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Intel stellt Enthusiasten-CPUs der Broadwell-E-Reihe mit bis zu 10 Kernen vor

Prozessoren | HT4U.net
4, 6, 8, 10 – Intel versieht seine High-End-Prozessoren der Extreme Edition mit immer mehr Kernen: Beim heute offiziell gestarteten Broadwell-E (14 nm) stecken in der Top-Ausführung Core i7-6950X gleich zehn Kerne, und dank Hyper-Threading gibt es 20 Threads. Aber auch Applikationen, die nur einen Thread nutzen, sollen dank Turbo Boost Max 3.0 nun deutlich schneller rennen.

Broadwell: Bereits 2014 eingeführt

Schon seit dem vierten Quartal 2014 liefert Intel Prozessoren auf Basis seiner Broadwell-Architektur aus, in den ersten Monaten gab es allerdings nur verbrauchsoptimierte Chips für Notebooks und Ultrabooks. Erst im Juni 2015 folgten performantere Prozessoren für den Mobil- und Desktop-Einsatz, wurden aber schon kurze Zeit später durch Skylake-Modelle ersetzt. Für Mainstream-Desktops hatte Intel sowieso nur zwei Broadwell-CPUs – Core i7 5775C und i5 5675C – im Angebot, bei denen die leistungsstarke Grafikeinheit Iris Pro 6200 mit 128 MiB L4-Cache im Vordergrund stand. Somit fristete Broadwell im gehobenen Leistungsbereich nur ein kurzes Nischendasein zwischen dem Haswell-Refresh und den Chips der Skylake-Familie, deren erste Vertreter im August 2015 auf den Markt kamen.

Plattform und Upgrade

Nun erlebt der Broadwell seinen zweiten Frühling in Form der Enthusiasten-Variante Broadwell-E, welche den im August 2014 vorgestellten Haswell-E ablöst. Beide teilen sich dieselbe Plattform, welche aus dem Chipsatz X99 und dem Sockel LGA2011-v3 besteht. Das erleichtert ein Upgrade, da die Motherboard-Hersteller schon seit Wochen passende Firmware-Updates (UEFI) für den Broadwell-E anbieten, doch für moderne Schnittstellen wie USB 3.1 werden zusätzliche Chips oder Erweiterungskarten benötigt. Obwohl der neue Core i7-6950X über zehn Kerne und 25 MiB Cache verfügt (Core i7-5960X: acht Kerne, 20 MiB Cache), bleibt es bei einer TDP von maximal 140 Watt. Somit können für den Haswell-E konzipierte Kühllösungen auch mit dem Broadwell-E verwendet werden.

Taktraten und die Turbo-Boost-Max-Technik 3.0

Bild: Intel stellt Enthusiasten-CPUs der Broadwell-E-Reihe mit bis zu 10 Kernen vor
Den Grundtakt des Core i7-6950X beziffert Intel mit 3,0 GHz, auch hier liegt der neue Chip gleichauf mit dem Haswell-E-Flaggschiff Core i7-5960X. Bezüglich der maximalen Turbostufe verwirrt Intel mit zwei Angaben: Auf der Produktseite heißt es einmal "up to 3.50 GHz", doch als "Max. Turbo-Taktfrequenz" werden dann 4 GHz genannt. Aus anderen Unterlagen Intels geht hervor, dass es tatsächlich 3,5 GHz sind. Neu ist die Turbo-Boost-Max-Technik 3.0, mit der Intel besonders potente Kerne identifiziert und deren Geschwindigkeit unter Ausnutzung von Strom- und Temperaturreserven besser ausreizt. Dies soll älteren Programmen, die nur einen Thread benutzen, bis zu 15 Prozent mehr Leistung bescheren.

Arbeitsspeicher, PCI-Express und Befehlssatz

Während der Haswell-E auf DDR4-2133 und einen Speicherausbau auf maximal 64 GiB beschränkt ist, ermöglicht der Broadwell-E DDR4-2400 sowie 128 Gib. Es bleibt bei vier Speicherkanälen, so dass der maximale Speicherdurchsatz von 68 auf 76,8 GB/s ansteigt. ECC wird auch vom Broadwell-E nicht unterstützt. Eine integrierte Grafikeinheit bietet der Broadwell-E ebenso wenig wie sein Vorgänger, doch dafür gibt es reichlich PCI-Express-Lanes zum Ansteuern von Grafikkarten. Insgesamt 40 Lanes der dritten Generation können auf drei (16/16/8) bis vier Grafikkarten (16/8/8/8) verteilt werden. Bezüglich der Befehlssatzerweiterungen gibt es keine Neuerungen, insbesondere AVX512 lässt auch weiterhin auf sich warten.

Zielgruppe und Preise

Bild: Intel stellt Enthusiasten-CPUs der Broadwell-E-Reihe mit bis zu 10 Kernen vor
Der Broadwell-E bietet weder Trusted Execution noch die vPro-Technik, was die Absicherung und Verwaltung der Rechner erschwert und insbesondere professionelle Anwender, die sich auch an der fehlenden ECC-Unterstützung stören werden, abschrecken könnte. Beim Haswell-E sah das aber auch nicht anders aus. Zur anvisierten Zielgruppe gehören daher primär Spieler und Enthusiasten, die bereit sind, zwischen 412 und 1.569 US-Dollar in den Prozessor zu investieren. Zum Einstiegspreis gibt es allerdings nur den Core i7-6800K mit sechs Kernen und 3,4 bis 3,6 GHz, für den Zehnkerner Core i7-6950X wird der stolze Preis von 1.569 US-Dollar fällig. Dazwischen gibt es noch den Core i7-6850K mit sechs Kernen und 3,6 bis 3,8 GHz für 587 US-Dollar sowie den Achtkerner Core i7-6900K mit 3,2 bis 3,7 GHz für 999 US-Dollar.

Autor: mid
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