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AMD Catalyst-15.7-Treiber - Performance-Auswertung

Grafik | HT4U.net
AMD hat seinen ersten offiziellen Catalyst-Treiber in Version 15.7 vorgestellt, welcher nicht nur die Modelle der neuen R300-Reihe unterstützt, sondern auch ältere Modelle der HD-7000- oder der R200-Serie. Neben Features wie FRTC oder VSR, bringt er aber auch etwas mehr Leistung mit sich. Wir haben uns den Treiber darum doch einmal etwas genauer angeschaut.

Die Performance

Unsere ersten Eindrücke waren auf Anhieb positiv, weshalb wir dann doch umfangreichere Testserien mit verschiedenen Grafikkarten und Treibern gestartet haben, um eine genauere Auswertung erhalten zu können. Allerdings mussten wir im Ergebnis dann feststellen, dass wirkliche Performance-Vorteile tatsächlich nur in Assassin's Creed Unity (bis etwa acht Prozent) und in Grand Theft Auto V (bis zu 20 Prozent – je nach Auflösung) spürbar sind. Leichte Verbesserungen erblickten wir noch messbar in Battlefield 4 und in Brink – darüber hinaus sind die Unterschiede schwankend und eher als Messtoleranzen zu verbuchen. Das gilt auch für einen internen Vergleich zum nun offiziellen Treiber gegenüber den bisherigen Betavarianten, welche nur für R300-Modelle erhältlich waren.

Als wichtig bleibt aber festzuhalten, dass die Optimierungen nun eben auch für ältere Grafikkarten anzutreffen sind. Wo die R200-Reihe bislang außen vor blieb, ist sie nun mit von der Partie – auch bei den Nachteilen.

Auffällig für uns wurde bei der Auswertung der Resultate nun ebenfalls, dass AMD offenbar schon eine Weile massiv an einer optimalen Nutzung eines höheren Speicherausbaus arbeitet. Hatten wir in früheren Tests nicht selten sehen dürfen, dass gleicher Chip mit größerem (identischem) Speicherausbau oftmals langsamer zu Werke ging, scheint man gerade an dieser Stellschraube zu drehen. Als Grund für dieses Verhalten haben wir prinzipiell den höheren Verwaltungsaufwand für den Speicher-Controller ins Feld geführt, und gerade hier scheint man im Treiber ebenfalls zu optimieren. Das Problem lässt sich vereinzelt zwar noch immer antreffen, insbesondere in älteren Titeln. In neueren Titeln zeigt sich eine 8 GByte R9 290X meist immer eine kleine Nasenlänge vor einer 4-GByte-Version.

Angetroffene Fehler

Fehler können wir in unseren Überprüfungen anhand unserer 18 Spieletitel nur zwei nennen. Hier bleiben Metro: Last Light Redux und Battlefield 4. Hatten wir erst den Eindruck, dass der Metro-Fehler, den wir bereits angesprochen und mehrfach an AMD kommuniziert haben, nun mit dem Catalyst 15.7 beseitigt sei, wurden wir dennoch getäuscht. Die R9 390X leidet nicht ganz so stark unter den Performance-Einbrüchen (aber im Ergebnis noch immer) wie die R9 290X. Es fehlen gegenüber älteren Treibern ohne Supersampling schnell bis zu 30 Prozent an Leistung, mit Supersampling und je nach Auflösung sind es lediglich noch 4 bis 28 Prozent.

Bei Battlefield 4 stellte sich auf unserem Testsystem der Umstand ein, dass Benchmarks mit zugeschaltetem Antialiasing praktisch kaum durchzuführen waren. Startet man den Titel ohne Kantenglättung und stellt dann im Spiel die Kantenglättung ein, kann man spielen. Beendet man es danach und startet es mit zugeschalteter Kantenglättung neu, stürzt es im Ladevorgang ab und lässt sich erst dann wieder starten, wenn man über die Config-Dateien das Antialiasing deaktiviert.

Wir werden nun ein weiteres Mal AMD kontaktieren und die Firma über die Probleme unterrichten (bezüglich Metro dann zum fünften Mal) und hoffen, dass der eingeschlichene Fehler abgestellt wird. Solch ein Fehler in einem Gesamtindex schmälert den Durchschnitt doch erheblich.

Empfehlungen

Empfehlungen können sich natürlich aktuell nur an den von uns gewählten Titeln im Testfeld orientieren. Danach sprechen gegen den Treiber eigentlich nur die AA-Probleme in Battlefield 4 und die miserable Performance in Metro. Wer Metro nicht spielt und wer Battlefield ohne Kantenglättung nutzt, der sollte mit den restlichen Titeln auf keine Probleme stoßen und kommt in den Genuss der Mehrleistung unter ACU und GTA V. Bei The Witcher 3 sollte man weiterhin die Finger von NVIDIAs Hairworks lassen – es frisst immer noch zu viel Leistung auf AMD-Grafikkarten, und das Spiel benötigt einiges an Leistung.

Vermehrt ist von Problemen der Nutzung der Features FRTC oder VSR und Supersampling (über Treiber) zu lesen. Die Optionen tauchen bei einigen Anwendern schlicht nicht auf. Das scheint klar dem Umstand geschuldet zu sein, dass der oder die alten Treiber nicht rückstandslos aus dem System entfernt wurden. Auf einem frisch aufgesetzten Windows passiert dies nicht, auf einem Windows-System, in welchem schon viele frühere Treibermodelle von AMD eingebunden waren, kann dies vorkommen. Das Problem rührt leider einfach daher, dass die Deinstallationsroutine von AMD nicht alle Treiberreste entfernt, sondern gewisse Bereiche belässt, was schon seit langem immer wieder zu Problemen führt und in diesem Falle schlicht verhindert, dass die neuen Optionen erreichbar sind. Wir empfehlen von daher grundsätzlich dieses Vorgehen – über die Vorauswahl im abgesicherten Modus.

Darüber hinaus noch einmal der Hinweis: VSR und Supersampling sind absolut Hardware-zehrende Optionen, mit denen man mit Bedacht umgehen sollte, damit man sein Spielvergnügen nicht in eine Ruckelorgie verwandelt.

Details zu unseren Messergebnissen werden wir in einem kommenden Artikel zur Radeon R9 390X zeigen.
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