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Licht und Schatten

AMDs Radeon Vega II zum Listenpreis von 729 Euro gestartet

Grafik | HT4U.net
Wie angekündigt hat AMD am heutigen, 7. Februar 2019, seine neue High-End-Grafikkarte unter der Bezeichnung Radeon Vega II gestartet. Das neue Flaggschiff kommt als erste Gaming-Grafikkarte mit 16 GByte HBM2-Speicher daher und geht mit einer UVP von 729 Euro an den Start. Doch wo auch Licht ist, ist auch Schatten.

Die Performance

AMD hatte im Vorfeld Leistungstests zum Vorgängermodel Radeon Vega 64* gezeigt. Daraus ließ sich ableiten, dass die neue Radeon Vega II wohl nicht ganz die Performance der NVIDIA GeForce RTX 2080* erreichen wird. Dies zeigt sich in der Praxis nun mehr oder minder bestätigt. Zwar zeigt man sich im Vergleich zur Radeon Vega 64 rund 25 Prozent schneller, unterliegt einer RTX 2080 FE um etwa neun Prozent. Einer "Non-FE" Variante dürfte man eher das Wasser reichen können, allerdings liegt die Vega II mit ihrem Listenpreis über den RTX-2080-Modellen.

Die Kühlung

AMD hat von Radial- und Wasserkühlungen Abstand genommen und präsentiert die Radeon Vega II mit einem Dual-Slot-Luft-Kühler. Dieser sorgt dafür, dass auf dem ruhenden Dekstop der Kühler praktisch nicht zu hören ist, muss unter Last aber mächtig ackern, um die Temperaturwerte im Zaum zu halten und wird dabei als laut beschrieben. Erste Tests haben allerdings auch ergeben, dass die Grafikkarte bei geringerer GPU-Spannung durchaus besser arbeitet. Bei gleicher Performance sinkt die Temperatur, damit natürlich letztlich auch die Lautstärke und damit verbunden auch die Leistungsaufnahme. Allerdings sind dies natürlich keine Optionen für den 08/15-Anwender, welcher schlicht ein Produkt aus der Box haben möchte.

Leistungsaufnahme

Die ermittelten Werte zur Leistungsaufnahme bewegen sich um 280 Watt – geringer als bei Vega 64, allerdings noch immer höher als eine RTX 2080 FE. Potential zeigt sich abermals durch das Undervolting: die Leistungsaufnahme sinkt auf knapp 200 Watt ab, bei gleicher Performance. Das hätte dem ersten Grafikchip in 7nm-Fertigungstechnik von Hause aus natürlich klar besser zu Gesicht gestanden, doch hat AMD hier einen breiten Markt zu bedienen und kann die unteren Grenzen nicht für jeden Chip ausloten, will man gleichzeitig doch auch noch Übertaktungspotential bieten, was man dadurch zunichte gemacht hätte.

Ein Blick in die Zukunft

Für AMD stellt diese Radeon Vega II prinzipiell nur einen Zwischenschritt und erste Gehversuche in 7-nm-Fertigung dar. Schon im zweiten Halbjahr 2019 wird die Chip-Nachfolge für Vega II erwartet. Aus diesem Grund dürfte es auch vermutlich unwahrscheinlich sein, dass sich die AMD-Boardpartner an eigenen Designs oder Umsetzungen mit anderen Kühllösungen versuchen werden.

Der Preis scheint mit 729 Euro im Hinblick auf das Gebotene erst einmal hoch gegriffen, doch einerseits ist die Radeon Vega II in der Herstellung bereits sehr teuer – geschuldet dem HBM2-Speicher mit 16 GByte Größe, auf der anderen Seite ist exakt dieser das Marketing-Zugpferd für den Markt. Wir können uns durchaus vorstellen, dass die Grafikkarte mit diesen Eckdaten einige Freund finden wird.
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