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Simulierter Sechskern-Prozessor im Test

AMD Ryzen 5 1600X - ein erster Ausblick

Prozessoren | HT4U.net
Ein wenig untergegangen sind in unserem AMD-Ryzen-Test die Resultate zum R5-1600X – eine von AMD angekündigte CPU mit sechs Prozessorkernen bei einem Takt von 3,6 GHz als Basis und 4,0 GHz im Turbo. Diesen Prozessor haben wir über das Mainboard-BIOS schlicht emuliert und dabei unterstellt, dass die Cache-Größen zum Launch identisch sein dürften.

Unser Artikel zu AMDs neuen Ryzen-Prozessoren ist final nun online, wenngleich weitere Tests in Arbeit sind. Dabei haben wir uns vorrangig auf den AMD Ryzen 7 1800X konzentriert, bei dem die technischen Neuerungen bei der Architektur, die Performance und die Leistungsaufnahme sowie alles in allem ein durchaus gutes Resultat für AMDs neue CPUs zu erkennen sein dürften. Dabei gingen ein wenig unsere Benchmarks zum simulierten Resultat des kommenden Ryzen 5 1600X unter. Diesen hat AMD bereits für das zweite Quartal 2017 angekündigt und die Taktraten auf gleichem Niveau wie beim R7 1800X bestätigt. Diese kommende CPU haben wir im Test über das BIOS simuliert, indem wir einen physikalischen und einen logischen Kern deaktiviert haben.

Natürlich sind die Ergebnisse dabei durchaus mit Vorsicht zu genießen, da auf der einen Seite nicht feststeht, wie verlässlich das Mainboard diese Einstellung umgesetzt hat, und auf der anderen Seite unklar ist, ob AMD die CPU dann tatsächlich mit diesem vorhandenen Cache an den Start gehen lassen wird.

Während sich der Achtkern-Prozessor R7 1800X im Vergleich sehr gut schlug, sieht das Bild für den Sechskern-Prozessor mit SMT-Support nicht ganz so rosig aus, denn hier muss man sich schließlich mit Intels aktuellen Modellen aus der Vierkern-Liga ebenfalls vergleichen lassen. Bei Applikationen, welche stark von vielen Kernen profitieren, zeigt der simulierte R5 1600X seine Stärken. Dort, wo allerdings Profit nur aus zwei oder vier Kernen gezogen wird, schlägt das Bild um – ganz zu schweigen von den noch ungelösten Problemen auf der Software-Seite und in Spielen.

In den reinen Applikationen ohne Spiele zeigt man sich (derzeit) so mit sechs CPU-Kernen auf Augenhöhe mit Intels Skylake-Generation und dem Core i7-6700K, unterliegt aber dem Kaby-Lake-Modell Core i7-7700K mit rund acht Prozent. Das wird plausibel durch die Pro-MHz-Leistung, welche Ryzen im Vergleich zu Intels aktuellen Modellen derzeit noch nicht erreicht, und eben den geringeren Takt (4 GHz Turbo zu 4,2 bzw. max. 4,5 GHz).

An diesem Punkt stellt sich natürlich die Frage, wie AMD insbesondere mit seinen Vierkern-Modellen umgehen wird. Der erste angekündigte Vierkern-Prozessor wird der Ryzen 5 1500X werden, und dieser soll im Turbo dann maximal mit 3,7 GHz Takt arbeiten, also deutlich hinter den 4,0 GHz des Ryzen 5 1600X liegen. Um Skylake- und Kaby-Lake-Modelle aber in Schach halten zu können, dürfte es klar mehr Takt benötigen, den AMD offenbar nicht bieten möchte. Damit könnte AMD einen solchen Mitbewerber-Vergleich eben nur über Preisgestaltung und mehr CPU-Kerne gewinnen, so dass sich der Ryzen 5 1600X mit dem Core i7-7700K anlegen müsste. Der Vergleich nach unseren derzeitigen "Momentaufnahmen" passt aber leider auch noch nicht, so dass AMD darauf hoffen muss, dass die angesprochenen Optimierungsprobleme bei der Software zeitnah gelöst werden.

Ansonsten dürfte der gehobene Massenmarkt im 200- bis 300-Euro-Segment für AMD so nicht erreichbar sein – es sei denn, alle Tester stellen ihre Testparcours ausschließlich auf Applikationen um, welche von mehr als vier CPU-Kernen profitieren.
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