Nachrichten

Google tut seinen Job - und die Partner?

Google schließt 74 Sicherheitslücken in Android mit dem Update auf Version 7.1.1

Mobile | HT4U.net
Google hat ein neues Android-Update auf die Version 7.1.1 veröffentlicht, welches 11 kritische Sicherheitslücken in den Android-Versionen 4.4.4 (KitKat) bis 7.0 (Nougat) schließt. Fünf weitere Lücken werden in der Sicherheit als hoch oder mittel eingestuft. Auf puren Android-Betriebssystemen – so den Google-Geräten wie Nexus oder Pixel – sollten die Updates kurzfristig zur Verfügung gestellt werden. Doch wie sieht es mit den Partnergeräten aus?

Google nutzt den Dezember 2016, um einen Patchday zu starten. Dabei werden insgesamt 74 Fehler und Sicherheitslücken in den Betriebssystemen zwischen KitKat und Nougat geschlossen. Dabei blickt man auf 58 beseitigte Fehler im Betriebssystem selbst und insgesamt 16 Sicherheitslücken, die teils als höchst kritisch eingestuft werden – also umgehend beseitigt werden sollten, um etwaigen Angreifern keine Möglichkeiten zu bieten. Die Version 7.1.1 wird von Google auf puren Android-Betriebssystemen in zwei Schritten ausgeliefert, und die Gerätschaften informieren die Anwender, sobald die Updates zur Verfügung stehen.

Google-Geräte sind auf der sicheren Seite

Wer also ein Google-eigenes Gerät aus den Bereichen Smartphone und Tablet sein Eigen nennt, steht prinzipiell auf der eher sicheren Seite, schnell mit Sicherheits-Updates bedient zu werden. Doch was ist mit all den Geräten der Partner wie beispielsweise HTC, Huawei und Samsung? Dort kann man als Anwender eigentlich nur hoffen und beten, aber das bleibt in den meisten Fällen leider ungehört.

Zum aktuellen Zeitpunkt darf man sagen, dass BlackBerry, LG und Samsung die ersten Vorbereitungen in der Mache haben, allerdings beziehen sich diese vorrangig auf ihre Topmodelle. Bei BlackBerry gibt es für die Geräte DTEK50 und DTEK60 Updates. Bei LG sind es aktuell die Modelle CK, G3, G4, G4 Stylus, G Stylo, G5 und V10. Samsung bedient erst einmal die Modelle S5 bis S7 und das Galaxy A5 mit Updates.

Das eigene Flair ist das Problem

Über die erlaubten Änderungen am Android-Betriebssystem wollen die Partner dem Anbieter ein eigenes Flair und verbessertes Nutzerverhalten präsentieren, und hier liegt das Problem. Durch diese eigenen Umsetzungen sind die puren Android-Updates nicht ohne Weiteres nach Erscheinen zu verwenden. Sie müssen Schritt für Schritt auf die einzelnen Gerätschaften angepasst werden.

Die vorstehenden Erwähnungen der aktuell abgeschlossenen Updates ist natürlich (noch) nicht abschließend. Weitere werden folgen, aber es hat den Anschein, dass die Hersteller natürlich zuerst die eigenen Kunden im Hochpreissegment bedienen möchten, bevor man tiefer in den Support einsteigt. Hier darf aber schlicht nicht jeder Besitzer eines Android-Telefons der Partner mit Updates rechnen. Für einige Geräte gab es ja über die letzten Jahre auch keinerlei Updates auf Version 5, 6 oder gar 7 (ohne die Zwischenstufen nennen zu wollen).

Android-Geräte – ein schwarzes Loch

Ein Blick in Preissuchmaschinen offenbart, dass es aktuell alleine 1.229 Angebote für Android-basierte Smartphones gibt. Sollte man bei den 18 namhaften Partnern bei einer Hochrechnung vier Geräte zuordnen, welche innerhalb von sechs Monaten mit Updates versorgt würden, so erreichen wir noch nicht einmal 100 Android-Smartphones von den erwähnten rund 1.200 aktuellen Angeboten. Die nicht mehr gelisteten, aber schon verkauften Produkte auf dem Markt sind dabei unberücksichtigt.

Android-Smartphones entwickeln sich zu einem absoluten Sicherheitsproblem – einem schwarzen Loch. Darüber haben sich die Käufer zum Zeitpunkt des Erwerbs noch keine Gedanken gemacht, oder falls doch, dem günstigeren Angebot den Vorzug gegeben. Smartphones gibt es zudem inzwischen bereits ab rund 100 Euro auf Android-Basis. Ein Blick auf die Versionsnummer des Betriebssystems zeigt schnell, dass diese veraltet ist und mit Updates vermutlich kaum zu rechnen sein wird.

Google hielt und hält die Zügel beim Betriebssystem weiterhin locker. Musste man ja auch, sonst hätte man nie diese Marktanteile erreicht. Wir reden aktuell von annähernd 90 Prozent. Den Kunden, welche nicht mit Updates unterstützt werden, bleibt unterdessen nur die Option des Abwarten (bis etwas passiert), des Wechsels auf ein neues Gerät oder – falls unterstützt – des Umstiegs auf ein Custom-ROM wie CyanogenMod. Ob man dann wiederum auf die Aktualität des Betriebssystems das Auge lenkt, bleibt fraglich.
[]







Stichworte zur Meldung: Wenige Auf Update Dem Mit In Android 74 Google Version