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WhatsApp-Übernahme

EU-Kommission erhebt den Vorwurf der Irreführung durch Facebook

Wirtschaft | HT4U.net
Die Europäische Kommission wirft Facebook vor, im Zuge der WhatsApp-Übernahme falsche oder irreführende Angaben gemacht zu haben. Für die Übernahme im Jahr 2014 musste auch die Kommission ihre Zustimmung erteilen, doch Facebook habe in Hinblick auf den Abgleich der Benutzerkonten wissentlich die Unwahrheit gesagt.

Ein Kriterium für die Freigabe aus Brüssel war die in Hinblick auf den Datenschutz relevante Frage, ob sich die Benutzerkonten der beiden Firmen automatisiert abgleichen lassen. Facebook hatte dies damals verneint, im August 2016 dann aber eine Zwangsverknüpfung der WhatsApp- und Facebook-Konten angekündigt. Nach Überzeugung der Kommission hatte diese Möglichkeit bereits im Jahr 2014 bestanden und Facebook somit – nennen wir es einmal beim Namen – gelogen. Nach Artikel 14 Absatz 1 der EU-Fusionskontrollverordnung ist in einem solchen Fall eine Geldbuße zu verhängen, die sich auf bis zu einem Prozent des Unternehmensumsatzes belaufen kann. Facebook hat nun bis zum 31. Januar 2017 Zeit, eine Stellungnahme abzugeben.

Die Kommission betont aber auch, dass die Möglichkeit zur Zusammenführung der Benutzerkonten nur einer der geprüften Punkte gewesen sei und für sich alleine genommen die Zustimmung nicht verhindert hätte. Möglicherweise hätte es aber zusätzliche Auflagen gegeben. Seit November 2016 hat Facebook den Datenaustausch für Kunden mit Wohnsitz in der Europäischen Union eingeschränkt, da Behörden und Verbraucherschützer aus mehreren europäischen Ländern gegen diese Praxis protestiert hatten.

Autor: mid
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