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Hackergruppe bekennt sich

IoT-Geräte legen Wikipedia über DDoS-Angriff lahm

Internet | HT4U.net
Internet-Randalierer, die eine Großzahl unzureichend gesicherter IoT-Geräte unter ihrer Kontrolle haben, legten vom gestrigen Abend bis in die heutigen Morgenstunden die Online-Enzyklopädie Wikipedia lahm. Der DDoS-Angriff (Distributed Denial of Service), bei dem die Server des Opfers mit unzähligen, sinnlosen Anfragen überflutet werden, dauerte mehr als neun Stunden und betraf etliche Sprachversionen des Lexikons. Ein nachfolgender Angriff auf Twitch scheiterte derweil kläglich.

Angebliche Urheber melden sich über Twitter

Über ein neues Twitter-Konto meldete sich eine neue Gruppe namens UkDrillas, die hinter dem Angriff stehen will. Sie wolle lediglich neue Angriffswerkzeuge ausprobieren. Als Beweis für ihre Urheberschaft kündigte sie um 23:24 Uhr mitteleuropäischer Zeit (CET) eine Angriffspause an, ab 23:45 Uhr (22:45 Uhr britischer Sommerzeit) würde man wieder fortfahren. Eine Statistik von NetBlocks.org weist eine kurzzeitige Erholung von Wikipedia allerdings erst für 2 Uhr UTC (4 Uhr CET, 3 Uhr BST) aus.

Angriff auf Twitch scheiterte kläglich

In den frühen Morgenstunden wechselten die Angreifer dann ihr Ziel und nahmen die Streaming-Plattform Twitch unter Beschuss. Hier waren die Auswirkungen anscheinend so gering, dass es nicht einmal eine offizielle Meldung gab. Twitch richtet sich an Gamer, die ihre Spiele-Sitzungen aufzeichnen und mit anderen teilen. Die Plattform gehört seit August 2014 zu Amazon und kann somit auf eine solide Server-Basis zurückgreifen. Tatsächlich machten sich einige Twitch-Nutzer über den fehlgeschlagenen Angriff lustig und verspotteten UkDrillas. Weitere Angriffe sind für den heutigen Abend angekündigt, neue Ziele wurden noch nicht genannt.

Unsichere IoT-Zombies als Waffe

Üblicherweise werden solche DDoS-Angriffe heutzutage nicht mehr über Computer, sondern über vernetzte Haushalts-, Unterhaltungs- und Netzwerkgeräte gefahren. Alles was angeblich "smart" ist – also Fernseher, Lautsprecher, Waschmaschinen und Küchengeräte mit Internetzugang – sowie Router, Repeater, NAS-Festplatten und netzwerkfähige Drucker und Kopierer lässt sich für einen solchen Angriff einspannen. Was den Randalierern hierbei in die Hände spielt, sind die mangelhafte Update-Politik und bescheidenen Qualitätstests der meisten Hersteller. Hinzu kommt, dass die Nutzer der Geräte oftmals gar nicht wissen, wie sie Sicherheits-Updates einspielen können.

Autor: mid
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Stichworte zur Meldung: Ddos-angriff Wikipedia