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Apple seit Juni 2017 informiert

Ausgerechnet Apple wird wegen Sicherheitslücken bei Meltdown und Spectre verklagt

Prozessoren | HT4U.net
Die kürzlich aufgetauchten Sicherheitslücken Meltdown und Spectre, welche in der Hardware-Szene für Aufsehen sorgen, betrifft fast alle Hersteller von Prozessoren, darunter eben auch ARM, AMD oder Intel. Während von allen Herstellern vermutlich Intel am stärksten betroffen ist, gibt es nun eine erste Klage, und zwar gegen Apple, welcher in seinen iPhones auf ARM-Prozessoren setzt. Apple wird absichtliche Untätigkeit vorgeworfen, obwohl man seit Juni 2017 von dem Problem unterrichtet sei.

Meltdown und Spectre beschäftigen die Nachrichtenszene der letzten Wochen massiv. Schwachstellen in Prozessor-Hardware machen fast alle Systeme angreifbar, mal mehr, mal minder. Besonders betroffen sind Systeme mit Intel-Prozessoren, aber AMD und ARM trifft es ebenfalls. In den USA wurden nun erste Klagen gegen Apple eingereicht, welcher in seinen Smartphones auf ARM-Prozessoren setzt. Der Vorwurf der Kläger lautet auf "Untätigkeit".

In der am Bezirksgericht in San Jose eingereichten Sammelklage geht es darum, dass ARM schon im Juni 2017 seine Lizenznehmer, darunter wohl auch Apple, über die durch Googles Project Zero festgestellten Sicherheitsprobleme informiert habe. Geschehen sei unterdessen bei Apple aber nichts, weil man vermutlich nicht in der Lage sei, die Sicherheitslücken vollständig zu beheben, ohne dabei massiv an Leistung zu verlieren. Hier werden wieder die häufig angesprochenen Leistungseinbußen von 5 bis 30 Prozent ins Feld geführt. Die Apple-Kunden klagen in diesem Zusammenhang über hohe Anschaffungskosten und ungenügenden Service.

An dieser Stelle muss man eben auch das Klageland berücksichtigen – nämlich die USA –, und den Umstand, dass sich in den vergangenen Wochen bereits weitere Klagen gegen den Hersteller eingefunden haben. Dabei ging es um das absichtliche Drosseln von Prozessorleistung bei schwächer werdendem Akkuverhalten, welches Apple verschwiegen hatte und in seinen Erklärungen als "notwendiges Feature" erklärte. Aktuell scheinen sich die Anwälte in den USA auf Apple eingeschossen zu haben, vermutlich in der Hoffnung, den lukrativsten Deal in der Menge der Negativ-Publicity gegen das Unternehmen erzielen zu können. Wobei die Klagen wegen der CPU-Drosselung eben nicht nur in den USA, sondern auch in anderen Ländern, darunter Frankreich, erfolgt sind und durchaus ihren gerechten Hintergrund besitzen.

Eine Klage gegenüber Intel wegen Sicherheitsproblemen, die dem Konzern mindestens ebenso lang bekannt gewesen sein dürften, blieb bislang aus.
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