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8th Gen Intel Core with Radeon RX Vega M Graphics

Intel präsentiert seine neuen Prozessoren mit Radeon-RX-Vega-Grafik

Prozessoren | HT4U.net
Intel hat die CES in Las Vegas genutzt, um seine neuesten Prozessoren vorzustellen. Die Modelle Core i7-8809G, i7-8709G, i7-8706G, i7-8705G und i5-8305G sind eine Revolution, da sie einen leistungsstarken Grafikkern von Intels einzigem x86-Mitbewerber AMD enthalten. Zu den eher unerwünschten Merkmalen zählen indes die CPU-Sicherheitslücken "Spectre" und "Meltdown".

Bugs on Board

Normalerweise hätte Intel solche Unschönheiten bei seiner Präsentation ausgeklammert, doch die notdürftigen Korrekturen für "Spectre" und "Meltdown" drücken die Leistung, und Intel hatte seine Benchmark-Messungen noch ohne die entsprechenden Patches durchgeführt. Kurzum: Alle Prozessoren aus der sehr sperrig benannten Baureihe "8th Gen Intel Core with Radeon RX Vega M Graphics" sind von den beiden Sicherheitslücken betroffen, denn architektonisch handelt es sich hierbei um "Kaby Lake" bzw. "Coffee Lake", wobei dies weder im Hinblick auf die Schwachstellen noch auf andere Merkmale einen Unterschied ergibt.

Jetzt mit noch mehr Namenswirrwarr

Was die Produktbezeichnungen betrifft, stiftet Intel einmal mehr Verwirrung: Die achte Generation sowie die 8 in der Produktnummer deuten auf "Coffee Lake" hin, doch dann müsste ein Core i7 eigentlich sechs Kerne und zwölf Threads bieten. Es sind aber nur vier Kerne und acht Threads, was der Nomenklatur von "Kaby Lake" entspricht. Doch wie passt dann der Core i5-8305G ins Bild, dem Intel ebenfalls vier Kerne und acht Threads spendiert hat? Hyper-Threading gibt es beim Core i5 nicht, dafür beim "Coffee Lake" aber sechs Kerne. Lediglich beim Takt (2,8 bis 3,8 GHz) und beim L3-Cache knausert der Core i5-8305G, dem Intel nur 6 statt der üblichen 8 MiB gegönnt hat. Core i7-8709G, i7-8706G und i7-8705G takten jeweils mit 3,1 bis 4,1 GHz, doch der Core i7-8709G bietet eine potentere AMD-Grafik und der Core i7-8706G beherrscht als Einziger aus dem Quintett die vPro-Technologie. Das Spitzenmodell Core i7-8809G bekommt neben der schnelleren AMD-Grafik auch noch 100 MHz zusätzlichen Turbotakt (bis zu 4,2 GHz).

Grafik-Power dank AMD und HBM2

In allen fünf Prozessoren steckt eine Grafikeinheit des Typs Intel HD Graphics 630, welche mit bis zu 1,1 GHz taktet. Diese verfügt über keinen eigenen Grafikspeicher, weshalb sie sich die beiden Speicherkanäle mit den CPU-Kernen teilt. Offiziell markiert DDR4-2400 das Maximum, was einmal mehr für "Kaby Lake" spricht, denn "Coffee Lake" beherrscht DDR4-2667. Wird 3D- oder Compute-Leistung gefordert, tritt Intels iGPU zur Seite und AMDs Radeon RX Vega M übernimmt. Die diskrete Radeon-GPU hat Intel nicht ins eigene Silizium integriert, sondern beide Chips auf einer gemeinsamen Platine angeordnet. Verbunden werden die Chips über Intels "Embedded Multi-Die Interconnect Bridge" (EMIB), welche acht PCIe-Lanes der dritten Generation umfasst und auch das Energiemanagement übernimmt. Der schnelle Stapelspeicher, bei allen Versionen werden 4 GiB HBM2 geboten, ist Teil von AMDs Grafikprozessor. Durch das Zusammenfassen von CPU und GPU will Intel 50 Prozent der Chipfläche einsparen und die Kühlung vereinfachen.

AMDs Radeon RX Vega M gibt es in zwei Ausführungen: Die schnellere Variante mit dem zusätzlichen Kürzel "GH" findet sich auf der Platine der Prozessoren Core i7-8809G und i7-8709G. Sie bietet 24 Compute-Einheiten, 1.536 Stream-Prozessoren sowie Taktraten von 1.063 bis 1.190 Mhz. Dank 4 GiB HBM2-Speicher kommt diese diskrete GPU auf eine Speicherbandbreite von 204,8 GB/s. Das ist ordentlich, lässt die Abwärme der Doppelchips allerdings auf bis zu 100 Watt ansteigen, weshalb diese für kompakte Desktops wie Intels NUC vorgesehen sind. Übertakter dürfen sich zudem an den CPU-Kernen, der AMD-GPU und ihrem HBM2-Speicher versuchen. Die Radeon RX Vega M GL im Core i7-8706G, i7-8705G und i5-8305G muss mit 20 Compute-Einheiten, 1.280 Stream-Prozessoren und 931 bis 1.011 MHz auskommen. Die 4 GiB HBM2-Speicher sind hier auf 179,2 GB/s gedrosselt, und statt 64 gibt es nur 32 ROPs. Im Gegenzug kommen diese drei CPUs mit maximal 65 Watt aus. Ein Übertakten ist nicht vorgesehen, dafür eignen sich diese Chips auch für Notebooks der mittleren Leistungsklasse.

Performance

Doch wo genau rangieren die neuen G-Klasse-CPUs leistungstechnisch? Die Kombination Core i7-8705G mit Radeon RX Vega M GL soll den Core i7-8550U mit NVIDIAs mobiler GeForce GTX 1050 um den Faktor 1,1 bis 1,4 übertreffen, während der Core i7-8809G mit Radeon RX Vega M GH einen Core i7-7700HQ mit NVIDIA GeForce GTX 1060 Max-Q um den Faktor 1,07 bis 1,13 toppt. Das klingt gut, wobei Intels Messungen – wie eingangs erwähnt – noch ohne die Sicherheits-Patches durchgeführt wurden. Als erste Desktop-PCs mit den neuen Prozessoren gehen Intels NUC8i7HVK (Radeon RX Vega M GH) und NUC8i7HNK (Radeon RX Vega M GL) an den Start, zudem werden Dell und HP entsprechende Systeme vorstellen. Da alle CPUs der G-Klasse auf dem Mainboard verlötet sind, lassen sich diese Prozessoren nicht in vorhandenen Mainboards nachrüsten. Somit wurden seitens Intel auch keine Einzelhandelspreise genannt.

Autor: mid
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