatten aus Computern und industriellen Produkten verdrängen. Laut Hersteller bieten diese SSDs im Vergleich zu Festplatten die 20-fache Geschwindigkeit bei einem Zwanzigstel des Stromverbrauchs. Sie sollen zudem fünfmal zuverlässiger sein und nicht mehr kosten.

Für die Leistungsvergleiche hat SanDisk eine recht langsame 2,5-Zoll-Festplatte herangezogen, die mit ihren 5.400 U/min allerdings einen typischen Datenträger für preiswerte Notebooks darstellt. Gerade solchen Computern können SSDs einen wesentlich höheren Leistungsvorteil bringen, als schnellere Prozessoren oder mehr Arbeitsspeicher. Zudem sorgen SSDs für längere Akkulaufzeiten, während die beiden anderen Maßnahmen die Batterie stärker belasten. Im Embedded-Bereich (Industrie, Kassensysteme, Medizintechnik, Überwachung) dürften Zuverlässigkeit und Abwärme die wichtigeren Argumente sein, doch auch hier sind SSDs eindeutig im Vorteil.

Die Südkoreaner bieten die Z400s in unterschiedlichen Bauformen an: Neben der 7 Millimeter hohen 2,5-Zoll-Bauweise mit SATA-Anschluss (6 Gbit/s) gibt es die Datenträger auch als mSATA- und M.2-Varianten. Als Speicherkapazität stehen 32, 64, 128 sowie 256 GB zur Auswahl. Beim sequenziellen Lesen kommen die Geräte auf maximal 549 MB/s, und beim sequenziellen Schreiben sollen bis zu 330 MB/s möglich sein. Zufallszugriffe erfolgen beim Lesen mit 33.000 und beim Schreiben mit 62.000 IOPS. Auch wenn die sequenzielle Leserate beachtlich ist, kann die Z400s weder mit ihren Speicherkapazitäten noch mit den Leistungsdaten Ausrufezeichen setzen.

Die Lebenserwartung gibt SanDisk in TBW (Terabytes Written) an. Demnach hält die 32-GB-Version der Z400s rund 20 TBW, während die 64-GB-Variante auf 40 TBW kommt und die Modelle mit 128 und 256 GB immerhin 72 TBW schaffen. Diese Werte liegen im Bereich der X300-Baureihe (128 GB: 65 TBW; ab 256 GB: 80 TBW) desselben Herstellers. Mit lediglich 50 mW fällt der Stromverbrauch im Betrieb allerdings nur halb so hoch aus (X300: 95 mW). Im Ruhemodus begnügt sich die Z400s mit 20 mW, während sich die X300 mit 70 mW das 3,5-fache genehmigt. Die erlaubten Betriebstemperaturen, welche von 0 bis 70 Grad Celsius spannen, sind bei beiden Baureihen identisch.

Leider nennt SanDisk keine Preise, denn diese Datenträger zielen nicht auf den Endkundenmarkt ab. Sollten die SSDs in ausreichender Stückzahl verfügbar sein, wird man sie über kurz oder lang vermutlich auch im freien Handel antreffen können. 2,5-Zoll-Festplatten mit 250 GB Speicherplatz kosten derzeit knapp 40 Euro, während man SSDs vergleichbarer Größe für weniger als 90 Euro bekommt. Um sein Versprechen einzulösen, muss SanDisk also eine Differenz von rund 50 Euro überwinden. Wir sind gespannt!

Autor: mid
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Stichworte zur Meldung: Festplattenpreis Sandisk Ssd Z400s-reihe