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AMDs neuer Treiber setzt die Radeon RX 480 teils in anderes Licht

Grafik | HT4U.net
Am heutigen Freitag hat AMD der Presse offiziell den neuen Betatreiber Crimson Software 16.7.1 zur Verfügung gestellt. Die in den Launch-Tests angetroffenen Fehler sollen beseitigt werden – das versprach AMD. Wirklich konsequent ging man dagegen nicht vor.

Was gab es im Vorfeld für Meldungen. Belegt war, dass AMDs RX 480 die PCI-Express-Spezifikation massiv verletzt, dass der Pressetreiber zum Launch einen Fehler habe, wodurch die Grafikkarte im Idle-Modus eine zu hohe Leistungsaufnahme beanspruche. AMD versprach eine Prüfung und danach einen Fix über einen Treiber. Dieser wurde heute der Presse offiziell zur Verfügung gestellt und benötigte einen ganzen Tag des Nachtestens.

Performance-Verbesserungen

Die Resultate sind leider nicht eindeutig hinsicht der Versprechungen des Herstellers. Performance-Optimierungen sollte es geben. Das trifft in der Praxis auch zu, scheint aber vorrangig eben nur durch den Fehler der Bandbreitenlimitierung des PCI-Express-Protokolls hervorgerufen. Dennoch: Der Fehler kostete AMD locker zwei Prozent in der gemittelten Performance aller Benchmarks. Das hat man nun ausgemerzt, kann aber dadurch keinen weiteren Kandidaten in der Leistung überflügeln, sondern zeigt sich nur etwas näher an der R9 390X. Doch immerhin ein Gewinn.

Die Leistungsaufnahme

Die Verletzung der PCI-Express-Specs im Hinblick auf die Leistungsaufnahme über diesen Slot hat man in Teilen behoben. Die Verlagerung erfolgte erwartungsgemäß auf den Sechs-Pin-Stecker, welcher das über moderne Netzteile eigentlich problemlos verkraften kann. Ein Bruch bleibt hier und dort weiterhin, ist in der Realität aber von Problemen mit betagten Komponenten befreit.

Es sei denn, man aktiviert im Treiber das PowerTune-Limit und setzt es auf ein Maximum. Dann taktet die Grafikkarte zwar wie versprochen mit ihrem Maximum, sie frisst in Spitzen aber bis zu 230 Watt und haut bis zu 105 Watt über den PEG-Slot. Also kann man sich überlegen, welche Maßnahmen man hier anlegt oder nicht.

Kompatibilitätsmodus

Ärgerlich bleiben zwei Dinge. Zum einen versprach AMD, Verhältnisse zu ändern. Das gelingt mit dem Treiber erst einmal gut, doch es bleibt bei der bisher gezeigten Performance und der Leistungsaufnahme. Die versprochenen 150 Watt als typische Leistungsaufnahme unter Spielen? Die gibt es! Mit einem neuen Schalter im Treibermenü, doch den aktiviert AMD nicht, wenngleich man nur von marginalen Performance-Verlusten spricht.

Der Schalter nennt sich "Kompatibilitätsmodus" und erklärt sich damit weder vom Namen noch von der Funktion her von selbst. Er führt eben dazu, dass ein anderes PowerTune-Limit gesetzt wird, wonach man sich klar eher an dieser Leistungsaufnahme orientiert. Unsere Tests bestätigen das. Aber: Den Schalter muss man manuell erst einmal aktivieren! Wer macht das? Damit bleibt die Karte eben kein 150-Watt-Modell.

Nicht alle Fehler behoben

Der zweite ärgerliche Punkt: AMD weiß um die schlechte Leistungsaufnahme im Idle, argumentiert, dass der Pressetreiber mit Fehlern behaftet sei und darum die Grafikkarte nicht in die niedrigste Idle-Stufe sinken lasse. Wir gingen davon aus, dass es sich um ein simples Problem handelt. Vielleicht auch nicht. Der neue Treiber löst das Problem nicht, die zu hohen Power-Stufen bleiben erhalten. Auf Rückfrage bestätigte der Hersteller, dass dieses Problem noch nicht beseitigt sei. Warum? Sicherlich, weil die Presse gerne bereit ist, einen weiteren Nachtest der RX 480 durchzuführen? Sicherlich, weil es rund um die RX 480 keine anderen Themen mehr gibt?

Wir haben unseren Artikel heute Abend in allen wichtigen Passagen überarbeitet. Die Änderungen lassen sich durch ein angefügtes "Update" erkennen.
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