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Windows 10: Kritik von Mozilla, Lob für Spieleleistung und erster Bug gefunden

Software | HT4U.net
Es war klar, dass es nach dem offiziellen Start von Windows 10 nicht nur positives Feedback geben wird. Mozilla zeigt sich recht ungehalten und hat einen offiziellen Brief an Microsoft verschickt, in welchem man das Verhalten im Hinblick auf den neuen Browser Edge kritisiert. Unterdessen hat das Magazin Golem einen ersten kniffligen Fehler gefunden: bloß nicht mehr als 500 Applikationen unter Windows 10 installieren, sonst fängt es an zu spinnen.

Alleine ein Blick in die letzte Ausgabe des Magazins c't zeigt, dass die Kollegen im Großen und Ganzen doch recht angetan sind. In ihrem Special über zirka 13 Seiten findet sich überwiegend Lob. Erst auf den letzten beiden Seiten kommt natürlich der gehobene Finger, welcher davor warnt, dass ein frühes Upgrade auch frühe Fehler bedeuten könnte und man sich vielleicht noch ein paar Wochen oder Monate gedulden sollte, bevor man umsteigt. Das scheint sich nun mit einem ersten gefundenen Fehler so auch zu bewahrheiten.

Weniger ist manches Mal mehr?

Obige Redewendung scheint sich aktuell auf Windows 10 umlegen zu lassen, und zwar was die Anzahl der installierten Programme betrifft. Wie die Kollegen von Golem feststellen mussten, zeigt sich ein erster Fehler in Windows 10, sobald mehr als 512 Applikationen installiert sind oder aber mehr als 512 Einträge im Startmenü hinterlegt sind. Dann fängt das Startmenü an, verrückt zu spielen.

Bei Erreichen dieser Menge an Installationen oder Einträgen werden die Programme plötzlich nicht mehr im Startmenü geführt und die Anwendungen sollen sich nur schwer erreichen lassen. Ein Neustart im abgesicherten Modus soll dazu führen, dass alle Programm-Einträge verschwinden, und selbst das Deinstallieren von Applikationen, damit man die Grenze wieder unterschreitet, bringt offenbar keine Abhilfe. Letztere kann nur ein Update schaffen, welches Microsoft auch in Aussicht gestellt hat. Wann dies aber erfolgt, ist bislang unbekannt.

Spieler können von Windows 10 profitieren

Auf den ersten Blick ist eine Neuerung von Windows 10 die Programmierschnittstelle DirectX 12. Doch bislang gibt es noch keine Spiele, die auf diese API aufsetzen, so dass DX 12 auf diesen ersten Blick nicht als Vorteil gelten darf. Doch Windows 10 setzt auch auf das neue Treibermodell WDDM 2.0 für Grafikkarten, welches Änderungen in der Speicherverwaltung bei Grafikprozessoren mit sich bringt.

Wie die ComputerBase in einem Kurztest aufzeigt, kann diese Umstellung sehr wohl Vorteile für Spieler mit sich bringen, sei es aus dem AMD- oder NVIDIA-Grafiklager. So gibt es in einzelnen Fällen wohl überhaupt keine Unterschiede, doch in manchen Applikationen lassen sich Vorteile im zweistelligen Prozentbereich ermitteln. Alleine das ist natürlich eine angenehme Dreingabe, welche man gerne mitnimmt. Hier braucht es sicherlich aber noch intensivere Tests über viele Applikationen und Auflösungen, um auswerten zu können, wann Windows 10 tatsächlich zu Vorteilen oder gar zu Nachteilen führt.

So geht es überhaupt nicht!

Das sieht zumindest der Geschäftsführer von Mozilla so und wendet sich in einem offenen Brief an Microsoft. Aus Sicht von Chris Beard erschwere Windows 10 die Browser-Auswahl und leite Kunden dahin, dass der neue Microsoft-Browser Edge eben zum Einsatz kommt. Dem spricht man Berichten zufolge zwar klar bessere Performance gegenüber dem eingemotteten Internet Explorer zu, auch gar bessere Performance als Google oder Firefox, doch darum geht es Mozilla natürlich nicht.

Es geht dem Unternehmen darum, dass Microsoft nun den Anwender mit mehr Aufwand konfrontiere, um die Browser-Vorauswahl zu verändern – mehr Klicks, mehr Gescrolle, und wenig versierte Anwender würden den Überblick verlieren. Die Berichterstattung liest sich gar dahingehend, dass gewählte Browser-Voreinstellungen beim Upgrade keine Gültigkeit mehr hätten. Obgleich Microsoft für Upgrader auf Windows 10 angegeben hat, dass installierte Programme und teils auch Settings übernommen werden, wäre dieser Schritt durchaus nachvollziehbar, denn mit Edge hat Microsoft natürlich nun ein neues Eisen im Feuer. Dass man dabei Edge aber als Standard vorkonfiguriert und nach Mozillas Vorwürfen die Browser-Auswahl zudem erschwere, könnte schnell wieder Wettbewerbshüter aufs Tapet rufen. Das braucht Windows 10 natürlich nicht zum Start hin, und so sollte sich die Microsoft-Geschäftsleitung die Vorwürfe von Mozilla erst einmal zu Herzen nehmen und es nicht wieder auf offizielle Entscheidungen und Strafen ankommen lassen.
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