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Apples Quartalszahlen zeigen mehr Umsatz, aber weniger verkaufte Geräte

Wirtschaft | HT4U.net
Im Vergleich zum Vorjahresquartal konnte Apple seinen Umsatz steigern, doch am Horizont ziehen sich die dunklen Wolken immer dichter zusammen, denn die Verkaufszahlen der iPhones und iPads sind abermals gefallen. Damit schwindet Apples Marktanteil, während der App-Store und die digitalen Dienste extrem von der eigenen Nutzerschaft abhängig sind. In einem solchen Fall hilft nur eines: ein geniales Produkt. Da dieses aber nicht in Sicht ist, wird einfach noch mehr Geld an die Anleger ausgeschüttet.

Und so werden die Geschäftszahlen für das zweite Quartal des fiskalischen Jahres 2017 zur Nebensache, denn schon bei der Überschrift konzentriert sich Apple auf das Wesentliche: "Capital Return Program Expanding to $300 Billion". Die Ausschüttung des Firmenvermögens in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen wurde also nochmals ausgeweitet und hat nun ein Volumen von schwindelerregenden 300 Milliarden US-Dollar. Das sind 50 Milliarden mehr als bisher vorgesehen, und alleine das Budget für den Rückkauf eigener Wertpapiere wurde um 35 Milliarden auf 210 Milliarden US-Dollar aufgestockt. Die Dividende wurde um 10,5 Prozent auf 0,63 US-Dollar je Anteil angehoben und wird am 18. Mai 2017 ausgezahlt. Stichtag für Aktieninhaber ist dabei der 15. Mai 2017. Alleine im frisch abgeschlossenen Quartal hatte Apple 10 Milliarden US-Dollar auf seine Investoren verteilt.

Kommen wir nun zu den Geschäftszahlen: Apple konnte seinen Umsatz im Jahresvergleich um 4,63 Prozent auf 52,896 Milliarden US-Dollar steigern. Mit 21,157 Milliarden US-Dollar (+10,79 %) bleibt Amerika der wichtigste Markt, gefolgt von Europa mit 12,733 Milliarden US-Dollar (+10,39 %). Auch in Japan (4,485 Milliarden US-Dollar; +4,77 %) und dem restlichen Pazifikraum (3,795 Milliarden US-Dollar; +20,13 %) konnte Apple zulegen, doch ein großes Problem bleibt: China. Im Reich der Mitte ist Apples Umsatz um 14,1 Prozent auf 10,726 Milliarden US-Dollar abgesackt. Auch die Dominanz des iPhone bleibt unverändert: 33,249 Milliarden US-Dollar bzw. 62,86 Prozent seines Umsatzes generierte Apple mit den Telefonen, was iPad (3,889 Milliarden US-Dollar), Mac (5,844 Milliarden US-Dollar) und die Dienste (7,041 Milliarden US-Dollar) als kleine Fische erscheinen lässt.

Die Probleme in China und die nach wie vor große Abhängigkeit vom Erfolg des iPhone stimmen nachdenklich, denn obwohl der mit Telefonen generierte Umsatz um 1,19 Prozent angewachsen ist, sind die Stückzahlen um 0,84 Prozent auf 50,763 Millionen Einheiten gefallen. Beim iPad hält der negative Trend ebenfalls an, hier sind die Stückzahlen um 12,96 Prozent auf 8,922 Millionen Geräte eingebrochen, und auch der Umsatz ist um 11,87 Prozent gesunken. Der über lange Zeit vernachlässigte Mac zeigt sich indes erholt: Apple konnte im vergangenen Quartal 4,199 Millionen Rechner absetzen (+4,09 %) und den Umsatz dank höherer Stückpreise um 14,43 Prozent hochschrauben. Der Bereich Dienste verzeichnet ein Umsatzplus von 17,53 Prozent, und die übrigen Produkte von Apple Watch über Apple TV bis hin zu Beats kommen auf 2,873 Milliarden US-Dollar (+31,25 %).

Der operative Gewinn ist allerdings nur um 0,79 Prozent auf 14,097 Milliarden US-Dollar angestiegen. Beim Nettogewinn, der sich auf 11,029 Milliarden US-Dollar beläuft, fällt das Plus mit 4,88 Prozent etwas höher aus. Allerdings ist nur der Gewinn je Aktie knapp zweistellig gewachsen (+10,53 %), und das liegt ausschließlich an den umfangreichen Aktienrückkäufen. Für das nächste Quartal erwartet Apple einen Umsatz zwischen 43,5 Milliarden und 45,5 Milliarden US-Dollar. Verglichen mit dem dritten Quartal 2016 wäre dies eine Verbesserung um 2,59 bis 7,31 Prozent. Trotz der kostspieligen Geschenke hielt sich die Begeisterung an der Börse in Grenzen: Nachbörslich ist Apples Wertpapier um 1,84 Prozent auf 144,80 US-Dollar gefallen.

Autor: mid
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