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Vega-RX-Desktop-Variante kommt schon bald

Computex: AMD-Informationen zu EPYC, Threadripper, APUs und Vega

Prozessoren | HT4U.net
AMD hat die Computex in Taiwan genutzt, um die Spannung für seine kommenden Produkte hochzuhalten. Technische Daten und konkrete Termine für die Markteinführung waren indes Mangelware, lediglich für die Profiprodukte wurden Daten genannt. So werden die Workstation- und Server-Prozessoren der Baureihe EPYC mit bis zu 32 Zen-Kernen und zwei CPUs pro System ab dem 20. Juni 2017 erhältlich sein. Die "Radeon Vega Frontier Edition" für maschinelles Lernen und fortgeschrittene Visualisierung soll sieben Tage später folgen.

Epische 64 Kerne und 4 Terabyte RAM

Die ersten Workstation- und Server-CPUs der EPYC-Familie, vormals unter dem Codenamen "Naples" bekannt, sollen am 20. Juni 2017 in den Handel kommen. EPYC umfasst bis zu 32 Zen-Kerne und kann 64 Threads parallel abarbeiten. Es können wahlweise ein oder zwei Prozessoren je System verbaut werden, maximal sind somit 64 Kerne und 128 Threads möglich. Der Arbeitsspeicher wird über acht Kanäle angebunden, wobei jeder Prozessor 16 DIMM-Module ansteuern kann. Dual-CPU-Konfigurationen kommen damit auf 16 Speicherkanäle und 32 Speichermodule mit einer maximalen Kapazität von insgesamt 4 Terabyte. Die im Prozessor integrierte I/O-Einheit stellt 128 PCIe-Lanes der dritten Generation zur Verfügung.

Ryzen Threadripper

Threadripper ist der kleine Bruder von EPYC. Diese CPU-Familie ist für leistungsstarke Desktop-Systeme gedacht und bietet maximal 16 Zen-Kerne und 32 Threads. Im Gegensatz zu EPYC sind keine Dual-CPU-Konfigurationen möglich. Es gibt vier Speicherkanäle und einen maximalen RAM-Ausbau von 2 Terabyte. Den Sockel, welchen Threadripper nutzt, bezeichnet AMD als "TR4". Der dazugehörige Chipsatz trägt die Bezeichnung X399. Auf der Computex zeigt AMD Threadripper-Prozessoren im Zusammenspiel mit den kommenden Vega-GPUs, auf einem Testsystem mit zwei Vega-GPUs läuft beispielsweise die Neuauflage von "Prey" flüssig in der höchsten Grafikqualität und 4K-Auflösung. Die Markteinführung von Threadripper soll im "Sommer 2017" stattfinden, einen konkreten Termin nennt AMD allerdings nicht. Interessanterweise will AMD von der Bezeichnung Ryzen 9 absehen, die sich im Hinblick auf Intels Core-i9 (Skylake-X) angeboten hätte.

Mobile und OEM-Systeme

Auf der Computex sind diverse OEM-Systeme auf Basis des Sockel AM4 (Ryzen 7 und 5) zu sehen, darunter namhafte Marken wie Acer, ASUS, Dell und Lenovo. Mit dem "Republic of Gamers Strix GL702ZC" (siehe Foto rechts) zeigt ASUS das weltweit erste Achtkern-Gaming-Notebook. In diesem steckt allerdings kein Mobilprozessor, sondern die Desktop-CPU Ryzen 7 1700 mit einer TDP von 65 Watt. Für die Grafik sorgt die Mobilversion der Radeon RX 580. AMD demonstriert allerdings auch neue Mobil-APUs, die vier Zen-Kerne, acht Threads und eine integrierte Grafikeinheit auf Vega-Basis vereinen. Eckdaten oder einen Termin für die Markteinführung der Ryzen-APUs nannte das Unternehmen bisher leider nicht.

Radeon Vega

Als erster Vertreter der neuen Vega-Familie (Graphics Core Next Generation 5) wird die "Radeon Vega Frontier Edition" am 27. Juni 2017 in den Handel kommen. Zielgruppe dieser Grafikkarte sind allerdings keine Spieler, sondern Anwender, die maschinelles Lernen oder fortgeschrittene Visualisierung auf der GPU ausführen wollen. Vega nutzt schnellen Stapelspeicher des Typs "High-Bandwidth Memory Generation 2" (kurz: HBM2) und ist in der "Frontier Edition" mit 16 GiB ausgestattet. Beim Grafikchip wird der Vollausbau mit 64 Compute-Units bzw. 4.096 Stream-Prozessoren geboten. Die Leistung der "Frontier Edition" beziffert AMD auf 25 TFLOPS (FP16-Compute) bzw. 13 TFLOPS (FP32-Compute). Die Radeon RX Vega für Spieler wurde nur im Zusammenspiel mit Threadripper gezeigt, einen Termin für die Markteinführung nannte AMD mit Ende Juli zur Messe Siggraph.

Autor: mid
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