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Radeon R9 Fury X - wohl billige Alufolie genommen?

Grafik | HT4U.net
Nach unserem Artikel zur AMD Radeon R9 Fury X hat AMD nicht nur Lob erfahren, sondern auch deutliche Kritik. Ein Punkt geht ganz klar an das vorhandene Fiepgeräusch der Wasserpumpe. Genau hier grenzt ein Leser und Besitzer der Grafikkarte nun näher ein. Es handelt sich dabei weniger um ein Pumpenproblem durch Luft und Befüllung, als vielmehr um ein reguläres Spulenfiepen in der Pumpe.

Wir waren nach unserem Artikel zur Radeon R9 Fury X doch reichlich überrascht von AMDs Vorgehen. Eine vollständige Treiberoptimierung fehlte, in manchen Fällen schlichen sich gar Fehler je nach Spiel ein. Schlimmer noch werteten wir die Geräuschkulisse der Grafikkarte, welche mit einem Fiepton belastet war (im Artikel aufgezeigt), der sich bei unserem Muster als nur sehr schwer zu ertragen zeigte.

Neu, schnell, anders sollte sie sein. Als hochwertig hat AMD die Umsetzung beschrieben und zudem den Board-Partnern verboten, eigene Kühlumsetzungen zu zeigen. Doch die internen Qualitätssicherungen bei AMD haben hier ganz offensichtlich einiges nicht beachtet und/oder durchgehen lassen. Der erwähnte Fiepton wird bislang auf die Pumpe und schlechte Befüllung/Entlüftung zurückgeführt – hier scheinen die Tester aber falsch zu liegen, inklusive unserer Einschätzung. Der im Test gezeigte Ton scheint ein ganz normales Spulenfiepen zu sein, allerdings der eingesetzten Pumpe von Cooler Master geschuldet.

Das hat ein Leser jetzt in mühseliger Bastelarbeit herausgefunden und dokumentiert. In seinem Herangehen hat er gar einen Weg für sich gefunden, die Radeon R9 Fury X lautlos zu bekommen – allerdings mit Mitteln und Wegen, welche kein normaler Anwender betreiben möchte, schon gar nicht bei der Angst vor Garantieverlust. AMD hat bislang lediglich mitgeteilt, dass die für den Markt bestimmten Chargen das Problem eher weniger haben sollen, zwischenzeitlich ist von einer zweiten Charge die Rede. Fakt bleibt allerdings folgender: AMD selbst muss um den Umstand des Problems durch den Zulieferer Cooler Master gewusst haben. Das Ganze ist offensichtlich der höchst günstigen Bauweise der Pumpe und der dort verbauten Spulen geschuldet. AMD hat nicht nur diese angeblich hochwertige Grafikkarte vorab in Händen gehalten, sondern die Muster so zur Presse gegeben und in erster Charge in den Markt geschickt, statt dem Zulieferer auf die Füße zu treten und Nachbesserung zu fordern. Da fällt spontan nur noch der Werbeslogan eines Alufolien-Herstellers ein: "Wohl billige Alufolie genommen?"

Erst jetzt, nach dem holprigen Marktstart, gibt es Informationen, dass man nachbessern wird. Die zum Start erhaltene Schelte bleibt, und damit hat das Management sich letztlich nur zu einem schlechten Ruf bei einem neuen Produkt verholfen! Welche Köpfe rollen jetzt bei AMD? Jene der Entscheidungsträger? Wohl kaum. Jene, welche bei Cooler Master die Preisvorgaben für die Wasserkühlung machten? Wohl kaum. Hochwertig? Offensichtlich nicht!

AMD hat heute eine Umsatzwarnung für die Börse ausgesprochen – die zu erwartenden Umsätze sind also abermals schlechter, als prognostiziert. Die Aktie gab sofort im Handel nach und bewegt sich derzeit auf ihrem schlechtesten Kurs in diesem Jahr. Quo vadis, AMD?

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