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Samsung Galaxy Note 7 zu sehr auf Optik getrimmt

Experten-Analyse: Designfehler seien Grund für explodierende Note-7-Akkus gewesen

Mobile | HT4U.net
Der Rauch um das Debakel zum Samsung Galaxy Note 7 hatte sich fast schon gelegt. Die Produktion wurde eingestellt, die Geräte zurückgerufen und die Verluste in Samsungs Bilanzen verbucht. Jetzt melden sich Experten zu Wort, welche das Galaxy Note 7 untersucht haben und eine Erklärung für die explodierenden Akkus nennen. Samsungs Stellungnahme fehlt bislang, soll aber im Dezember 2016 noch erfolgen.

Samsungs Top-Phablet sollte es werden, und mit Sicherheit geht das Galaxy Note 7 auch in die Geschichtsbücher im Bereich Smartphones ein, allerdings in negativer Hinsicht. Explodierte und in Flammen aufgegangene Geräte, Rückrufaktionen, neue Firmware, gestoppte Flüge, Warnhinweise, erneute Flammen und die Einstellung der Produktion, inklusive Schadenersatz bzw. Geldrückerstattung für die Kunden. In einigen Fällen in den USA hat Samsung gar den Kunden angeboten, die Kosten eines beliebig anderen Smartphones zu übernehmen – etwa einem iPhone. Das Note 7 wird auch in Samsungs Geschichtsbüchern – oder besser Geschäftsbüchern – in bleibender Erinnerung geführt.

Eines fehlte bislang allerdings: Klare Aussagen des Herstellers, was sich überhaupt zugetragen hatte. Es gab bislang nur Hinweise des koreanischen Unternehmens, dass man das Galaxy Note 7 ausschließlich unter Laborbedingungen im eigenen Haus getestet habe. Fremdlabore oder einen praxisnahen Einsatz scheint es nicht gegeben zu haben, so zumindest konnte es verstanden werden.

Die Spezialisten von Instrumental haben den Fall nun noch einmal aufgerollt und das Top-Phablet des Herstellers analysiert. Im Ergebnis kommt man zu Designfehlern. Samsung wollte offenbar ein optisch kompaktes Phablet mit möglichst langer Akkulaufzeit bieten. Dabei nahm man ganz offensichtlich Sicherheitsvorgaben auf die leichte Schulter. Einerseits soll die Isolierschicht des Lithium-Polymer-Akkus zu dünn ausgelegt gewesen sein. Diese soll verhindern, dass sich die positiv und negativ geladenen Schichten im Akku berühren können, und Überhitzungen vermeiden.

Zudem seien schlicht Sicherheitsabstände des Akkus zu seinem Trägergehäuse im Gerät nicht eingehalten worden. So soll dieser mindestens 0,5 Millimeter nach allen Seiten betragen. Im vorliegenden Fall stellten die Experten fest, dass es im besten Fall nur 0,3 Millimeter waren, im schlechtesten Fall gar nur 0,1 Millimeter. Damit war nicht genügend Raum für die Tatsache, dass der Akku sich unter Wärme ausdehnt und keinen Druck bekommen soll.

Weitere praxisnahe Dinge können aus Sicht von Instrumental zu den Vorfällen beigetragen haben. So ist der Transport des Geräts zu berücksichtigen. Es erhält in aller Regel in der Jackentasche weniger Druck als beispielsweise in der Hosentasche, wo viele Smartphone-Nutzer ihr Gerät aber deponieren.

Laut Korea Herald wird Samsung noch im Dezember 2016 Stellung zu der eigentlichen Ursache der Akkubrände nehmen.
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