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Drosselung in Kauf genommen

Netzteil des Microsoft Surface Book 2 zeigt sich als zu schwach

Mobile | HT4U.net
Mit der zweiten Auflage seines Surface Book hat Microsoft einen echten Herausforderer für Apples MacBooks vorgestellt, aber auch einige Probleme des Mitbewerbers übernommen. Statt die maximale Leistung aus der Hardware herauszuquetschen, drückt man auch in Redmond lieber die Taktraten. Dummerweise ist zudem das Netzteil unterdimensioniert.

Abseits der Einstiegsversion (ab 1.661,14 Euro bei Amazon, 1.749,00 Euro bei Microsoft), welche die Dual-Core-CPU Intel Core i5-7300U (7,5 bis 25 Watt) mit der darin integrierten HD-Grafikeinheit 620 verwendet, kommt bei den leistungsstärkeren Varianten (ab 2.249,00 Euro bei Amazon* oder Microsoft) grundsätzlich der Vierkerner Intel Core i7-8650U (10 bis 25 Watt) in Verbindung mit NVIDIAs GeForce GTX 1050 Mobile 2GB GDDR5 (53 Watt) zum Einsatz. Werden CPU und Grafikchip voll ausgelastet, kommen wir auf 78 Watt TDP, die Microsoft mit einem 95 Watt starken Netzteil zu stemmen versucht. Für Display (13,5 Zoll, 3.000 x 2.000 Pixel bei 267 ppi), SSD (bis zu 1 TB), Arbeitsspeicher (bis zu 16 GiB), WLAN (IEEE 802.11ac), Bluetooth (4.1 LE), Lautsprecher, Mikrofon, Kameras (8 und 5 Megapixel), Tastatur, Touchpad, Mainboard und eventuell angeschlossene USB-Geräte bleiben dann noch 17 Watt, wovon allerdings noch die Verlustleistung des Netzteils und der Ladeelektronik des Akkus abzuziehen ist.

Akku zu schwach – kein Handlungsbedarf bei Microsoft

In einigen Testszenarien leerten Prozessor und Grafikchip den Akku des Surface Book 2 schneller, als das Netzteil diesen laden konnte. Am Ende greift dann die Energieverwaltung ein und drosselt die Recheneinheiten, damit es nicht zu einer vollständigen Entladung kommt. Dies geschieht sowohl bei längerem Spielen als auch bei anspruchsvollen Video- oder Design-Aufgaben, welche beide Chips über längere Zeit belasten. Es geht also nicht um kurzfristige Verbrauchsspitzen, die bei CPUs und GPUs zuweilen auftreten, sondern tatsächlich um eine Dauerlast, welche die Möglichkeiten des Netzteils übersteigt. Microsoft hat diese Beobachtungen inzwischen bestätigt, sieht aber keinen Handlungsbedarf; schließlich kann der Nutzer die Leistung der Hardware bereits im Vorfeld über den "Power Mode Slider" drosseln. Doch warum soll man überhaupt so viel Geld für schnelle Hardware ausgeben, wenn man diese am Ende nicht dauerhaft mit voller Leistung nutzen kann?

Schelte von iFixit

Ein weiteres Problem offenbarte eine Analyse der Reparaturfreundlichkeit durch iFixit, wo das Surface Book 2 die niedrigste Wertung 1 erhielt. Microsofts edles Notebook lässt sich kaum öffnen, und falls dies dennoch gelingen sollte, kann man eh nur die SSD austauschen. Prozessor und Arbeitsspeicher sind auf der Hauptplatine verlötet, und Steckplätze zum Aufrüsten gibt es keine. Display, Bodenabdeckung und beide Batterien sind fest verklebt und lassen sich nur mit Gewalt lösen. Beim Display bilden Glas und LCD eine Einheit, die sich kaum wieder trennen lässt. Darüber hinaus verstecken sich die austauschbaren Komponenten auf der Rückseite des Mainboards, welches fast immer entfernt werden muss. Insgesamt ist das Surface Book 2 ein hervorragendes Beispiel für ein Produkt, das sich nicht mehr reparieren lässt – auch in dieser Hinsicht hat Microsoft Apples Niveau erreicht.

Autor: mid
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